Ronald McDonald Haus: Ein Heim für schwierige Zeiten

Sagen zum 20. Geburtstag Danke: Kinder im Ronald McDonald Haus Berlin-Wedding. Foto: Pressefoto
Sagen zum 20. Geburts­tag Dan­ke: Kin­der im Ronald McDo­nald Haus Ber­lin-Wed­ding. Foto: Pressefoto

Das gro­ße bun­te Haus in der See­stra­ße 28 sieht aus wei­ter Fer­ne aus wie vie­le ande­re moder­ne­ren Gebäu­de in die­ser Gegend. Doch hin­ter das Fas­sa­de ver­birgt sich ein Schatz für vie­le Kin­der und ihre Fami­li­en. Im Ronald McDo­nald Haus Ber­lin-Wed­ding haben bereits mehr als 10.000 Fami­li­en ein Zuhau­se auf Zeit gefun­den. Es ver­fügt über mit 33 Fami­li­en­ap­part­ments und ist deutsch­land­weit das größ­te Haus der McDonald’s Kin­der­hil­fe Stif­tung. Nun ist das Haus 20 Jah­re alt gewor­den – das wird gefeiert.

Cindy Gill leitet das Ronald McDonald Haus Berlin-Wedding. Foto: Pressefoto
Cin­dy Gill lei­tet das Ronald McDo­nald Haus Ber­lin-Wed­ding. Foto: Pressefoto

Egal ob sie aus Deutsch­land, Nepal, Argen­ti­ni­en, Russ­land oder ande­ren Tei­len der Welt stam­men: im Ronald McDo­nald Haus kön­nen sich Fami­li­en zurück­zie­hen, wäh­rend ihre schwer kran­ken Kin­der im nahe gele­ge­nen Deut­schen Herz­zen­trum Ber­lin oder auch auf dem Cha­ri­té Cam­pus Virchow-Kli­ni­kum behan­delt wer­den. „Nähe hilft hei­len“ lau­tet der Leit­satz der Ein­rich­tung. Schon bei der Begrü­ßung durch das Team um Lei­te­rin Cin­dy Gill wird klar, dass in die­ser Ein­rich­tung viel Wär­me und Herz­lich­keit all­ge­gen­wär­tig ist – und das wird gera­de in einem sol­chen Haus drin­gend gebraucht. Cin­dy Gill, seit zwei­ein­halb Jah­ren die Lei­te­rin des Hau­ses in der See­stra­ße, führt her­um. Gemüt­lich ein­ge­rich­tet, fast wie in einem Hotel, ist der Emp­fangs- und Auf­ent­halts­be­reich mit der gro­ßen Gemein­schafts­kü­che, dem Ess­be­reich und dem Pavil­lon samt Kamin und Blick in der Garten.

Unterstützung für Familien mit kranken Kindern
Innenansicht. Foto: Pressefoto
Innen­an­sicht. Foto: Pressefoto

Fotos vie­ler Kin­der, die hier mit ihren Fami­li­en ein Heim auf Zeit fan­den, sind im Trep­pen­haus auf­ge­hängt. In ihnen spie­geln sich vie­le ver­schie­de­ne Krank­heits­ge­schich­ten. Die­se Kin­der und ihre Fami­li­en muss­ten mit schwe­ren Herz­feh­lern oder Herz­trans­plan­ta­tio­nen umge­hen. Auch Eltern von Früh­chen oder von Kin­dern mit Krebs­er­kran­kun­gen waren bereits hier. Die Mit­ar­bei­ter und Ehren­amt­li­chen küm­mern sich um die Kin­der und ihre Fami­li­en, ver­su­chen, ihnen Kraft zu geben und sie nach Kräf­ten zu unterstützen.

Die Arbeit, die im Ronald McDo­nald Haus geleis­tet wird, wird von vie­len geschätzt. Auch die Spon­so­ren und Freun­de des Hau­ses hel­fen des­halb mit eige­nen Hän­den mit. So wur­den die Zim­mer zuletzt zum Bei­spiel fast kom­plett in Eigen­leis­tung reno­viert. Jeden Don­ners­tag kom­men außer­dem ver­schie­de­ne Fir­men, Grup­pen oder Ver­ei­ne, um für die Eltern ein Ver­wöhn-Abend­essen inklu­si­ve Ser­vice anzu­bie­ten. Dabei wird ganz bewusst eine Restau­rant-Atmo­sphä­re erzeugt, damit die Eltern und Ange­hö­ri­gen in die Nor­ma­li­tät ein­tau­chen kön­nen und sich dabei aus­zu­tau­schen kön­nen in der für sie schwe­ren Zeit. Bei schö­nem Wet­ter und gera­de im Som­mer ist der Gar­ten samt Spiel­platz und gro­ßem Grill­platz fes­ter Bestand­teil für vie­le Fes­te für Groß und Klein. Außer­dem gibt es im Sou­ter­rain-Bereich noch ein gro­ßes Spielzimmer.

