BVG-Baustelle Seestraße

Rund um den Bahnhof Seestraße wird gebaut. Ersatzverkehr ist die Folge. Foto: Hensel
Rund um den Bahnhof Seestraße wird gebaut. Ersatzverkehr ist die Folge. Foto: Hensel

AKTUALISIERT An einer der verkehrsreichsten Kreuzungen Berlins wird gerade der BVG-Verkehr total umgekrempelt. Auf dem U-Bahnhof Seestraße fahren die Bahnen Richtung Alt-Tegel anders. Doch auch über der Erde müssen sich Fahrgäste umorientieren: Bis zum 2. Oktober entfällt der Straßenbahnverkehr auf dem Ast zum Virchow-Klinikum, wovon auch die Tramhaltestelle am U-Bahnhof Seestraße betroffen ist.

 

Über der Erde

Bis Oktober erneuert die BVG die Straßenbahngleise zwischen Amrumer und Turiner Straße. 3.800 Meter Schiene und etwa 2.400 Schwellen werden ausgetauscht. Für die Gestaltung als sogenanntes grünes Neues Berliner Straßenbahngleis werden rund 4.500 Quadratmeter Rasenfläche hergestellt. Im Bereich der Turiner Straße werden provisorische Endhaltestellen geschaffen.

Nur noch bis zum 16. September wird die provisorische Endhaltestelle U Seestraße/Turiner Straße genutzt. Ab 17. September fährt auf der Seestraße und der Osloer Straße gar keine Tram, sondern es fahren Ersatzbusse von der Björnsonstraße über U Seestraße zum Virchow-Klinikum. Bis dahin wird die Buslinie 106 aus Schöneberg kommend bis zur neuen Endstelle U-Bahnhof Seestraße/Turiner Straße verlängert, um den Umstieg zu erleichtern. Ab 2. Oktober ist wieder alles wie gewohnt, die Straßenbahn fährt dann wieder ihren gewohnten Linienweg-

Für  Straßenbahnfahrgäste, die nicht den Schienenersatzverkehr benutzen möchten, bedeutet es einen mehrere hundert Meter langen Fußweg von der Turnier Straße bis zur Müllerstraße, wenn sie in die U-Bahn umsteigen möchten.

In einem Nahverkehrsforum wird kritisiert, dass die Totalsanierung des erst 1997 eingeweihten Straßenbahnabschnitts nur wegen falscher Sparsamkeit erforderlich sei. „Der erste (1995 eingeweihte, Anm.d.R.) Bauabschnitt zwischen Björnsonstraße und Louise-Schroeder-Platz war mit der sehr aufwändigen, teuren, aber nahezu unverwüstlichen Bauweise hergestellt worden… Bei der Planung des zweiten Bauabschnitts hatten sich endlich die Sparfüchse und Kritiker durchgesetzt, die immer betonen, dass die großen Vorteile der Straßenbahn in der billigeren und schnellen Errichtung der Infrastruktur liegen. Nun kam eine viel billigere Variante zur Ausführung. Das Ergebnis haben wir jetzt.“

Ärgerlich für die Fahrgäste ist auch, dass die langjährige Sanierung der Bösebrücke mit Einschränkungen im Tramverkehr noch nicht lange zurückliegt. Die BVG hat unsere Anfrage nach dem Zeitpunkt der Bauarbeiten wie folgt beantwortet: „Während der Sperrung der Bösebrücke wurden bereits umfangreiche Arbeiten in der Straßenbahninfrastruktur und an den Kreuzungsbereichen von Straßenbahn und querendem Autoverkehr erledigt. Die jetzt laufenden Arbeiten konnten technisch bedingt nicht zusätzlich parallel stattfinden und hätten die Bauzeit verlängert. Zeitlich waren wir aber an die Planung der Brückensanierung gebunden.“

Unter der Erde

Für den U-Bahnhof hat sich die BVG einiges vorgenommen: In den kommenden fünf Jahren soll der Bahnhof nicht nur barrierefrei ausgebaut, sondern auch von Grund auf instandgesetzt werden. Dank neuer Gleisverbindungen können die Züge in beide Fahrtrichtungen am westlich gelegenen Bahnsteig I halten. In zwei Jahren wechselt der Bahnbetrieb auf den dann sanierten Bahnsteig II. „Die Aufzüge entstehen auf beiden Bahnsteigen in Nähe der bestehenden nördlichen Treppenanlagen in Nähe der Seestraße“, teilt uns die Pressestelle der BVG dazu mit, also gibt es einen kurzen barrierefreien Umstieg zur Straßenbahn. Ein zusätzlicher Treppenausgang entsteht außerdem vom Bahnsteig in Richtung Alt-Tegel zur Ecke Müller-/Amsterdamer Straße.


4 Kommentare
  1. Schade das die Haltestelle Turinerstr. nur provisorisch ist.
    Klar, von Seestraße bis Osramhöfe ist nicht so weit. Aber mit der Haltstelle Turinerstr. kann man so praktisch gleich mitten in den Kiez um die Malplaquetstraße gehen, anstatt den von einem der beiden Enden zu erreichen. Finde das aus diesem Grund gerade sehr toll mit der Baustelle.

    Naja, macht wahrscheinlich aber weder zeitlich noch wirtschaftlich Sinn die provisorische Haltestelle zur dauerhaften zu machen.

  2. Das Verkehrschaos ist komplett, da die Luxemburger zur gleichen Zeit „umgebaut“ wird… ein Traum! 🙁

  3. Wo genau soll denn der neue Ausgang für die U-Bahn entstehen?

    1. Danke für den Hinweis, für den wir die BVG befragt haben. Die Aufzüge werden nahe an der Seestraße gebaut. Der neue Ausgang entsteht in Richtung Alt-Tegel an der Ecke Müllerstraße/Amsterdamer Straße.

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