Weddingwoche #19: Atze-Musiktheater – Nicht stänkern, sondern handeln

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ATZE MusiktheaterDie Exis­tenz des Atze Musik­thea­ters ist gefähr­det. Der Bezirk Mit­te, der bis­lang für die Betriebs­kos­ten auf­kommt, hat den bestehen­den Nut­zungs­ver­trag nicht ver­län­gert. Begrün­det wur­de der Schritt mit aku­ten Spar­zwän­gen. Gleich­zei­tig schob Kul­tur­stadt­rä­tin Weiß­ler der Stadt Ber­lin den schwar­zen Peter zu. Die kön­ne ja das Gebäu­de über­neh­men und das wich­ti­ge Thea­ter bezu­schus­sen. Mich ärgert die Art und Wei­se, wie hier auf dem Rücken eines der ange­se­hens­ten Kin­der- und Jugend­thea­ter Deutsch­lands ver­sucht wird, von eige­nen Ver­säum­nis­sen abzu­len­ken. Der Bezirk tut fast so, als hät­te ihm das Pro­blem nicht schon seit Jah­ren auf den Nägeln gebrannt. Die Stadt gibt sich empört, obwohl auch sie schon lan­ge wuss­te, dass sich Mit­te das Thea­ter nicht mehr leis­ten kann. Mein Vor­schlag: Schnell zusam­men­set­zen, eine Lösung fin­den, Atze ret­ten. Hät­te man übri­gens schon vor zwei Jah­ren machen können.

Autor: Ulf Teichert

Gastautor

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4 Comments

  1. “Pres­se­mit­tei­lung des ATZE Musik­thea­ters vom 17.5.2013:

    Bezirks­bür­ger­meis­ter Dr. Hanke bekennt sich erst­mals zum ATZE Musiktheater
    Fra­ge der Finan­zie­rung wei­ter offen

    Beim gest­ri­gen Fest­akt zum ers­ten „Fes­ti­val der Kul­tu­rel­len Bil­dung im Wed­ding“ im ATZE Musik­thea­ter gab Bezirks­bür­ger­meis­ter Dr. Chris­ti­an Hanke erst­mals ein öffent­li­ches Bekennt­nis zum Erhalt des Thea­ters am bis­he­ri­gen Stand­ort ab. In wel­chem zeit­li­chen Rah­men der Streit­punkt der Finan­zie­rung zwi­schen Bezirk Mit­te und Kul­tur­se­nat geklärt wird, bleibt lei­der wei­ter­hin offen. Somit bleibt die Exis­tenz des ATZE Musik­thea­ters gefährdet.

    In sei­ner Rede zum „Fes­ti­val der Kul­tu­rel­len Bil­dung im Wed­ding“ am 16. Mai 2013 führ­te Bezirks­bür­ger­meis­ter Dr. Hanke aus: „Wir wol­len, dass ATZE hier im Max-Beck­mann-Saal bleibt und wei­ter­hin als wich­ti­ger kul­tu­rel­ler Netz­werk­kno­ten im Bezirk Mit­te fun­giert. Wir stre­ben mit dem Land Ber­lin eine Lösung an und wer­den Mit­tel und Wege fin­den, um ATZE hier erhal­ten zu können.“

    Mit die­ser Zusa­ge erfüllt der Bezirks­bür­ger­meis­ter die For­de­rung des Thea­ters sich bis Mit­te Mai zur Stand­ort­fra­ge des Thea­ters zu beken­nen. Die zen­tra­le Fra­ge der Finan­zie­rung und vor allem des zeit­li­chen Rah­mens der haus­halts­po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­fin­dung ließ Dr. Hanke unbeantwortet.”

  2. Klar, hät­te der Bezirk schon vor zwei Jah­ren drauf­kom­men kön­nen, aber Tat­sa­che ist auch, dass ihn das Atze fast 500.000 Euro im Jahr kos­tet – Geld das anders­wo im Kul­tur­etat, z.B. bei den Biblio­the­ken fehlt!.
    Dahin­ter steckt das glei­che Prin­zip, dass den Bezirk auch schon zur über­has­te­ten Abga­be des Rat­haus-Turms ans Job­cen­ter und zum schnel­len Abriss der ehe­ma­li­gen Pas­sier­schein­stel­le auf dem Leo trieb: Die Bezir­ke müs­sen dem Senat seit 2010 näm­lich für ihre eige­nen Gebäu­de so eine Art Mie­te ent­rich­ten: Abschrei­bungs- und Zins­kos­ten wer­den mit den Zuwei­sun­gen an den Bezirk ver­rech­net. Beim Abschluss des Miet­ver­tra­ges mit dem Atze sah das noch ganz anders aus!
    Jetzt ist das Atze aber ein­deu­tig kei­ne bezirk­li­che Kul­tur­ein­rich­tung, der Senat för­dert es mit 690.000 Euro im Jahr. Über 100.000 Besu­cher kom­men aus ganz Ber­lin! Der Senat könn­te ganz ein­fach das Gebäu­de (übri­gens das ehe­ma­li­ge Audi­max der TFH) in sei­nen Bestand über­neh­men, genau wie beim Rat­haus-Turm, und die Sache wäre zum Groß­teil erle­digt. Die BIM, die die Senats­im­mo­bi­li­en ver­wal­tet, muss näm­lich kei­ne “Paga­to­ri­sie­rung” (so heißt der Spaß im Ber­li­ner Amtskau­der­welsch) leis­ten. Dann blie­be nur noch die Fra­ge der Betriebs­kos­ten für die Ein­rich­tung offen, die Mit­te seit 2008 übernimmt.

  3. Im Prin­zip ist es doch egal, ob man die Mie­te erlässt oder Zuschüs­se erhöht. Pro Kopf ist eine gewis­se Sum­me an Zuschuss nötig, und die muss auf­ge­bracht werden.

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