Café Luise: Das für den Kiez

Dies ist ein Café, das nicht die Prei­se im Kiez hoch­treibt und die Kir­che im Dorf lässt. Auch wenn das Dorf direkt an der Bad­stra­ße und der Pan­ke liegt. Besit­zer Car­los hat für jeden Gast ein paar Wor­te übrig und ver­sorgt den Pan­ke-Kiez im Café Lui­se mit Sup­pen, Kaf­fee, Kuchen und Eis.

Das his­to­ri­sche Lui­sen­haus ist mit sei­ner bun­ten und die Geschich­te des Heil­bads Gesund­brun­nen erzäh­len­den Fas­sa­de das viel­leicht ori­gi­nells­te Gebäu­de im Wed­ding. An der ruhi­gen Tra­ve­mün­der Stra­ße, gleich neben der Wil­ma Bar und der Biblio­thek am Lui­sen­bad, fehl­te bis­her ein Kiez­treff­punkt wie die­ses Café. “Die Welt ist für alle da”, sagt Car­los, der mit sei­nen tür­ki­schen oder ara­bi­schen Gäs­ten sehr gut aus­kommt. Egal ob alt oder jung, egal woher jemand kommt: die war­men Sup­pen, die von einer Rent­ne­rin aus dem Kiez geba­cke­nen Kuchen oder das regio­nal her­ge­stell­te Eis kom­men im Bad­stra­ßen­kiez gut an. Alle paar Minu­ten schaut ein bekann­tes oder neu­es Gesicht her­ein. Auf der gegen­über­lie­gen­den san­di­gen Ter­ras­se ste­hen Lie­ge­stüh­le und Sitz­plät­ze. Aber auch innen ist das lang­ge­zo­ge­ne, spar­ta­nisch deko­rier­te Café mit der hohen Stuck­de­cke und den S‑Bahn-Holz­bän­ken ein Ort, wo der Kaf­fee gleich dop­pelt so gut schmeckt. Der Blick schweift durch die gro­ßen neu­en Pan­ora­ma­fens­ter auf die Ufer­stu­di­os, die Pan­keter­ras­se und die his­to­ri­sche Pan­ke­müh­le – gibt es eine schö­ne­re Aus­sicht? Und ab dem Nach­mit­tag scheint auch die Son­ne von Wes­ten ins Café Lui­se herein.

In der Gegend kein Unbekannter

Seit über zwan­zig Jah­ren betreibt der Ur-Wed­din­ger Car­los schon das Ufer­los an der Ufer- Ecke Mar­tin-Opitz-Stra­ße, wo er auch wohnt. Als Gas­tro-Pio­nier kann er mit Fug und Recht von sich behaup­ten, dass er die Lage im Kiez beur­tei­len kann. In sein neu­es Café Lui­se hat er viel Geld inves­tiert, und so ist es umso ärger­li­cher, dass bei Regen das Was­ser im Gast­raum steht und im Win­ter wegen des feuch­ten Kel­lers kein Betrieb mög­lich ist.

Über­haupt ärgert sich Car­los über Haus­be­sit­zer, die ihre Häu­ser so ver­kom­men las­sen. Oder alte Leu­te ver­trei­ben, indem sie ihnen Was­ser und Strom abdre­hen. “Alle sol­len mit­ein­an­der aus­kom­men”, wünscht er sich, auch was die Ent­wick­lung des Kiezes und sei­ner vie­len neu­en Bewoh­ner angeht. “Ich ver­su­che zu machen, was ich immer gemacht habe”, sagt Car­los, der nicht jedem neu­en Trend hin­ter­her läuft. Statt des­sen belebt er auf sei­ne Art eine Ecke, wo sich Wed­din­ger aller Genera­tio­nen wohl­füh­len sollen.

Café Lui­se, Bad­stra­ße 38/39 Ecke Tra­ve­mün­der Stra­ße, Mon­tag bis Frei­tag von 10 Uhr bis 19 Uhr, Samstag/Sonntag von 12 Uhr bis 19 Uhr, geöff­net, Tele­fon: (0176) 10 05 71 55, Face­book-Sei­te


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