“Berlin mit scharf” – Fünftes Buch der Brauseboys

Buchcover Berlin mit scharf
“Ber­lin mit scharf” – das fünf­te Buch der Brauseboys.

Und Weih­nach­ten wird wie­der geges­sen. Da passt es irgend­wie, dass die Brau­se­boys ihr fünf­tes Buch, das der­zeit aus der Dru­cke­rei aus­ge­lie­fert wird, “Ber­lin mit scharf” genannt haben. Koch­re­zep­te sucht man zwar ver­ge­bens in dem Taschen­buch. Dafür fin­det sich eine Anlei­tung zum Ver­spei­sen des Wed­din­ger Natio­nal­ge­richts: “Der Döner im Wan­del der Zei­ten”. Wei­te­re lebens­prak­ti­sche Anwei­sun­gen zum Über­le­ben im Wed­ding und sei­nem Umland tra­gen die Tex­te zusam­men. Wer das Buch kauft, der hat etwas zum Schmun­zeln oder – falls humor­los – ein Weihnachtsgeschenk.

Einzelvorstellung der Boys

Fünf Autoren schrei­ben in “Ber­lin mit scharf”. Wenn man sie kennt, kennt man das Buch. Hier sind sie:

“Wie ich mal aus gesund­heit­li­chen Grün­den den Wed­ding ver­las­sen muss­te” ist in dem Buch ein Text von Robert Res­cue über­schrie­ben. Der gelern­te Kunst­stoff­form­ge­ber ver­lässt den Wed­ding seit Grün­dung der Brau­se­boys im Jahr 2003 aus Prin­zip nicht.

Vol­ker Sur­mann bekennt, sich im Fried­richs­hain auch wohl zu füh­len – wenn dort nicht gera­de die “Yoga-Krie­ge” toben, über die er im Buch live berich­tet. Dann zieht er sich zurück, um als Inha­ber des Satyr-Ver­lags ein neu­es Buch von sich oder den Brau­se­boys oder weni­ger wich­ti­gen Lese­büh­nen­au­toren herauszugeben.

Brauseboys
Die Brau­se­boys. Von links nach rechts: Vol­ker Sur­mann, Robert Res­cue, Hei­ko Wer­ning, Frank Sor­ge und Thi­lo Bock. Foto: promo

Hei­ko Wer­ning weiß vie­les über Pan­das in Char­lot­ten­burg, aber alles über Geckos in sei­nem Ter­ra­ri­um sowie über Gril­len im Post­pa­ket. Beim Besuch einer schwä­bi­schen “Sport­ver­eins­heim­gast­stät­te”, den er im Buch beschreibt, weiß der taz-Blog­ger wie­der, war­um er gern im Wed­ding lebt.

An den wei­ten Weg nach Reh­ber­ge erin­nert sich Frank Sor­ge, dem das Inter­net gefällt, in dem Buch noch hef­tig. Ganz weit oben trifft er, der in Ber­lin gebo­ren wur­de, zum ers­ten Mal “Das Ora­kel vom Kiez”. Und das emp­fiehlt ihm merk­wür­di­ger­wei­se nicht etwa, einen Ver­ein für krea­ti­ves Schrei­ben zu grün­den, son­dern ver­rät ihm bei­na­he, wer Fuß­ball­welt­meis­ter nicht wird.

Eben­falls in Ber­lin gebo­ren ist Thi­lo Bock. Er hat den Witz nicht im Gespür, son­dern stu­diert. Sei­nen Dok­tor hat er über Hugo Ball, den Laut­dich­ter des 20. Jahr­hun­dert, gemacht. In “Ber­lin mit scharf” ist er es, der immer das gro­ße Gan­ze in den Blick nimmt – also die Stadt Ber­lin statt bloß deren wich­tigs­ten Stadt­teil: “Ber­xit jetzt!”. Das ist kein Tipp­feh­ler, denn nicht Bri­tan­ni­en, son­dern Ber­lin soll kündigen.

Die Brauseboys als Team

Die Brau­se­boys als Team lie­ben das Essen. “Ber­lin mit alles” hieß bereits ein Buch aus dem Jahr 2008. Aber auch die gro­ße Stadt heben heben die Wed­din­ger Lese­büh­nen-Autoren gern in ihre Buch­ti­tel. Ihr ers­tes Buch erschien 2005 und hieß “Pro­vinz Ber­lin”. Und noch ein­mal Ber­lin kam im Titel 2011 vor: “Das ist kein Ber­lin-Buch”. Da fällt “Geschich­ten aus der Mül­ler­stra­ße” von 2015 irgend­wie schräg aus der Rei­he. Viel­leicht weil es nicht wie die ande­ren im Satyr Ver­lag erschie­nen ist?

Wer den Liveact der Boys ihren Tex­ten aus der Druck­kon­ser­ve vor­zieht, der geht don­ners­tas um 20.30 Uhr ins La Luz in den Osram-Höfen – Oudenar­der Str. 16–20, Hof 1, Gebäu­de C. Dann sechs Euro nicht ver­ges­sen, Ermä­ßig­te brin­gen vier Euro mit.

Das aktue­le Buch der Brau­se­boys, “Ber­lin mit scharf – Geschich­ten aus einer unvoll­ende­ten Stadt”, wird Ende Novem­ber vom Satyr Ver­lag an den Buch­la­den an der Ecke aus­ge­lie­fert, hat 192 Sei­ten, ent­hält 36 Lese­büh­nen­tex­te und kos­tet 14 Euro – Audio­links inklusive.

Text: And­rei Schnell, Fotos: promo

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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