Frühstück kann ein schnelles Croissant zum Kaffee sein – oder eine Mahlzeit, die sich bis weit in den Mittag zieht. Im Wedding ist inzwischen beides möglich. Vier Cafés zeigen besonders gut, wie unterschiedlich der Start in den Tag aussehen kann: französisch am Martha-Ndumbe-Platz, üppig im Afrikanischen Viertel, türkisch-international am Leopoldplatz oder familiär an der Müllerstraße.
1. Oeuf: Frühstück mit französischem Akzent


Der Name verrät schon, worum sich hier vieles dreht: Oeuf heißt auf Französisch Ei. Das Café an der Reinickendorfer Straße 110, direkt am Martha-Ndumbe-Platz, setzt allerdings nicht auf das klassische Frühstücksbrett mit Käse, Wurst und Marmeladenschälchen. Stattdessen gibt es eine übersichtliche Karte mit französischem Einschlag.
Croque Monsieur mit geräuchertem Schinken, Croque Chèvre mit Ziegenkäse oder das Oeuf Morning Sandwich gehören zu den Klassikern. Bei der „Oeuf Combo“ lassen sich Brot, Zubereitungsart der Eier und Zutaten wie Avocado, geröstete Zwiebeln oder eingelegtes Gemüse selbst kombinieren. Auch vegane Varianten ohne Ei stehen auf der Karte. Dazu kommen Croissants, Kuchen, Kaffee und selbstgemachte Limonade – und wer den Brunch etwas weiter ausdehnen möchte, findet auch Wein und Cocktails.
Das Oeuf passt damit vor allem zu allen, denen ein riesiger Frühstücksteller schon am Morgen zu viel ist. Im Sommer kommt die Lage hinzu: draußen sitzen, auf die Bäume und den Brunnen des Platzes schauen und für eine Weile so tun, als läge der Wedding irgendwo ein bisschen näher an Frankreich.
Oeuf Berlin, Reinickendorfer Straße 110 / Martha-Ndumbe-Platz
2. Morgenmuffel: Für den großen Frühstückshunger


Der Name ist fast eine Einladung an alle, die vor dem ersten Kaffee besser nicht angesprochen werden sollten. Im Morgenmuffel an der Ecke Kameruner Straße/Togostraße spielen Kaffee und Frühstück tatsächlich die Hauptrollen. Charly und Burak haben einen früheren Biomarkt in ein rund 190 Quadratmeter großes Café mit drei unterschiedlich gestalteten Bereichen verwandelt.
Beim Essen orientiert sich das Morgenmuffel stärker an der modernen Berliner Brunchkultur. Der „Best Friends Toast“ ist eine üppige Variante des Avocado-Toasts mit Spiegeleiern und Sprossensalat. Dazu gibt es Eggs Benedict auf Sauerteigbrot mit Hollandaise sowie Pancakes mit Ahornsirup, Nutella oder Apfelmus und Obstsalat. Wer danach immer noch Platz hat, kann sich den regelmäßig wechselnden Torten widmen.
Das Morgenmuffel ist damit der richtige Kandidat für ein Frühstück, das durchaus das Mittagessen ersetzen darf. Und weil aus „Bread & Bar“ inzwischen tatsächlich beides geworden ist, kann derselbe Ort später am Tag noch einmal ganz anders aussehen: Seit Mai 2026 wird hier auch abends ausgeschenkt.
Morgenmuffel Bread & Bar, Kameruner Straße 12
3. The Noir: Türkisches Frühstück trifft Pancakes


Am Leopoldplatz wird schon lange gefrühstückt. 17 Jahre lang war der Pavillon vor der Schiller-Bibliothek erst als Simit Evi und später als Old Style bekannt. Seit Juni 2026 heißt das Lokal The Noir – und verbindet Bewährtes mit einem neuen Konzept.
Die türkischen Frühstücksplatten sind geblieben. Daneben stehen inzwischen Eierspeisen, türkische Toasts, Avocado auf Sauerteigbrot und Pancakes auf der Karte. Frühstück gibt es ab 9 Uhr. Damit spannt das Angebot einen ziemlich weiten Bogen zwischen klassischem türkischem Frühstück und dem, was heute gern unter „Brunch“ läuft.
Auch optisch hat sich der Pavillon stark verändert. Das Interieur wurde aufwendig erneuert, die Beton-Kassettendecke aus den 1960er-Jahren blieb erhalten. Wer länger sitzen bleibt, erlebt sogar einen kulinarischen Schichtwechsel: Ab Mittag übernimmt ein vietnamesisches Küchenteam und serviert asiatische Fusionsküche.
Das The Noir eignet sich deshalb besonders gut für Gruppen, bei denen die Vorstellungen vom Frühstück weit auseinandergehen. Türkische Frühstücksplatte? Pancakes? Avocadostulle? Hier muss sich nicht unbedingt vorher geeinigt werden.
The Noir, Müllerstraße 147
4. Lemy’s Café: Menemen, Gözleme und veganes Frühstück


Nur wenige Schritte vom U-Bahnhof Rehberge entfernt liegt Lemy’s Café. Helles Holz, warme Farben und viel Platz unterscheiden den Laden deutlich von manchem schnellen Café an der Müllerstraße. Entstanden ist der Ort aus der Freundschaft zweier Frauen, die ursprünglich ganz andere Pläne für die Räume hatten.
Zum Frühstück gibt es unter anderem Menemen, Omelettes und französisches Frühstück. Dazu kommen Gözleme, Simit sowie hausgemachte Kuchen und Torten. Seit der Eröffnung wurde das Angebot weiter ausgebaut; besonders gefragt ist nach Angaben der Betreiberin die vegane Frühstücksplatte. Bagels, Brot und Börek werden selbst hergestellt.
Lemy’s ist weniger ein spezialisiertes Brunchlokal als ein Nachbarschaftscafé, in dem Frühstück einen großen Teil des Tages ausmacht. Das passt zum Publikum: Ältere Gäste aus der Umgebung sitzen hier ebenso wie jüngere Leute am Laptop. Wer nur schnell aus der U-Bahn steigt, kann sich etwas mitnehmen; wer Zeit hat, bleibt länger.
Lemy’s Café, Müllerstraße 70b
Eigentlich fehlt damit nur noch die schwierigste Entscheidung des Morgens: aufstehen.
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@blog the article mentions non-vegan foods on these photos, so why the hashtag vegan?
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