Mehr Milieuschutz für Wedding

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Haus mit Balkonen Wollankstraße
Mil­lieu­schutz im Wed­ding soll aus­ge­wei­tet wer­den. Foto: Sula­mith Sallmann

Die Zei­chen ste­hen gut, dass im Bezirk Mit­te wei­te­re Gebie­te mit Milieu­schutz ein­ge­rich­tet wer­den. Kieze, die bis­lang ledig­lich unter so genann­ter Beob­ach­tung stan­den, sol­len nun inten­si­ver unter­sucht wer­den. Dazu lässt der Bezirk bis zum 11. Febru­ar Haus­hal­te in nörd­lich und süd­lich der Sol­di­ner Stra­ße, rund um die Kat­te­gat­stra­ße, rechts und links der Rei­ni­cken­dor­fer Stra­ße um im Umfeld der Gericht­stra­ße befra­gen. Mit der Aus­wei­tung des Milieu­schut­zes erhiel­te der Bezirk für mehr Stra­ßen­zü­ge in Mit­te zumin­dest einen Geneh­mi­gungs­vor­be­halt bei bau­li­chen Veränderungen.

2014 hat­te der Bezirk bereits eine Stu­die ver­öf­fent­licht, in der Ver­drän­gung und Auf­wer­tung in Mit­te erfasst wur­den. Erst zwei Jah­re spä­ter im Jahr 2016 wur­den tat­säch­lich die ers­ten Milieu­schutz­ge­bie­te in Mit­te ein­ge­rich­tet. Der­zeit gibt es in Moa­bit und Wed­ding fünf Mil­lieu­schutz­ge­bie­te. Die Kar­te, die die­se Kieze mit rot ver­zeich­net, ver­mit­telt den Ein­druck bereits schon jetzt sei fast jedes zwei­te Vier­tel unter Schutz gestellt. Ecken, die vor vier Jah­ren bereits ers­te Anzei­chen von Auf­wer­tung und Ver­drän­gung auf­wie­sen, könn­ten nun auf­grund der Ergeb­nis­se der aktu­el­len Befra­gung neu hinzukommen.

Soldiner Ecke Wriezener Straße
Milieu­schutz mög­li­cher­wei­se auch für die Sol­di­ner Stra­ße. Foto: Sula­mith Sallmann

Die Erfah­rung per Post zeigt, dass es lan­ge dau­ern wird, bis tat­säch­lich neue Milieu­schutz­ge­bie­te ein­ge­rich­tet wer­den. Zunächst muss die aktu­el­le Befra­gung aus­ge­wer­tet wer­den. Dann folgt auf poli­ti­scher Ebe­ne die Dis­kus­si­on und Ent­schei­dungs­fin­dung. Ent­schei­dend wird auch sein, wie enga­giert der zustän­di­ge Stadt­rat Ephraim Gothe sich des The­mas anneh­men wird.

Das im All­tag ver­wen­de­te Wort Milieu­schutz bezeich­net eine Rege­lung des Bau­ge­setz­buch im § 172. In der Fach­spra­che wird von sozia­ler Erhal­tungs­ver­ord­nung gespro­chen. Ein Milieu­schutz­ge­bie­te kann fest­ge­legt wer­den, wenn die „Zusam­men­set­zung der Wohn­be­völ­ke­rung erhal­ten wer­den soll“. Aller­dings gehört das Bau­ge­setz nicht zur Sozi­al­ge­setz­ge­bung. Der § 172 sieht nur begrenz­te Ein­fluss­mög­lich­kei­ten für den Bezirk vor. Im Wesent­li­chen geht es dabei um den Geneh­mi­gungs­vor­be­halt durch den Bezirk. Stadt­rat Ephraim Gothe ist zuver­sicht­lich: “Mit dem Milieu­schutz sol­len Moder­ni­sie­run­gen sozi­al ver­träg­lich und behut­sam umge­setzt wer­den, um die Wohn­be­völ­ke­rung im Quar­tier vor Ver­drän­gungs­pro­zes­sen zu schützen.”

Wei­ter­füh­ren­de Informationen

Eine Unter­sei­te im Web­auf­tritt des Bezirks­am­tes infor­miert über den Milieu­schutz

Text: And­rei Schnell, Fotos: Weddingweiser

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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