Unsere Autor:innen sind nicht nur im Wedding unterwegs – sie sind mittendrin im Alltag. Im Supermarkt, auf dem Spielplatz oder beim Schlendern durchs Viertel: Überall warten Geschichten, Geräusche, Begegnungen. Und manchmal schreiben uns sogar Leser:innen direkt. So entstehen sie – diese kleinen, echten Kiezmomente. Alles Wedding.

Auf der Suche nach Kiezreportern
Ich dachte immer, die Saure-Gurken-Zeit sei nur im Hochsommer, wenn die langen Sommerferien die Städte leeren; nun stelle ich fest, dass die Glatteistage und die auf den Wetter-Apps angekündigten Niederschläge – und seien sie noch so fein, und eben gerade deshalb -, auch zu leeren Straßen führen und die Tristesse mangels bunter Mützen und Schals über Daunen- und Lederjacken vermehren. Die Einwohner sind lernfähig und wissen um die Laxheit der allgemeinen Streupflichten … (ja, ich stichele!)
Da zieht es mich fast täglich zum Leopoldplatz, Richtung Rathaus und an der Bibliothek vorbei und schon stehe ich erst einmal auf dem Zeppelinplatz, wo normalerweise die Kleinkinder juchzen, und komme mit einer Frau ins Gespräch.
Ich gebe mich zu erkennen und schwärme von den Krähen, die zur Zeit nur einzeln nach Krumen und Nüssen hüpfend auf den Wiesen unter den hohen kahlen Linden suchen, über die ich Kiez-Momente auf weddingweiser.de geschrieben habe. Ja, der agile Schwarm ist vertrieben und die Possen so mancher Vögel sind jetzt rar.
Sie fragt zurück, denn sie habe vom Weddingweiser gehört und auch schon gute Tipps von dort erhalten. Ob sie auch hier wohne und eine Story oder ein Thema habe, frage ich meinerseits.
Wir kommen ins Gespräch, schauen zu den grauen Klettergerüsten rüber und erleben eine Öde mit Stille, hier und da Reste von verkokelten Silvesterraketen. Ihre Antwort ist in etwa: Ich weiß da was, aber wo soll ich den Text dann hinschicken?
Das ist recht einfach adressiert an redaktion (at), erwidere ich knapp, um mit mehr Worten nicht zu verwirren. Und: Wichtig sind die 7 W-Fragen, die man für einen journalistische Artikel abfragen muss: Wer Was Wann Wo Wie Warum Wozu. So wie in der Sesamstraße, nur für Erwachsene, die schon schreiben können, sage ich.
Ein Radfahrer quert mit Karacho den in Metallleisten eingefassten Weg und wir hüpfen kurz zur Seite, die Drehtüren stehen für diese rasante Tour schon einladend weit offen.
„Schreibe doch etwas über Kiezmomente oder einen Ort, der dir besonders lieb ist, einen Ort, an dem etwas Angenehmes passiert, das man gern miterlebt“, sage ich. Sie verspricht, das in Betracht zu ziehen, schließlich liebe sie Kurzgeschichten und die Aufgeschlossenheit der Leute im Wedding.

Also! Hier das Starter-Set dazu…


humorvoll geschrieben, early bird catches the worm, mal sehen, ob die Frau vom Leo überkommt, wie sie in Norddeutschland sagen, also tatsächlich etwas schreibt und schickt.
Das Schöne am Stadtleben ist doch die Vielfalt, und warum sollte nicht jede/r etwas Interessantes erzählen.