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Frühstück und asiatisches Restaurant:
The NOIR: Die neue „Perle“ am Leopoldplatz

19. Juni 2026
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Am Leopoldplatz ist ein bekanntes Café neu gestartet: Im Pavillon vor der Schiller-Bibliothek hat das The Noir eröffnet. Morgens gibt es weiterhin türkische und internationale Frühstücksgerichte, ab Mittag setzt ein vietnamesisches Küchenteam auf asiatische Fusionsküche. Dazu kommt ein aufwendig gestaltetes Interieur, das aus dem kleinen Bau einen überraschend eleganten Ort gemacht hat.

Jahrelang war in dem Pavillon am Leopoldplatz eine Pizzeria zu Hause, danach 17 Jahre lang ein türkisches Frühstückscafé: erst als SIMIT EVI, später als OLD STYLE. „Wir hoffen, dass wir auch so lange durchhalten“, sagt Stefanie. Gemeinsam mit der bisherigen Betreiberin und ihrem Partner Özgür vom Mocchacino Restaurant hat sie nun das The Noir eröffnet.

Der Bezirk hat den Pavillon an der Ostseite des Rathausvorplatzes, direkt vor der Bibliothek, neu vermietet und erhofft sich eine gastronomische Bereicherung rund um den Leopoldplatz. Diese bringt das The Noir tatsächlich mit. Auch die beliebten türkischen Frühstücksplatten bleiben Teil des Konzepts und werde durch moderne Frühstückskreationen ergänzt. Ab 9 Uhr gibt es Eierspeisen, türkische Toasts, herzhafte Avocado-Sauerteig-Stullen, Pancakes und weitere Frühstücksgerichte.

Ab Mittag übernimmt dann ein vietnamesisches Küchenteam. Der elegante, neu gestaltete Ort wird zum asiatischen Restaurant mit Fusionsküche, die Einflüsse aus verschiedenen Richtungen verbindet. Schon kurz nach der Eröffnung kamen viele asiatische Gäste, um das Aushängeschild eines vietnamesischen Restaurants zu testen: die Pho-Suppe. „Wenn Gäste Stäbchen für die Suppe verlangen, wissen wir: Die kennen sich aus“, sagt Stefanie lachend. Bewusst habe man sich für asiatische Fusionsküche entschieden, um am Leopoldplatz einen neuen, anspruchsvollen Akzent zu setzen. Gleichzeitig finden frühere Stammgäste weiterhin türkische Speisen und hausgemachten Kuchen auf der Karte. Abends lockt die schöne Terrasse zum Genuss von Cocktails und Abendessen.

Die Auswahl fällt nicht leicht. Der vietnamesische Chefkoch ist besonders stolz auf seine hausgemachte Frühlingsrolle und die Tom-Kha-Kokosmilchsuppe. Ich entscheide mich für Sommerrollen als Vorspeise und eine Crispy Tofu Bowl als Hauptgericht. Die Bowl sieht nicht nur gut aus, sie schmeckt auch: fein gewürzt, leicht und dennoch sättigend. Der Tofu, der schnell langweilig geraten kann, ist aromatisch gebraten und steht einem Fleischgericht in nichts nach.

Stefanie ist stolz auf ihr Küchenteam. „Unser Anspruch ist es, hochwertige asiatische Küche zu fairen Preisen auch im Wedding anzubieten“, sagt sie. Die studierte Betriebswirtin kommt eigentlich aus der Hotelbranche. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner hat sie sich genau überlegt, welches Potenzial diese verkehrsgünstig gelegene Ecke bietet. Umsteiger aus Reinickendorf finden hier nun ebenso eine anspruchsvolle und dennoch bezahlbare asiatische Küche wie Gäste, die ein elegantes Restaurant mit Café- und Barbetrieb suchen – etwas, wofür der Leo bislang nicht unbedingt bekannt war.

Besonderes Augenmerk verdient das Interieur. „Ich habe vieles selbst gemacht“, sagt die zupackende Chefin. Sie hat tapeziert, die Wände aufwendig gestaltet und sich persönlich um die Möblierung gekümmert. Die Beton-Kassettendecke aus den 1960er-Jahren sollte unbedingt erhalten bleiben. Heute ist sie ein echter Hingucker, dominiert von einer großen Deckenleuchte, die fast schon als Kronleuchter durchgeht. Stefanies und Özgürs Traum wäre noch ein Foodtruck auf dem Platz, an dem Kleinigkeiten zum Mitnehmen verkauft werden könnten. Dem stehen bislang allerdings Bedenken des Denkmalschutzes entgegen.

Was jetzt schon gelungen ist, fasst Stefanie so zusammen: „Wir haben die Perle des Leopoldplatzes geschaffen.“ Das ist selbstbewusst, aber nicht aus der Luft gegriffen. Wer im Wedding einmal etwas anderes ausprobieren möchte, sollte dem The Noir auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

The Noir
Müllerstraße 147

Mo-Do 9 – 22 Uhr, Fr/Sa/So 9 – 23 Uhr

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Morjen

    bei Simit Evi hatte der Pavillon den Charme einer 70’Jahre Kantine, bin trotzdem gerne hin gegangen….
    Die Betondecke sollte auf jeden Fall erhalten bleiben, wer weiß was darunter zum Vorschein kommt ….:)))

    Na demnächst werd ich das mal antesten….

    Gruß

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