Ins Café Largo zum Wohlfühlen

Eine Metallskulptur zieht sich durch das ganze CaféNanu, wenn man in das Café an der Ecke Utrechter-/Malplaquetstraße eintritt, reibt man sich erst einmal die Augen: da hängt doch unter der Decke… ja, was eigentlich? Eine Metallskulptur, die einen Buckelwal darstellen soll, nimmt fast den ganzen Raum ein. Die anspruchsvolle Gestaltung dieses schönen Ecklokals nimmt vorweg, dass es hier auch um besonders hochwertige Qualität geht.

Malplaquetstraße: Die Ausnahmestraße

AKTUALISIERT 2018 Das Schöne am Wedding ist, dass er eigentlich überall gleich entspannt ist. Hier findet sich Berlin wie unter einem Brennglas, aber ganz ohne das Überdrehte von Prenzlauer Berg, den angestaubten Chic von Charlottenburg oder das Rollkoffer-Geklapper von Kreuzberg. An ganz wenigen Stellen jedoch trifft die typische Weddinger Schmuddeligkeit sogar auf angenehmen Lifestyle, ohne dass gleich ein Riesen-Hype daraus entsteht. Die Malplaquetstraße ist ein solcher Ort –  Ausnahmeerscheinung und typische Wohnstraße zugleich.

Wie so oft im Wedding sollte man sich vom schön klingenden französischen Namen der Straße nicht täuschen lassen: 1891 wurde die Straße, wie die Straßen im ganzen Kiez, nach Ereignissen und Personen des Spanischen Erbfolgekriegs (1701– 1714) benannt. Im nordfranzösischen Malplaquet fand mit 35.000 Toten sogar eine der blutigsten Schlachten der Neuzeit statt.

Kiez rund um den Leo und Osramkiez: Städtische Qualität

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

 

Neue Nazarethkirche
Neue Nazarethkirche

Das namenlose Viertel an der Nazarethkirchstraße zwischen dem Leopoldplatz, der Müllerstraße, der Seestraße und der Reinickendorfer Straße besitzt von allen Weddinger Kiezen mit die geschlossenste Bebauung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die in ein Gewerbe- und Bürozentrum umfunktionierten Osram-Höfe, einst Europas größte Glühlampenfabrik (erbaut 1904-1910), schließen das Viertel nach Norden hin ab.

Leopoldplatz: Schluss mit Klischees

NazarethkirchenVor einigen Monaten bin ich in den Wedding gezogen. Ein Bezirk, dem noch immer so manch einer kritisch gegenüber steht. Vor allem der Leopoldplatz hatte ein schlechtes Image in meinem Bekanntenkreis: Problemkiez, Schmuddelkind, Trinkertreff. So kann man sich sicher vorstellen, dass ich eher mit gemischten Gefühlen zu einem Spaziergang durch den Kiez aufgebrochen bin …