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“Bau Stück Wedding”: Stadt selber machen!

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Kajetan SkurskiKajetan Skur­ski hat eine ambi­tio­nier­te Idee für sei­nen Wohn­ort: der Wed­ding soll im Rah­men eines Kunst­pro­jekts eine ganz beson­de­re Form von Thea­ter bekom­men. Die Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner sind aber nicht nur die Kulis­se – son­dern die Akteure…


Viel­leicht erzählst du uns etwas zu dei­ner Person?

„Ich bin in Dan­zig gebo­ren und auf­ge­wach­sen, mit acht Jah­ren nach Ful­da gezo­gen und habe dort bis zu mei­nem Abitur vor 3 Jah­ren gelebt. Jetzt bin ich 22. Ursprüng­lich woll­te ich Schau­spiel stu­die­ren, bin statt­des­sen ein­fach nach Ber­lin gezo­gen, zufäl­lig im Wed­ding gelan­det – ich fand die Anbin­dung toll und die Woh­nung war güns­ti­ger und schö­ner als in Neu­kölln -, habe mich an der FU ein­ge­schrie­ben und ange­fan­gen, an ver­schie­de­nen Thea­tern der Stadt zu arbeiten.”

Was ist die Idee hin­ter Bau Stück Wedding?
„Die­ses Jahr habe ich mit mei­nen eige­nen Thea­ter­pro­jek­ten für das künf­ti­ge Stu­di­um der ange­wand­ten Thea­ter­wis­sen­schaft ange­fan­gen. „Bau Stück Wed­ding” ist eines davon. Die Mit­tel des Thea­ters will ich benut­zen, um die Men­schen, die ich nicht ken­ne, aber täg­lich tref­fe, an einen Ort zu brin­gen, um etwas von­ein­an­der zu erfah­ren und im bes­ten Fall zu erschaf­fen. Das ist der gro­ße Unter­schied zum kon­ven­tio­nel­len Thea­ter, bei dem es Schau­spie­ler gibt und Zuschau­er, die nur das Spiel anschau­en. Beim Bau Stück sind alle bei­des  – gleich­zei­tig.  Es geht dar­um, thea­tra­le Pro­zes­se und dra­ma­ti­sche Dyna­mi­ken im öffent­li­chen Raum, also im Stadt­raum zu unter­su­chen und aus­zu­pro­bie­ren, aber auch dar­um, den eige­nen Lebens­raum oder Kiez als Büh­ne zu behan­deln, Thea­ter ist mei­ner Auf­fas­sung nach über­all zu finden.“
Thea­ter klingt für vie­le Wed­din­ger bestimmt sehr elitär…
„Ich möch­te Thea­ter machen, das Spu­ren hin­ter­lässt und sozi­al ist. Das bedeu­tet, dass jeder mit­pla­nen und mit­mi­schen kann und soll. Dafür soll unter dem Titel “Bau Stück – Wed­ding” eine Per­for­mance umge­setzt wer­den, in der ein ‚Baum­haus’ auf einer frei­lie­gen­den, unge­nutz­ten, aber den­noch beleb­ten Flä­che gebaut wird. Hier­für gibt es schon ver­schie­de­ne Vorschläge.“

Also eine Art Kul­tur­zen­trum im Freien?
„Der gemein­sa­me, offe­ne Bau eines sol­chen Baum­hau­ses soll die Nach­bar­schaft stär­ken, ein Treff­punkt sein und im End­ef­fekt ein offe­nes Baum­haus erschaf­fen, das wie eine “open sta­ge” behan­delt wird, auf der jun­ge Musi­ker, Slam­mer, Schau­spie­ler, Klein­künst­ler usw. sich prä­sen­tie­ren kön­nen. Das alles soll ehren­amt­lich und aus eige­ner Initia­ti­ve pas­sie­ren, mit dem Hin­ter­ge­dan­ken, der kom­mer­zi­el­len, fremd­be­stimm­ten Bebau­ung und Sanie­rung der Kieze etwas Eige­nes ent­ge­gen­zu­set­zen. Für mich ist das eine Auf­wer­tung von innen unter dem Mot­to “Stadt sel­ber machen”. Ich kann mir vor­stel­len, dass die­ser gan­ze Pro­zess in Form von kur­zen Fil­men fest­ge­hal­ten wer­den und stück­chen­wei­se ver­öf­fent­licht wird. So kann der Wed­ding dem Rest der Stadt zei­gen: er ist anders und er macht eben doch, was er will.“

Wel­che Unter­stüt­zung brauchst du?
„Ich habe mitt­ler­wei­le gemerkt, dass ich für die Pla­nung und Vor­be­rei­tung Hil­fe benö­ti­ge, weil ich das ganz allei­ne nicht stem­men kann. Ich habe gehört, dass es im Wed­ding vie­le Krea­ti­ve gibt. Bis­her habe ich sie noch nicht ken­nen­ge­lernt, aber das wäre eine gute Gele­gen­heit. Die Kunst und das Thea­ter soll gera­de die­je­ni­gen anspre­chen, die sonst nichts damit anfan­gen kön­nen. Das Pro­jekt hat vie­le Dimen­sio­nen, jeder kann etwas für sich entdecken.Wir brau­chen ein Team, weil wirk­lich sehr vie­le ver­schie­de­ne Auf­ga­ben anfal­len. Viel­leicht gibt es ja ande­re, enga­gier­te, unter­neh­mungs­lus­ti­ge Men­schen, die ger­ne hel­fen wür­den, die ger­ne ein Teil des Teams wären, die Ideen haben und was dazu bei­tra­gen können?”

AKTUALISIERUNG:

Das Bau­Stück zieht von sei­nem ers­ten pro­vi­so­ri­schen Stand­ort am Nord­ufer zum Mett­mann­platz, einer Bau­bra­che im Drei­eck Schiffahrtskanal/Fennstraße/Tegeler Straße.
Mehr Infos zu den Vor­be­rei­tungs­tref­fen auf facebook.com/baustueckwedding

Inzwi­schen wur­de eine Crowd­fun­ding-Initia­ti­ve auf start­next gestartet.

Kon­takt: baustueckwedding@gmail.com

 

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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