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Wo sich im Antonkiez die Welt trifft:
Café Bades verbindet Menschen und Kulturen

28. Februar 2025
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Im bunten Wedding, wo Menschen aus aller Welt aufeinandertreffen, gibt es einen besonderen Ort, an dem ihr genau das erleben könnt: das Café Bades. Lange Zeit versteckt hinter einem Gerüst, ist es jetzt wieder gut sichtbar – und nach fünf Jahren mal einen Besuch wert. Denn wer hier einkehrt, begibt sich auf eine kleine Reise.

Das Herzstück des Cafés ist Momo, der Betreiber. Mit mediterraner Gelassenheit – er stammt aus dem Volk der Berber – erfüllt er die Wünsche seiner Gäste, stets freundlich und ruhig. Kein Wunder, dass viele Stammgäste immer wieder kommen. Besonders das Kollegium der benachbarten Wedding-Grundschule nutzt das Café als Ort für Kaffee- und Mittagspause. Sonderpädagogin Anna-Maria sagt lachend: „Momo ist hier der Psychologe – und er hat die besten Brötchen weit und breit!" Ihre Favoriten? Das Thunfisch- und das Rote-Bete-Brötchen – außergewöhnliche Kreationen, die man sonst im Kiez kaum findet.

Was alle Gäste gleichermaßen schätzen, ist die Vielfalt des Publikums. Menschen unterschiedlichster Herkunft und jeden Alters sitzen hier zusammen. „Das liegt auch an der Volkshochschule mit ihren vielen Deutschkursen nebenan", erklärt Momo. „Zu uns kommen dadurch viele Menschen aus aller Welt, die Berlin zu ihrer neuen Heimat machen." 

Eine weitere Spezialität des Hauses sind die hausgemachten Kuchen, die Momos Freundin Christine herstellt. Ich probiere einen Apfelkuchen – nicht zu süß, genau richtig. Doch die heimlichen Stars sind Schoko-Kirsch- und Karottenkuchen. „Unsere Feingebäcke wiederum bekommen wir von einer portugiesischen Bäckerei um die Ecke", erzählt der 46-jährige Cafebetreiber. Die marokkanischen Tongefäße im Laden stammen von einer Frauengruppe aus Momos Heimaregion in Marokko.

Die beiden Räume des Cafés haben ganz eigenen Charakter. Vorne herrscht lebhafte Betriebsamkeit – die Kaffeemaschine summt, am Tresen entstehen Gespräche. Der hintere Raum dagegen ist ein Ort der Entspannung. Warmes Licht aus marokkanischen Lampen taucht die Wände in einen erdigen Farbton, den Momo „Alhambra-Farbe“ nennt. Weiche Sofas, Sessel und ein gut gefülltes Bücherregal laden zum Verweilen ein.

Und dann gibt es da noch die vielen kleinen Details: Die Tür ist übersät mit bunten Stickern, die sagen: Hier ist ein Ort für soziale Vielfalt, ein inklusiver Ort für alle, egal wie man lebt oder wo man herkommt. Im Schaufenster stehen Super-8-Kameras neben traditionellen Tonkrügen. Eine wilde Mischung – genau wie das Stimmengewirr im Raum. Der besondere Charme von Momo, der seine ganze Persönlichkeit in diesen Ort gesteckt hat, macht das Café einzigartig. Und so fühlt es sich tatsächlich ein bisschen an wie eine Weltreise an: Das Bades steht für die bunte Mischung unserer Stadt, wo die unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, und vor allem des Wedding, wo solche sozialen Oasen noch möglich sind, Ihr solltet also unbedingt einmal durch die Tür unter der orangenen Markise in der Antonstraße treten! 

Café Bades, Antonstr. 35

Mo-Fr 8-16 Uhr

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Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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