In der Vorweihnachtszeit haben sie es besonders eilig: die Paketboten. Sie klingeln, rufen Namen, balancieren Kartons und verschwinden so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Vor allem in Stadtteilen wie dem Wedding, wo Häuser selten nur ein Vorderhaus haben, sondern auch Seitenflügel, Quergebäude und Hinterhöfe, ist ihre Arbeit eine kleine logistische Meisterleistung.

Nicht immer trifft der Bote in der richtigen Wohnung jemand an. Oft öffnet einfach jemand, der gerade da ist. Das Paket bleibt dann beim ersten Nachbarn, der zur Tür geht. „Ich nehm’s mal an“, heißt es, und schon beginnt eine stille Kette gegenseitiger Hilfe.
Denn irgendwann taucht jemand im Hof auf, leicht suchend, mit dem Abholschein in der Hand. Man fragt nach, tauscht Informationen – und manchmal gleich mehrere Pakete. Wer heute ein Päckchen für den dritten Hinterhof angenommen hat, bekommt morgen vielleicht selbst eines aus dem Vorderhaus zurück. So entsteht im Innenhof eine Art ungeplantes Wichteln: ganz ohne Geschenke zu kaufen, aber mit kleinen Wegen und kurzen Gesprächen.
Man lernt sich kennen, zumindest flüchtig. Namen, Gesichter, Wohnungen. Ein Nicken wird zum Gruß, ein Lächeln zur Gewohnheit. Für einen Moment ist der Hinterhof nicht nur Durchgang, sondern Treffpunkt. Und der Paketstapel im Flur wird zum Anlass für ein wenig Nachbarschaft.
Vielleicht ist das keine große Weihnachtsgeschichte. Aber manchmal sind es genau diese unbeabsichtigten Begegnungen, die die dunkle Jahreszeit ein kleines Stück heller machen.
Zu dieser Geschichte hat mich eine Leserin inspiriert.


Ja, dieser häusliche Paketrummel ist das wirklich süße happy end von dem häufigen Paketkrampf; ….und was dabei alles passieren kann… ..
Aber Hauptsache, der Nachbar mit dem Paket fährt nicht in die Weihnachtsferien, bevor er es an die Empfängeradresse übergab. Das ist dann eine herbe Enttäuschung, wenn Geschenke bis Anfang Januar des Folgejahres verborgen bleiben.
Die schönen Seiten des Wedding 🙂