Ahoy versus Unicorn – Coworking im Brunnenviertel

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Ahoy versus Unicorn. Collage: Andrei Schnell
Ahoy ver­sus Uni­corn. Col­la­ge: And­rei Schnell

Für Schreib­tisch­tä­ter ist das Brun­nen­vier­tel ein guter Ort. Gleich zwei Cowor­king-Spaces buh­len um Mie­ter. Aus­ge­spro­chen schö­ne Bil­der zei­gen bei­de Anbie­ter auf ihren Web­sei­ten. Da die Prei­se ähn­lich sind und bei­de eine ähn­li­che Lage nahe des U‑Bahnhofs Vol­ta­stra­ße haben, ent­schei­det der sub­jek­ti­ve Ein­druck bei einem Besuch. Da gibt es Unterschiede.

Ahoy!Berlin

Der Ein­gang zum Ahoy kann leicht ver­fehlt wer­den. Geht man beim Pfört­ner durchs Haupt­tor des Gewer­be­hofes in der Watt­stra­ße, dann gelangt man zum fal­schen Auf­gang. Man fin­det dort das Surf­brett, auf dem “Ahoy” zu lesen ist – doch der Ein­gang zum Cowor­king ist hier nicht. Dafür ist man ein­ge­stimmt auf die unschar­fe Gren­ze zwi­schen Frei­zeit und Arbeit, für die die Digi­tal­wirt­schaft bekannt ist. Der rich­ti­ge Ein­gang ist eine klei­ne, schma­le Tür in der Watt­stra­ße 11. Dort führt der Weg durch einen grau­en Haus­flur, in dem es etwas müf­felt – nach Indus­trie und Beton. Dafür ist man um so über­rasch­ter, wenn man schließ­lich die Räu­me des Ahoy betritt. Hier ist es hell, es gibt viel Platz, eine anste­ckend geschäf­ti­ge Atmo­sphä­re ist zu spü­ren und es gibt eine rich­ti­ge Bar, von wo es nach guten Kaf­fee duftet.

Bar im Ahoy. Foto: Andrei Schnell
Bar im Ahoy. Foto: And­rei Schnell

Ahoy befin­det sich auf dem Gewer­be­hof Watt­stra­ße, wo unter­schied­li­che Unter­neh­men auf­ein­an­der tref­fen. Es gibt einen LKW-Ver­mie­ter, einen Halb­lei­ter­pro­du­zen­ten und die Online-Händ­ler und Start-ups. Die Nähe zu den Inter­net-Unter­neh­men ist für Ahoy ein zen­tra­les Argu­ment, war­um man hier einen Schreib­tisch mie­ten soll.

Ahoy!Berlin ver­fügt in der zwei­ten Eta­ge in der Watt­stra­ße 11, nach eige­nen Anga­ben 4.500 Qua­drat­me­ter groß. Ver­mie­tet wer­den Schreib­ti­sche als klas­si­sches Cowor­king, Bespre­chungs­räu­me und auch kom­plet­te Büros. Der Schreib­tisch kos­tet ab 15 Euro (net­to!) pro Tag, das Büro je nach Grö­ße ab net­to 900 Euro pro Monat. Auch ein Ver­an­stal­tungs­saal für 150 Gäs­te kann ab 1000 Euro pro Tag gemie­tet werden.

Mie­ter eines Schreib­tischs kön­nen rund um die Uhr an ihren Arbeits­platz – 24/7 nennt sich die­ser Ser­vice. Zugang zum Büro außer­halb der übli­chen Büro­zei­ten ist über einen Pin­code an der Tür möglich.

Eigen­dar­stel­lung von Ahoy!Berlin auf www.ahoyberlin.com.

Unicorn.Berlin

Bildschirmarbeit im Unicorn. Foto: Andrei Schnell.
Bild­schirm­ar­beit im Uni­corn. Foto: And­rei Schnell.

