Entführung in das „Saray“

SarayDie Ecke aller Weddinger Ecken: wo die Müllerstraße auf die Seestraße trifft, ist an ihrer südöstlichen Seite ein Gewimmel von hohen, niedrigen, flachen, alten und neuen Häusern zu finden. Das niedrigste, charmanteste Gebäude ist das kleine Eckhaus, das es wohl schon gegeben haben muss, als der Wedding 1861 zu Berlin kam. Dahinter das Mietshaus, an dessen hoch aufragender Brandwand immer eine Wandwerbung prangt. Die längste Zeit befand sich in dem kleinen Eckhaus eine Schultheiß-Kneipe, die zeitweise „Offene Tür“ hieß und „das“ Symbolbild für den Wedding war.

Seit vielen Jahren befindet sich dort nun statt einer kleinen Kneipe das türkische Restaurant „Saray“, das auch für seinen Döner-Straßenverkauf zur Müllerstraße hin bekannt ist. Ob das dort verkaufte Fleisch vom Dönerspieß wirklich besser schmeckt als an vielen anderen Weddinger Kebap-Läden, soll hier nicht weiter erörtert werden. Tatsache aber ist, dass im langgezogenen, freundlich eingerichteten Gastsaal mit Blick auf die verkehrsumtoste Seestraße eine große Auswahl an türkischen Spezialitäten genossen werden kann. An dieser unfallträchtigen Ecke ist immer etwas los – seien es quietschende Reifen, rumpelnde Straßenbahnen oder lautstark diskutierende Passanten. Großstadtatmosphäre pur. Wer sich die Zeit nimmt, an einem der Tische Platz zu nehmen, kann sich durch die typischen türkischen Speisen durchfuttern.

Als das Restaurant im Mai 2015 durch Unachtsamkeit in Brand geriet, fehlte dem Kiez irgendwie etwas. Doch seit November 2015 ist das Saray, dessen Name übrigens „Palast“ bedeutet und der im Namen der Mozart-Oper „Entführung aus dem Serail“ vorkommt, nach seinem Wiederaufbau offen und an der Müller- Ecke Seestraße gibt’s endlich wieder etwas zu essen und zu trinken.

Historisches Bild der Ecke

türkisches Imbissrestaurant Saray

Müllerstr. 41 / Ecke Seestraße

tgl. 11 – 23 Uhr

 

 

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