Rehberge: Entenpfuhl und Sperlingsee verlanden langsam

Sperlingsee2 (C) Frank Müller
Foto: Frank Müller

Am östlichen Rand des Volksparks Rehberge befinden sich drei eiszeitliche Rinnenseen, die gestalterisch in die Grünanlage integriert sind: der größere Möwensee, der Sperlingsee und der kleinere Entenpfuhl – direkt hinter der Freilichtbühne. Im Möwensee leben zahlreiche Fische, Enten, Blesshühner und andere Vogelarten. Sogar Graureiher kommen regelmäßig “zu Besuch”. Doch die beiden anderen Seen sind biologisch fast tot. Im Sperlingsee gibt es inzwischen nur noch vereinzelt Frösche; vor wenigen Jahren gab es dort noch eine große Kolonie. Der Entenpfuhl ist bereits völlig ausgestorben und verwaist.

Möwensee
Der Möwensee ist noch von Tieren bewohnt

Frank Müller ärgert sich über den Zustand der beiden kleineren Seen: „Besonders der Entenpfuhl ist in den letzten Jahren zu einer Jauchegrube verkommen und stinkt inzwischen ganzjährig vor sich hin. Tiere sieht man nur noch selten.“ Einige Anwohner und Parkbesucher hätten sich schon beim Bezirksamt beschwert, berichtet der 49-Jährige, aber ohne Erfolg. Nun fürchtet der gebürtige Berliner, dass der Entenpfuhl und der Sperlingsee verlanden sollen, weil der Bezirk für eine Sanierung kein Geld hat. Die Entschlammung von Sperlingsee und Entenpfuhl würde rund 500.000 Euro kosten, teilte das Bezirksamt Anfang 2014 mit¹. Und nicht nur dafür fehlen die Mittel: Der Bezirk müsste zur Sanierung der beiden Waldseen ein Konzept erarbeiten lassen. Wie viel allein ein Gutachten kostet, steht in den Sternen. Zudem müssten einige Bäume an den Seen gefällt werden. „Von Amts wegen hat man dies am Möwensee aber bereits bedenkenlos getan, eben um den See und mit ihm viele Tiere zu erhalten“, berichtet Frank Müller.

Den Besuchern stinkt’s

Sperlingsee (C) Frank Müller
Foto: Frank Müller

Fakt ist, besonders der Entenpfuhl “fault” vor sich hin und es besteht dringender Handlungsbedarf. Eine “natürliche” Verlandung im Laufe der nächsten Jahre ist jedenfalls keine Lösung, findet Frank Müller – weder für Mensch noch Tier. Den Parkbesuchern und Anwohnern jedenfalls, stinkt es – und zwar wortwörtlich – inzwischen gewaltig, dass haben Gespräche vor Ort mit Naturfreunden und Anliegern ergeben. Auch an NABU und den BUND haben sich Parkbesucher schon gewandt – ohne dass die Umweltverbände sich darum kümmern konnten.

Nun hat Anwohner Frank Müller ein Schreiben an das Bezirksamt formuliert: „Ich hoffe, dass viele interessierte Bürger beim Bezirksstadtrat Spallek gegen die Verlandung der Seen aus finanziellen Gründen protestieren.“ Dafür hat er einen Entenpfuhl-Protestbrief entworfen, der für den Protest genutzt werden kann.

¹ http://www.berliner-woche.de/wedding/sonstiges/natuerliche-prozesse-in-entenpfuhl-und-sperlingsee-d44475.html

1 Kommentar
  1. eigentlich traurig, dass es mal wieder die bürokratien sind, die eine rasche lösung verhindern.

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