Eine Gemeinschaftsküche. Foto: Pressefoto
Eine Gemein­schafts­kü­che. Foto: Pressefoto

Raum für Nor­ma­li­tät zu schaf­fen, ist eine wich­ti­gen Auf­ga­be in die­ser Ein­rich­tung. So wer­den die Appart­ments als auch die Gemein­schafts­räu­me von den Bewoh­nern selbst gerei­nigt und Ein­käu­fe eigen­stän­dig erle­digt. Durch die­se Auf­ga­ben rücken die Sor­gen und Pro­ble­me in den Hin­ter­grund, die Eltern tan­ken durch die Ablen­kung Ener­gie für sich und ihr Kind zu tan­ken. Die die Kin­der im Kran­ken­haus benö­ti­gen neben der Behand­lung jede Art von Zuwen­dung und Unter­stüt­zung. Cin­dy Gill erzählt, dass die meis­ten Ange­hö­ri­gen fast den gan­zen Tag im Kran­ken­haus sind und nur zum Schla­fen oder Duschen ins Ronald McDo­nald Haus kom­men. Die meis­ten Fami­li­en blei­ben knapp einem Monat oder weni­ger in der See­stra­ße. Es gibt aber auch Fäl­le, bei denen vie­le Jah­re ins Land gehen und das Ronald McDo­nald Haus zum zwei­ten Zuhau­se wird.

Ronald McDonald Haus – Wie alles begann
Das Ronald McDonald Haus in der Seestraße. Foto: Pressefoto
Das Ronald McDo­nald Haus in der See­stra­ße. Foto: Pressefoto

Ursprüng­lich begann es 1998 mit weni­gen Zim­mern des Deut­schen Herz­zen­trums Ber­lin und der Onko­lo­gie der Cha­ri­té. Was klein begann, wur­de mit Hil­fe der der McDonald’s Kin­der­hil­fe Stif­tung über die Jah­re immer grö­ßer. Der­zeit gibt es 33 schö­ne Fami­li­en­ap­part­ments, dar­un­ter sechs ste­ri­le Appart­ments mit eige­ner Küche. Mög­lich mach­te die­se Ent­wick­lung nicht nur die McDonald’s Kin­der­hil­fe Stif­tung Deutsch­land, son­dern auch das Enga­ge­ment wei­te­rer För­de­rer, durch die  Ange­stell­ten, durch 35 ehren­amt­li­che Hel­fer und zwei Absol­ven­ten eine Frei­wil­li­gen Sozia­len Jah­res, die jede Woche für ein paar Stun­den helfen.

Zum Geburtstag
Die Redner beim Jubiläumsempfang von links: Dr. Micha Wirtz, Eva Padberg, Angelika McLarren, Cindy Gill und Prof. Dr. med. Felix Berger. Foto: My-Linh Kunst
Die Red­ner beim Jubi­lä­ums­emp­fang von links: Dr. Micha Wirtz, Eva Pad­berg, Ange­li­ka McLar­ren, Cin­dy Gill und Prof. Dr. med. Felix Ber­ger. Foto: My-Linh Kunst

Der 20. Geburts­tag des Hau­ses wird natür­lich gefei­ert.  Anfang März gab es bereits einen Jubi­lä­ums­emp­fang, bei dem in ers­ter Linie den vie­len Hel­fern, Freun­den und Unter­stüt­zern Dank gesagt wur­de. Zum Emp­fang kamen auch die Schirm­her­rin, das Top­mo­del Eva Pad­berg , Prof. Dr. Felix Ber­ger (Chef­arzt des Deut­schen Herz­zen­trum Ber­lin) und Dr. Micha Wirtz (Vor­stand McDonald´s Kin­der­hil­fe Stif­tung). Doch es sind noch wei­te­re Aktio­nen geplant. Beim Ber­li­ner Halb­ma­ra­thon am 8. April wird es einen Spen­den­lauf für das Ronald McDo­nald Haus Ber­lin-Wed­ding geben. 20 Freun­de des Hau­ses neh­men an die­sem Lauf Teil, um einen mög­lichst gro­ßen Betrag zusam­men zu bekom­men, der dem Ronald McDo­nald Haus zugu­te kommt.

Ronald McDo­nald Haus Ber­lin-Wed­ding, See­stra­ße 28, Tele­fon: (030) 45 30 760, E‑Mail: haus.berlin-wedding@mdk.org

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