CDU-Mitte hofft bei Wahl 2016 auf die Glückszahl drei

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Wahlparteitag der CDU - Foto: Andrei Schnell
Wahl­par­tei­tag der CDU – Foto: And­rei Schnell

Die Chan­ce, dass im nächs­ten Jahr in Mit­te ein Direkt­kan­di­dat der CDU den Ein­zug ins Abge­ord­ne­ten­haus schafft, ist gering. Umso wich­ti­ger war am 7. Novem­ber auf dem Wahl-Par­tei­tag des Kreis­ver­ban­des Mit­te der CDU die Wahl der Bezirks­lis­te. Die CDU-Lis­te wird in Mit­te Frank Hen­kel anfüh­ren. Wäh­rend die Grü­nen ihre Wahl-Mit­glie­der­ver­samm­lung als Auf­takt zum Wahl­kampf nutz­ten, blieb es auf dem Kreis-Par­tei­tag der Kon­ser­va­ti­ven ver­gleichs­wei­se unpolitisch.

Wie auch bei der Wahl­mit­glie­der­ver­samm­lung der Grü­nen gab es auf dem Wahl­par­tei­tag der CDU-Mit­te kei­ne Über­ra­schun­gen. Es gab kei­ne Gegen­kan­di­da­ten, noch nicht ein­mal Nach­fra­gen zu den Kan­di­da­ten. Es ging um einen juris­ti­schen Akt, die Auf­stel­lung der Kan­di­da­ten­be­stel­lung war geräusch­los (wie man so sagt) im Vor­feld erle­digt. Auf­fäl­ligs­ter Unter­schied zu den Grü­nen war, dass die ehe­mals Alter­na­ti­ven ihre fünf­mi­nü­ti­gen Bewer­bungs­re­den mit poli­ti­schen The­men füll­ten und die Kon­ser­va­ti­ven in den ihnen gewähr­ten 3 Minu­ten über die per­sön­li­che Bio­gra­phie sprachen.

War für die Grü­nen die Wahl der Direkt­kan­di­da­ten für die Wahl zum Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus 2016 ein wich­ti­ger Tages­ord­nungs­punkt (denn immer­hin rech­nen sie sich aus, drei in Mit­te durch­zu­brin­gen)  so war für die CDU-Mit­te die Wahl der Bezirks-Lis­te wich­tig. Mehr als andert­halb Stun­den wur­den für die­sen Tages­ord­nungs­punkt ver­wandt. Denn die Chan­ce, dass ein CDU-Kan­di­dat direkt (das heißt mit den Kreu­zen der Erst­stim­men) gewählt wird, ist klein – zumin­dest wenn man die Zah­len der Wahl 2011 zugrun­de legt.

Frank Henkel auf dem Wahlparteitag der CDU-Mitte - Foto: Andrei Schnell
Frank Hen­kel auf dem Wahl­par­tei­tag der CDU-Mit­te – Foto: And­rei Schnell

Auf Platz 1 wur­de der Kreis- und Lan­des­vor­sit­zen­de Frank Hen­kel (bekannt als Sena­tor für Inne­res) gewählt. Auf den fol­gen­den Plät­zen wur­den Sven Riss­mann, Flo­ri­an Schwan­häu­ser und San­dra Ceg­la gewählt. Auf dem Par­tei­tag war zu hören, dass nur die ers­ten bei­den Plät­ze die­ser Bezirks­lis­te eine Chan­ce auf Ein­zug ins Abge­ord­ne­ten­haus haben. Als Erfolg wird es gese­hen, wenn drei Kan­di­da­ten aus Mit­te über die Lis­te ein­zie­hen. Drei wäre also die Glückszahl.

Star des Par­tei­tags war natür­lich Frank Hen­kel, und das obwohl sei­ne ver­spä­te­te Ankunft zu einer hal­ben Stun­de Ver­zö­ge­rung geführt hat­te. Aber sei­ne poli­ti­sche Rede ent­schä­dig­te die Dele­gier­ten der CDU. Die Stich­wor­te „har­te Arbeit“, „Geschlos­sen­heit“, „Erfolg“ gefie­len. Die The­men Wirt­schaft, Finan­zen, Stra­ßen, 1000 zusätz­li­che Poli­zei­stel­len und Schul­den­til­gung fan­den im Saal bei­fäl­li­ges Nicken. Applaus fand der Dank an End­rik Schulz, dem Kreis­vor­sit­zen­den der Schü­ler Uni­on, der das Buf­fet orga­ni­siert hat­te sowie die For­de­rung nach Video­über­wa­chung auf dem Ale­an­der­platz. Zur Flücht­lings­kri­se sag­te Frank Hen­kel unter star­kem Applaus „Nicht jeder kann blei­ben. Und wer bleibt, muss sich an Regeln halten“.

Beein­druckt hat Kan­di­dat Stef­fen Hel­bing, der im Roll­stuhl sit­zend und als Gehör­lo­ser auf einen Dol­met­scher ange­wie­sen, eine packen­de Rede hielt, die mit beson­de­rem Applaus bedacht wurde.

Nutz­ten die Grü­nen die Zähl­pau­sen, damit ihre wich­tigs­ten Ver­tre­ter Rück­bli­cke auf ihre Arbeit geben konn­ten, so lie­ßen die Kon­ser­va­ti­ven die Pau­sen war­tend verstreichen.

Carsten Spallek auf dem Wahlparteitag der CDU-MItte - Foto: Andrei Schnell
Cars­ten Spal­lek auf dem Wahl­par­tei­tag der CDU-MIt­te – Foto: And­rei Schnell

Gleich­zei­tig mit den Kan­di­da­ten zum Abge­ord­ne­ten­haus wur­den auch die Kan­di­da­ten auf Bezirks­ebe­ne gewählt. Wich­tigs­tes Ergeb­nis: Cars­ten Spal­lek ist nun offi­zi­ell Her­aus­for­de­rer von Chris­ti­an Hanke und will Bezirks­bür­ger­meis­ter wer­den. Vor­aus­ge­setzt natür­lich, er fin­det eine unter­stüt­zen­de Par­tei – 50% der Stim­men dürf­te die CDU höchst­wahr­schein­lich nicht allein schaffen.

In Mit­te wird es 2016 bei der Wahl des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses sie­ben so genann­te Wahl­krei­se geben. Die Wahl­kreis­num­mern 5, 6 und 7 sind ech­te Wed­din­ger Krei­se. Num­mer 5 umfasst den Nor­den rund ums Afri­ka­ni­sche Vier­tel, Num­mer 6 geht rechts und links von Pankstra­ße und Prin­zen­al­lee ent­lang, Num­mer 7 umfasst Sparr­platz, Gerichts­stra­ße und Brun­nen­vier­tel. Der Brüs­se­ler Kiez, für vie­le das Herz des neu­en Wed­ding, gehört jedoch zum­Wahl­kreis 4 Moabit.

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Kreis­ver­band Mit­te der CDU
Die aktu­el­le Zuschnit­te der Wahl­krei­se in Mitte

Text und Fotos: And­rei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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