/////

5 Türme, mit denen der tiefe Wedding hoch hinaus will

1

Kirche St. SebastianWenn der Wed­ding in einem nega­ti­ven Zusam­men­hang genannt wird, fällt oft die Bezeich­nung „Tie­fer Wed­ding“. Wo genau sich die­ser befin­det, ist schwer zu sagen, aber gemeint ist meist der Wed­din­ger Bereich inner­halb des S‑Bahn-Rings und rund um den Net­tel­beck­platz. Aber auch der tie­fe Wed­ding will ganz hoch hin­aus. Hoch­häu­ser wie der ehe­ma­li­ge Rat­haus-Neu­bau (heu­te Job-Cen­ter) oder das Sche­ring­ge­bäu­de (heu­te Bay­er AG) sind auch von ande­ren Stadt­tei­len aus sicht­bar. Die ältes­ten Kir­chen im Wed­ding sind beschei­den und haben gar kei­ne Tür­me – die Schin­kel­kir­chen Naza­reth im Wed­ding und St. Paul in Gesund­brun­nen (deren Glo­cken­turm wur­de erst nach­träg­lich angebaut).

Humboldthain: Himmelfahrtkirche und Flakturm

(C) Joseph Plotzki
© Joseph Plotzki

Die Kir­che wur­de 1893 am Rand des Hum­boldt­hains an der Brun­nen­stra­ße von August Orth gebaut und hat­te einen 72 Meter hohen Turm. Beim Neu­bau der kriegs­zer­stör­ten Kir­che an einem ande­rem Stand­ort im Hum­boldt­hain wur­de ein 22 Meter hoher Cam­pa­ni­le aus Stahl­be­ton gebaut. In einem archäo­lo­gi­schen Fens­ter kann man sich am alten Stand­ort über die sinn­lo­se Zer­stö­rung der Kir­che in den letz­ten Kriegs­ta­gen infor­mie­ren. Die Platt­form auf dem nahe­ge­le­ge­nen Flak­turm Hum­boldt­hö­he liegt immer­hin 85 Meter über dem Mee­res­spie­gel. Die Beton­an­la­ge wur­de 1941/42 errich­tet, mehr­fach ver­geb­lich gesprengt und 1952 mit auf­ge­schüt­te­ten Kriegs­trüm­mern der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht. Heu­te bie­tet sie die bes­te Aus­sicht auf den Wed­ding und Gesundbrunnen.


Wasserturm im Virchow-Klinikum

Bis 1906 wur­de auf dem Gelän­de des Rudolf-Virchow-Kran­ken­hau­ses von Stadt­bau­meis­ter Lud­wig Hoff­mann ein 48 Meter hoher Was­ser­turm ange­legt – der ein­zi­ge im Wed­ding. Auf dem Kran­ken­haus­ge­län­de kann man den wei­ßen Turm mit 250 m³ Fas­sungs­ver­mö­gen gut sehen.


Neue NazarethkircheNeue Nazarethkirche

Nach­dem die alte Naza­reth­kir­che am Leo­pold­platz zu klein für den schnell wach­sen­den Wed­ding gewor­den war, wur­de im Stra­ßen­block dahin­ter bis 1893 die Neue Naza­reth­kir­che in neo­go­ti­schen For­men, die an mär­ki­sche Back­stein­bau­ten ange­lehnt sind, gebaut. Im Gegen­satz zu ihrer turm­lo­sen Vor­gän­ge­rin ver­fügt die Kir­che über einen 78 m hohen qua­dra­ti­schen Turm mit spit­zem Helm. Heu­te wird das Gebäu­de von einer evan­ge­li­schen Frei­kir­che genutzt.


Osloer Straße Gesundbrunnen und StephanuskircheStephanuskirche

Die 1904 gebau­te evan­ge­li­sche Kir­che an der Ecke Prinzenallee/Soldiner Stra­ße war die Tauf­kir­che von Harald Juhn­ke, der ganz in der Nähe auf­wuchs. Direkt an die Stra­ßen­ecke wur­de der Turm gesetzt. Mit 79 Metern Höhe ist der neu­go­ti­sche Kir­chen­bau durch­aus stadt­bild­prä­gend. Von der Hum­boldt­hö­he, die 85 Meter über dem Mee­res­spie­gel liegt, kann man das Gebäu­de sehr gut sehen.


St. Sebastiankirche

Ein KirchturmEben­falls im Krieg zer­stört, aber bis 1950 wie­der auf­ge­baut: die katho­li­sche Sebas­tian­kir­che ist ein sehr reprä­sen­ta­ti­ves Gebäu­de mit einem bis zu 23 Meter hohen Haupt­schiff (zum Ver­gleich: der Köl­ner Dom hat ein 43 Meter hohes Haupt­schiff). Der 87 Meter hohe qua­dra­ti­sche Turm ist mit einem Spitz­helm abge­schlos­sen. Doch in einem Punkt hält die Kir­che am Gar­ten­platz einen Rekord: mit 87 Metern ist der Kirch­turm der höchs­te Turm im Wedding.

Das ist ja wohl die Höhe!

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.