Vom Eschenbräu in den Livestream: Die „Brauseboys“

Dabeisein ist alles
Werbeplakat in der Uferstraße

Die Brauseboys lassen sich vom Coronavirus nicht unterkriegen! Unter großem Elan wandern sie um ins Internet. Dort unterhalten sie weiterhin jeden Donnerstag um 20.30 Uhr in einem Livestream ihre Zuhörer. Dabeisein ist alles. Denn auf diese Art können mehr Menschen zuhören als sonst im Eschenbräu.  Wer gerne mal einschalten möchte, kann den Livestream auf der Facebook-Seite der „Brauseboys“ finden. Doch wer sind die „Brauseboys“ eigentlich? Wir haben mal nachgefragt.


Zusammengefunden haben sie sich am 20.03.2003 (!). Zunächst nur als Gäste bei anderen Lesebühnen suchten Thilo Bock, Nils Heinrich, Robert Rescue, Frank Sorge, Volker Surmann und Heiko Werning eine „Lücke zum Einsteigen“. So gründete Nils Heinrich das „Laine–Art“ im Wedding, den ersten Veranstaltungsort für die Lesebühne. Die Räumlichkeiten inspirierten die Gruppe dann auch gleich zu ihrem Namen, die „Brauseboys“, denn neben der Lesebühne gibt es nicht nur eine Toilette, sondern auch eine Dusche. Und zum Glück war die Domain Brauseboys.de noch frei!

Mittlerweile treten die „Brauseboys“ schon seit siebzehn Jahren im Eschenbräu (Triftstraße 67) auf. Mit intensiver Teamarbeit und der Vielfalt dessen, was sie einzeln machen, haben sie an Bekanntheitsgrad dazugewonnen. Ihre Lesebühne unterscheidet sich von anderen Lesebühnen insofern, als sie die einzige, wöchentliche Lesebühne im ganzen Wedding ist. Berühmt sind sie auch für ihren Jahresrückblick. Jede Woche werden ein bis zwei Gäste eingeladen, ihre Texte vorzulesen. Damit ist für Abwechslung gesorgt!

Angehenden Schreiber:innen rät Frank Sorge, „viel zu schreiben, das Geschriebene nicht zu verstecken und Strukturen zu schaffen, wenn sie noch nicht vorhanden sind“. Für Jugendliche kann die Teilnahme an Schreibwerkstätten, wie das „Kreative Schreiben“  behilflich sein. Er selbst schreibt vermehrt Kurzgeschichten über den Wedding. Der Wochentakt der Lesebühne gibt ihm genug Motivation, sich Beobachtungen und Geschehnisse zu merken und in seinen Geschichten aufzugreifen.

Dabeisein ist alles

Wo im Eschenbräu nicht viel mehr als fünfzig Menschen das Privileg hatten, den Schreibern zuzuhören, so haben jetzt auch viele neue Interessierte die Möglichkeit dazu: Aufgrund der aktuellen Coronakrise sind die „Brauseboys“ im Livestream auf ihrer Facebookseite vorzufinden. Dort sitzen die Mitglieder um einen großen Tisch herum und plaudern. Um Texte vorzulesen, gehen sie in eine separate Lesekabine. Es gibt zwei Kameras, sodass man gleichzeitig die „Brauseboys“ am Tisch sieht und auch den jeweiligen „Brauseboy-Vorleser“.

Hauptthema des letzten Livestreams, abgehalten am 19. März 2020, war natürlich der Coronavirus: Die Kurzgeschichten und Gedichte handelten von Hamsterkäufen und vom Händewaschen.
Anfängliche Mikrofon-Probleme wurden mit der Zeit unter Kontrolle gebracht, chaotisches Gerede mit allgemeiner guter Stimmung und Humor wettgemacht. Vereinzelt gingen die „Brauseboys“ auch auf Fragen des Publikums ein. Insgesamt hat es um die 100 Zuschauer gegeben. Wer die „Brauseboys“ finanziell unterstützen möchte, kann ihnen gerne einen kleinen Beitrag per Paypal (ahoi@brauseboys.de)  überweisen. Und auch sonst ist jeder herzlich dazu eingeladen, sich mit einer Tasse Tee zurückzulehnen und den Kurzgeschichten und Gedichten der „Brauseboys“ zu lauschen.

Foto: Axel Völcker

Die „Brauseboys“
Jeden Donnerstag um 20:30 Uhr im Livestream auf der Facebook-Seite 

Website: http://www.brauseboys.de/


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