Das Unicorn.Berlin wirbt mit dem Spruch “Work, Eat, Meet”. Am Stand­ort Brun­nen­stra­ße 64 (ein wei­te­rer Stand­ort ist in der Nähe des Rosentha­ler Plat­zes in Mit­te) ist das Ver­spre­chen “Essen” noch nicht aus­ge­baut. Zunächst gibt es eine klei­ne Tee-Ecke, wo man sich selbst einen Kaf­fee oder eine Tüten­sup­pe heiß machen kann. Wie in einem klas­si­schen Büro. Unicorn.Berlin selbst erklärt in einem Fly­er, die Stär­ke der Filia­le im Brun­nen­vier­tel ist der Ver­an­stal­tungs­saal für bis zu 200 Personen.

Unicorn.Berlin nutzt eine ehe­ma­li­ge Ein­zel­han­dels­flä­che, über die alt­ein­ge­ses­se­ne Men­schen aus dem Brun­nen­vier­tel erzäh­len, dort sei ein­mal der Super­markt Mey­er gewe­sen sei. Betritt man den Laden von der Brun­nen­stra­ße aus, befin­det man sich zunächst in einem gro­ßen Saal. Die Cowor­king-Plät­ze schlie­ßen sich unmit­tel­bar an, nur eine Stell­wand trennt ein wenig ab. Die Bespre­chungs­räu­me sind aller­dings durch Glas­wän­de geschützt, damit ohne Zuhö­rer ver­han­delt wer­den kann. Und es gibt den Bereich, der als Ver­an­stal­tungs­saal genutzt wer­den kann. Die Über­gän­ge zwi­schen den Berei­chen sind flie­ßend. Ein ehe­ma­li­ger Super­markt ist eben im Wesent­li­chen ein rie­si­ger offe­ner Saal.

Auch Uni­corn ver­mie­tet die klas­si­schen Cowor­king-Plät­ze für net­to 15 Euro. Aber es sind auch halb­täg­li­che Buchun­gen mög­lich. Laut Web­sei­te sind Inter­net­zu­gang, Dru­cker, Lounge sowie Kaf­fee und Tee inklu­si­ve. Auch von hier sind es nur ein paar Fuß­schrit­te zur wach­sen­den Digi­tal­wirt­schaft im Brunnenviertel.

Eigen­dar­stel­lung auf www.unicorn.berlin.

Fazit

Die Prei­se sind ähn­lich. Die Lage ist ähn­lich, da sich bei­de nahe der in der Start-up-Sze­ne berühm­ten Fac­to­ry am ehe­ma­li­gen Mau­er­strei­fen und des Tech­no­lo­gie­parks Hum­boldt­hain befin­den. Auch die Aus­stat­tung wie Dru­cker, W‑Lan und so wei­ter ist ver­gleich­bar. Atmo­sphä­risch ver­folgt Ahoy das Motiv Sur­fen – bis hin zur Strand­bar. Uni­corn setzt stär­ker auf Arbeits­at­mo­sphä­re – bis hin zur im Groß­raum­bü­ro übli­chen Tee-Ecke.

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Fac­to­ry
Zukunfts­ort Tech­no­lo­gie­park Humboldthain

Text und Fotos: And­rei Schnell

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

3 Comments

  1. Eine Alter­na­ti­ve, lei­der noch nicht im Wedding:

    Das Share­haus ist Co-Working Space, Nach­bar­schafts­la­den und Ort für kul­tu­rel­le, sozia­le und künst­le­ri­sche Pro­jek­te und Zuhau­se einer himm­li­schen Gesell­schaft. Bei uns gibt es 3 Räu­me in denen du co-worken kannst. Wei­ter­hin vor­han­den: Küche, Toi­let­te, W‑LAN, Drucker/Scanner, Bea­mer, Krei­de- und Magnet­ta­feln. Die Nut­zung erfolgt indi­vi­du­ell auf Spen­den­ba­sis. Kon­takt: Sven Lager sharehaus.berlin@gmail.com

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