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Ringbahnsteig S-Bahnhof Wedding:
Reparaturen im Schneckentempo?

6. Februar 2026
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Foto rechts: Deutsche Bahn

Seit Wochen ist der Schaden am S-Bahnhof Wedding sichtbar – und ebenso die Fragen vieler Anwohnender zum Tempo der Reparaturarbeiten. Ein Leser, der den Bahnhof täglich aus seiner Wohnung in der Lindower Straße beobachten kann, schildert seine Eindrücke der vergangenen Wochen und richtet mehrere Fragen an Bahn, Verwaltung und Politik. Das Ergebnis: ernüchternd.

Leserkommentar

„Von meiner Wohnung in der Lindower Straße aus habe ich einen direkten Blick auf den S-Bahnhof Wedding. Dadurch konnte ich den Fortgang der Arbeiten nach dem Schaden über einen längeren Zeitraum beobachten. Abgesehen von ersten Aufräumarbeiten sowie einer Begehung wenige Tage später waren zunächst keine Instandsetzungsmaßnahmen erkennbar.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich an die S-Bahn Berlin, die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt sowie an den Regierenden Bürgermeister von Berlin gewandt. Zwar erhielt ich von allen angeschriebenen Stellen eine Antwort, diese blieben jedoch sehr allgemein (S-Bahn) beziehungsweise verwiesen auf fehlende Zuständigkeit (Senatsverwaltung und Regierender Bürgermeister). Gerade von Seiten der politischen Ebene hätte ich erwartet, dass entsprechende Hinweise zum Anlass genommen werden, auf eine zügige und transparente Wiederherstellung des Betriebs hinzuwirken.

Auch in den darauffolgenden Wochen beschränkten sich die Aktivitäten vor Ort auf vereinzelte Aufräumarbeiten an wenigen Tagen. Erst vor kurzem haben erneut weitergehende Arbeiten begonnen.

Aus Sicht eines unmittelbar betroffenen Beobachters stellen sich dabei mehrere Fragen:

  • Warum wurde über Wochen hinweg offenbar nur ein sehr begrenzter Arbeitseinsatz geleistet?
  • Weshalb wurden keine konkreten Zeit- oder Zielangaben zur Wiederinbetriebnahme kommuniziert?
  • Warum wurden naheliegende, partielle Öffnungs- oder Übergangslösungen nicht geprüft oder umgesetzt?
  • Weshalb wird von politischer Seite ein Stillstand von über einem Monat nach einem vergleichsweise überschaubaren Schaden offenbar als hinnehmbar betrachtet?
  • Und daran anschließend: Warum scheint es keinen erkennbaren politischen oder administrativen Anspruch zu geben, dem Eindruck eines dauerhaften organisatorischen Versagens aktiv entgegenzuwirken?

Gerade bei zentraler Infrastruktur wie dem S-Bahn-Netz wäre Transparenz, Verbindlichkeit und ein sichtbarer Wille zur Problemlösung ein wichtiges Signal – nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern für das Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Stadt insgesamt.“

Markus Kohl

Hinweis: Ab Montag sollen die S41 und S42 wieder halten

Gastautor

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6 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Die Frage ist auch, weshalb ein abgebranntes, nicht mehr benutztes Aufsichtshäuschen nicht einfach abgesperrt werden kann und die Schließung des ganzen Bahnsteigs zur Folge hat.

    • Dies war begründet damit, dass die Stabilität der ganzen Überdachung nicht gewährleistet ist und deswegen es zu schweren Unfällen kommen kann. Hab so eine einstürzende Überdachung mal miterlebt. Ist echt unschön

    • Weil wir in einem überbürokratisierten Land leben, welches für öffentliche Dienste zu wenig Geld ausgibt. Der dadurch ausgelöste Frust – gespeist auch durch andere Widersprüchlichkeiten – entlädt sich dann in solchen Aktionen – oder wie bei der Bahn in Aggressionen gegen die Greifbaren, die MitarbeiterInnen vor Ort. Das „System“ produziert seine Probleme, die es dann lösen will, selbst.

  2. Wie läuft das denn so? Kommt da die Schlosser Truppe der DB zur Reparatur oder muss das irgendwie ausgeschrieben werden mit anschließenden Vertragsverhandlungen, Vergaben , Planungen, Materialdisposition (vor)Fertigung.. usw..
    Warum hat Herr Kohl das nicht alles beschleunigt?
    Hat sich Herr Kohl auch über die Verursacher ausgelassen und hier etwas gefordert?

  3. Sehr geehrter/ Lieber Herr Kohl,

    vielen, vielen, vielen Dank für Ihr Engagement.
    Sie stellen genau die richtigen Fragen und tun das mit Sicherheit auch „stellvertretend“ für viele Weddinger*innen.

    Ich habe mich schon fast von diesem Bahnhof entwöhnt und die längeren Spaziergänge zum Bahnhof Westhafen gehören mittlerweile wie selbstverständlich zum Alltag.

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