Suche Saal. Biete Luftartistik.

Die Schroeckleloecks im Glaskasten - Foto: Schroeckleloecks
Die Schroeckleloecks im Glaskasten – Foto: Schroeckleloecks

Am 31. Januar läuft nach der regulären Kündigungsfrist von 3 Monaten der Gewerbemietvertrag für den Ballsaal im Glaskasten in der Prinzenallee 33 aus. Hintergrund ist der Verkauf des kompletten Hauses durch den bisherigen Eigentümer Zukunftsbau GmbH. Der bisherige Vermieter Zukunftsbau bot den Ballsaal Glaskasten mit einer günstigen Gewerbemiete an. Auf der Suche nach Auswegen sind unter anderem die Artisten Caroline Schroeck und Gilles Le Leuch, die im Kiez durch die Kinderaufführungen „Hammer Show“ bekannt wurden. Die Gewerbemieter Caroline Schroeck und Gilles Le Leuch, die sich die Schroeckleloecks nennen, suchen nun nach Auswegen. Ebenfalls von der Kündigung betroffen ist das afrikanische Restaurant Relais de Savanne. Das Restaurant diente unter anderem dem Deutsch Togoischen Freundeskreis e.V. als Vereinslokal.

Der Glaskasten war auch professioneller Trainingsraum - Foto: Schroeckleloecks
Der Glaskasten war auch professioneller Trainingsraum – Foto: Schroeckleloecks

Für die Luftakrobaten Schroeckleloecks wäre es bereits eine Lösung, wenn eine Zwischennutzung möglich wäre. Die beiden Akrobaten wünschen sich, dass der neue Eigentümer aus München ihnen den Ballsaal für eine gewisse Zeit weiterhin überlässt. Die Zeit, die der Investor benötigt, um die offiziellen Schritte zu schaffen, würden den Artisten der Lüfte vorerst reichen. Die offiziellen Schritte sind der Eintrag ins Grundbuch und die nötigen Genehmigungen für den Umbau.

Die zweite Lösung wäre die Suche nach alternativen Sälen im Wedding. Die beiden freuen sich über Hinweise über große Säle. Die Artisten am Seil und Trapez benötigen einen sechs Meter hohen Saal mit einer Fläche von 150 Quadratmetern.

Im Kiez sind die beiden bekannt durch ihre Zirkusarbeit mit Kindern. „Unser Markenzeichen in der Zirkusarbeit mit Kindern ist es, mit den Kindern in einen professionellen Raum zu arbeiten“, sagen die Schroeckleloecks. Die Aufführungen der sechs „Hammer Shows“ begeisterten viele Menschen. Eine Benefiz Hammer Show im Jahr 2014 brachte 1200 Euro, die einem mexikanischen Krankenhaus gespendet wurden. Ein Video auf YouTube vermittelt einen Eindruck von diesen Aufführungen.

Müssten die beiden Artisten den Wedding verlassen, entstünde nicht nur eine Lücke im Bildungsangebot für Weddinger Schüler. Es wäre auch ein Rückschlag für die Kreativwirtschaft. Caroline Schroeck und Gilles Le Leuch sind professionelle Artisten mit Auftritten in ganz Deutschland. In Berlin waren und sind sie im Chamäleon und im Wintergarten zu sehen. Den alten (oder den neuen) Saal brauchen sie dringend auch für ihr professionelles Training.

Eine spannende Frage ist auch, wie der Verkauf des Glaskasten durch die Zukunftsbau GmbH überhaupt möglich war. Immerhin flossen in 90er Jahren nicht unerhebliche Fördergelder aus Steuermitteln in die Sanierung des Glaskastens. Diese Frage werden lokale Medien mit Recherchemöglichkeiten wie die Berliner Woche sicherlich verfolgen.

Begeistertes Publikum bei den Kinderaufführungen im Glaskasten - Foto: Schroeckleloecks
Begeistertes Publikum bei den Kinderaufführungen im Glaskasten – Foto: Schroeckleloecks

LINKS
Webseite der Artisten Caroline Schroeck und Gilles Le Leuch
Film von der Hammer Show auf YouTube
Geschichte des Ballhauses Glaskasten auf luise-berlin.de
http://www.luise-berlin.de/lexikon/mitte/g/glaskasten.htmDeutsch Togoischer Freundeskreis e.V.

3 comments

  1. Moritz Berger

    Hallo Andrei,

    ich hatte schon geraumer Zeit im Bundesanzeiger nach der Zukunftsbau GmbH recherchiert und damals auch Bilanzen gefunden.
    Zu meiner Überraschung erhalte ich bei Eingabe in die Suchfunktion im Bundesanzeiger keine Angaben mehr.

    Im Prinzip muß jede GmbH ihren Jahresabschluß im Bundesanzeiger veröffentlichen.

    Kann mir derzeit keinem Reim darauf machen.

    Vielleicht finden andere “ Ausgräber “ etwas z.B. wenn sie zum Amtsgericht in der Suarezstr. gehen und dort Unterlagen im Handelsregister durchblättern

  2. Moritz Berger

    „Eine spannende Frage ist auch, wie der Verkauf des Glaskasten durch die Zukunftsbau GmbH überhaupt möglich war. Immerhin flossen in 90er Jahren nicht unerhebliche Fördergelder aus Steuermitteln in die Sanierung des Glaskastens. Diese Frage werden lokale Medien mit Recherchemöglichkeiten wie die Berliner Woche sicherlich verfolgen.“

    Vielleicht schaut man/frau im Bundesanzeiger einmal nach

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne: