Bruno aus dem Brunnenviertel sagt: Halt!

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bruno2Im Brun­nen­vier­tel gibt es nun einen Super­hel­den. Bru­no, ein gras­grü­ner Frosch mit rotem Umhang schaut von Auf­kle­bern auf Haus­wän­den und Later­nen­mas­ten die Kiez­be­woh­ner an. Selbst­be­wusst prä­sen­tiert er sein Vier­tel als hip­ster­freie Zone oder als ent­spann­ten Mul­ti­kul­ti-Kiez. Bru­no aus dem Brun­nen­vier­tel wur­de von Stu­den­ten der Hoch­schu­le für Medi­en, Kom­mu­ni­ka­ti­on und Wirt­schaft in der Acker­stra­ße als Mas­kott­chen für den Stadt­teil erdacht. Mit Bru­no sind in den ver­gan­ge­nen Wochen wei­te­re gra­fi­sche Ele­men­te im Vier­tel aufgetaucht.

IMG_8543Die Stu­den­ten des Fach­be­reichs Gra­fik­de­sign und Visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on beschäf­tig­ten sich in einem Semi­nar von Dozent Jan-Hen­ning Raff mit Gra­fi­ken im öffent­li­chen Raum. Sie nah­men sta­tis­ti­sche Daten über das Vier­tel als Aus­gangs­punkt für ihre far­ben­fro­he und krea­ti­ve Arbeit. Sie illus­trier­ten die Jugend­ar­beits­lo­sig­keit und die Anzahl der Trans­fer­leis­tungs­be­zie­her auf Begren­zungs­stä­ben. An einem Strom­kas­ten tauch­te eine Tafel auf. „Toll!“ – das war der häu­figs­te Krei­de­kom­men­tar der Kiez­kin­der. Eini­ge ver­dutz­te Pas­san­ten stan­den bei ihrem Weg durch den Kiez plötz­lich in einem grü­nen Kreis. Er mach­te deut­lich, dass auf jeden Ein­woh­ner elf Qua­drat­me­ter Grün­flä­che kom­men. Die­se und vie­le wei­te­re Info­gra­fi­ken schmü­cken nun das Brunnenviertel.

IMG_2144Bevor die Stu­den­ten began­nen, die sta­tis­ti­schen Zah­len in Sze­ne zu set­zen, haben sie den Kiez und sei­ne Bewoh­ner beob­ach­tet. Dabei hat­ten sie her­aus­ge­fun­den, dass das der öffent­li­che Raum eigent­lich nur ein Durch­gangs­be­reich ist. An der Hal­te­stel­le war­ten, Han­dy schau­en, Auto fah­ren – das ist es, was die Men­schen zwi­schen Brun­nen­stra­ße und Nord­bahn­hof­park, zwi­schen dem Bahn­hof Gesund­brun­nen und er Ber­nau­er Stra­ße nach der Beob­ach­tung der Stu­den­ten tun. „Es feh­len die Hal­te­punk­te, die Orte zum Ver­wei­len“, bestä­tig­te Jan-Hen­ning Raff. Das war der Anlass für das Pro­jekt „Popup-Hal­te­punk­te im öffent­li­chen Raum“ der pri­va­ten Uni­ver­si­tät, das vom Quar­tiers­ma­nage­ment Acker­stra­ße mit Mit­teln aus dem Pro­gramm „Sozia­le Stadt“ geför­dert wird.

Die ers­ten öffent­li­chen Gra­fi­ken sind im Herbst im Brun­nen­vier­tel ver­teilt wor­den. Die ers­ten sind bereits wie­der ver­schwun­den. Doch die Uni­ver­si­tät hat das Pro­jekt bereits zum zwei­ten Mal durch­ge­führt, wes­halb es jetzt neue Hal­te­punk­te gibt. Dazu gehört das Wall Gar­den­ning – Mini­gär­ten in auf­ge­schnit­te­nen Fla­schen. Sie kön­nen an einen Zaun gehängt wer­den und sol­len die Nach­barn zum gemein­sa­men Gärt­nern ein­la­den. Auch der Bück-Zäh­ler gehört zu den Ergeb­nis­sen des jüngs­ten Semi­nars von Jan-Hen­ning Raff. Dabei wur­de ein 5‑Cent-Stück auf den Geh­weg geklebt. Ein Zäh­ler regis­triert, wie vie­le Men­schen das Geld­stück auf­he­ben woll­ten und zeigt die Zahl auf einer digi­ta­len Anzei­ge. Auch Bru­no Super­held ist neu im Kiez. Wer möch­te, kann sich Auf­kle­ber beim Quar­tiers­ma­nage­ment in der Acker­stra­ße 16 abho­len, sei­nen auf­ge­sprüh­ten Fuß­spu­ren fol­gen, über die Sprü­che auf den Pla­ka­ten nach­den­ken oder sich im Inter­net ein Pla­kat mit einem eige­nen fre­chen Brun­nen­vier­tel-Spruch erstellen.

Eine Über­sicht aller Hal­te­punk­te gibt es auf einer Kar­te im Inter­net: www.bit.ly/1qirpxs. Bru­no aus dem Brun­nen­vier­tel ist online auf www.ichbinbruno.tk.

Text: Domi­ni­que Hen­sel, Fotos: And­rei Schnell/Dominique Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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