Second Hemd in der Prinzenallee wiedereröffnet

Second Hemd Filiale in der PrinzenalleeVie­le haben ihn ver­misst, nun ist er end­lich wie­der geöff­net: Der Second-Hand-Laden mit dem wohl­klin­gen­den Namen Second­Hemd. In der beleb­ten Prin­zen­al­lee gele­gen, erstrahlt der Laden in neu­em Glanz: Ein abge­stimm­tes Licht­kon­zept, ein fri­scher Anstrich, ein neu­er Boden. Das mag zunächst ganz ein­fach klin­gen, doch das Ergeb­nis kann sich sehen las­sen: Aus dem bereits seit vie­len Jah­ren bestehen­den Laden­ge­schäft konn­te ein neu­er Hin­gu­cker im Wed­ding entstehen. 

“Second Hemd”: Kleidung und ein guter Zweck

Rein oder nicht? Foto: D_Kori
Rein oder nicht? Foto: D_Kori

Kla­mot­ten­lä­den gibt es vie­le, an Second-Hand-Läden besteht kein Man­gel. Auch in den bei­den Wed­din­ger Filia­len von “Second Hemd” kann man (und Frau) qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Klei­dung aus zwei­ter Hand zu güns­ti­gen Prei­sen erstehen.

Das Beson­de­re an den bei­den von der Arbei­ter­wohl­fahrt Kreis­ver­band Ber­lin – Mit­te e.V. (AWO) betrie­be­nen Läden: Sie ermög­li­chen straf­fäl­lig gewor­de­nen Frau­en, ihre Geld­stra­fen abzu­ar­bei­ten und somit eine Inhaf­tie­rung zu vermeiden.

Geld­stra­fen wer­den in der Regel bei rela­tiv “klei­nen” Delik­ten ver­hängt, z.B. Schwarz­fah­ren, Belei­di­gun­gen, Dieb­stäh­le. Doch was tun, wenn man die Stra­fe nicht bezah­len kann? Dann droht eine Inhaf­tie­rung, um die Geld­stra­fe “abzu­sit­zen”. Eine Alter­na­ti­ve bie­tet die von der Arbei­ter­wohl­fahrt betrie­be­ne Ein­rich­tung “IsA‑K (Inte­gra­ti­on statt Aus­gren­zung – Klei­der­werk­statt)”. Die Ein­rich­tung bie­tet Frau­en in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen sowohl die Mög­lich­keit, ihre Geld­stra­fen abzu­ar­bei­ten als auch eine Bera­tung durch eine erfah­re­ne Sozi­al­ar­bei­te­rin. IsA‑K und Second Hemd arbei­ten hier Hand in Hand: Die an die Läden gespen­de­ten Tex­ti­li­en wer­den in der Klei­der­werk­statt auf­be­rei­tet und kom­men dann tip-top in den Laden­ver­kauf. Die Gewin­ne aus dem Ver­kauf kom­men direkt IsA‑K zugu­te. Gegen­wär­tig bie­tet IsA‑K bis zu 30 Frau­en die Chan­ce, dem Gefäng­nis zu entgehen.

Second Hemd hat übri­gens kei­nes­wegs – wie der Name ver­mu­ten las­sen wür­de – nur Hem­den im Ange­bot, son­dern das kom­plet­te Pro­gramm an Damen- und Her­ren­be­klei­dung, dar­über hin­aus auch Schu­he, Heim­tex­ti­li­en sowie (in der Filia­le Plan­ta­gen­stra­ße) Kin­der­ar­ti­kel. Das Pro­jekt lebt von gespen­de­ten Tex­ti­li­en, die gern direkt in den Läden abge­ge­ben wer­den kön­nen. Bei grö­ße­ren Stück­zah­len, oder, falls der Spen­der nicht selbst vor­bei­kom­men kann, wer­den die Klei­dungs­stü­cke nach Rück­spra­che auch von Second Hemd abgeholt.

Second-Hemd-Läden

Prin­zen­al­lee 74 Ecke Oslo­er Str. (Sol­di­ner Kiez)

Mo-Fr 11 – 18 Uhr, Sa 10  16 Uhr

Plan­ta­gen­str. 43 Ecke Rei­ni­cken­dor­fer Str. (Net­tel­beck­platz)

Mo – Fr 12–18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr

www.second-hemd-berlin.de und www.isa‑k.de.

Quel­le: Wahl­kreis-Rund­schau des Abge­ord­ne­ten Ralf Wieland
Ver­wen­dung mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Autors

Wei­te­re Second-Hand-Läden im Wedding:

Die Zweig­Stel­le, Tege­ler Str. 25