Der Wedding und die Berlinale

Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding 2016
Ein Ticket für die Berlinale im City Kino Wedding – leider schon zwei Jahre alt. Foto: Hensel

Meinung. Bereit für den Filmmarathon? Morgen beginnen die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Bis zum 25. Februar gibt es am Potsdamer Platz, aber auch in den Kiezen bei der Berlinale Kino satt. Das City Kino Wedding war in den vergangenen zwei Jahren Spielort der Festspiele. In diesem Jahr zeigt das Programmkino in der Müllerstraße leider keine Berlinale-Filme. Doch das ist kein Grund zum Schmollen. Auch das sei ein kleiner Trost: der Wedding sendet sozusagen eine Botschafterin zu den Filmfestspielen.

Roter Teppich von dem City Kino Wedding bei der Berlinale 2017.
Roter Teppich von dem City Kino Wedding bei der Berlinale 2017. Foto: Hensel

Zwei Mal ist die Berlinale zu uns in den Stadtteil gekommen. Vor zwei Jahren sorgte das Kulinarische Kino für volles Haus im City Kino Wedding. Im vergangenen Jahr hieß es dann auch in der Müllerstraße „Berlinale goes Kiez“. Publikum aus der ganzen Stadt und auch internationale Gäste sahen sich im Kino im Centre Francais um. Warum nicht dieses Jahr, könnte man fragen. Man könnte auch verstimmt vor sich hin grummeln. Doch die Idee, möglichst vielen engagierten Programmkinos die Gelegenheit einer Berlinale-Teilnahme zu ermöglichen und deshalb die Standorte zu wechseln, kann man eigentlich nicht wirklich kritisieren.

Glanz für die kleinen Programmkinos

In diesem Jahr fällt der Glanz der Internationalen Filmfestspiele auf das Toni & Tonino in Weißensee, auf die Neuen Kammerspiele in Kleinmachnow, auf die Tilsiter Lichtspiele in Friedrichshain, auf das ACUDkino in Mitte, auf filmkunst66 in Charlottenburg, auf das Neue Off in Neukölln und auf das Kino Casablanca in Adlershof. Möge die Medien- und Zuschaueraufmerksamkeit mit ihnen sein so wie sie mit dem City Kino Wedding waren!

Bei der Leitung des Filmfestivals steht nach dieser Berlinale bekanntlich ein Wechsel an. Auch inhaltliche Veränderungen werden bereits heiß diskutiert. Deshalb ist es nicht sicher, dass alle Reihen und Sektionen erhalten bleiben. Hoffentlich wird nicht gerade die „Berlinale goes Kiez“-Reihe beendet. Das wäre für das Filmfestival und auch für die Kieze ein großer Verlust. Und natürlich wäre es schön, wenn die Berlinale in den kommenden Jahren wieder im Wedding Station machen würde.

Moderatorin der Kiezvorstellungen kommt aus dem Wedding
Anne Lakeberg im Kinosaal.
Anne Lakeberg im Kinosaal. Foto: Schnell

In diesem Jahr entsendet der Wedding übrigens eine Botschafterin zum Filmfestival. Anne Lakeberg, eine der beiden Betreiberinnen des City Kinos Wedding, wird eine Woche lang nach Weißensee, nach Friedrichshain, nach Charlottenburg und in die anderen Kieze fahren, dort die Gespräche im Anschluss an die Filmvorführungen moderieren und die Besucher und internationalen Gäste in dem jeweiligen Kiez willkommen heißen. So wird sie auch das City Kino Wedding ein Stück in die anderen Kieze tragen. Doch das ist nicht alles! Anne Lakeberg ist seit zwei Jahren Teil des Gremiums, das die Wettbewerbsfilme für die Berlinale auswählt. Der Wedding gestaltet die Berlinale also auch mit, wenn hier in diesem Jahr leider kein Festival-Film gezeigt wird.

Tickets und Programm gibt es online unter www.berlinale.de.


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