Lesen und lesen lassen: Weddingweiser-Autoren live

Weddingweiser Lesung2(C)F SorgeDer Wedding zwischen Harmonie und Kontroverse – so lassen sich die Erfahrungen zusammenfassen, die die Weddingweiser-Autoren im Laufe der letzten Jahre durch die Reaktionen auf ihre Beiträge sammeln durften. Die Weddinger Sprach-und Lesewoche war ein Anlass, erstmals mit eigenen Texten und Kommentaren an die Öffentlichkeit zu treten und mit Missverständnissen über den Blog aufzuräumen. Sieben Redakteure und Autoren lasen am Sonntagabend vor kleinem Publikum im Kunst- und Kulturverein Mastul e.V. aus ihren Texten vor. Diese zeigten einen Querschnitt zu Themen, die die Weddinger in letzter Zeit bewegen. Dazu kamen atmosphärisch starke oder amüsante Beiträge, die einen Eindruck davon vermitteln, was den Wedding und seine Bewohner so unverwechselbar macht.

Manchmal durchgeknallt

Weddingweiser Lesung(C)F SorgeModeriert wurde die Lesung von Eberhard Elfert, der selbst mit zahlreichen Beiträgen auf dem Blog vertreten ist. Der Clou: um aufzuzeigen, wie manche Diskussion im Netz entgleiten kann, wurden zu einigen Texten auch die Kommentare der Leser oder Facebookfans vorgetragen. Da war alles dabei: vom immer wiederkehrenden Vorwurf, der Weddingweiser sei ein „Schönwetter-Blog“, bezahlt von Immobilienspekulanten (ist er nicht), bis hin zu völlig überzogenen Erwartungen, welche gesellschaftlichen Missstände der ehrenamtlich erstellte Blog unbedingt investigativ aufspüren solle (kann er nicht). Mancher Kommentar ist fast länger als der Beitrag, den er kritisiert, und nur selten wagt sich ein Diskussionsteilnehmer aus der bequemen Anonymität hervor. Latent aggressiv, diskussionsfreudig, manchmal durchgeknallt sind die Weddinger, aber am Ende dann doch meist harmoniebedürftig. Und auch das trägt zu dem typischen Lebensgefühl bei, was den Autoren an ihrem Wohnort so gut gefällt.

Allen Beteiligten hat es jedenfalls Spaß gemacht, Wiederholung nicht ausgeschlossen!

One comment

  1. Pingback: Wir auf der 3. Weddinger Sprachwoche | Soldiner

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