St. Paul – Friedhof mit Zukunft

Friedhof St. Paul
(C) HORTEC Esther Bertele

Auf dem Friedhof St. Paul an der Seestraße sollen im Rahmen des Berliner Förderprogramms für Nachhaltige Entwicklung (BENE) auf einer rund 1,2 Hektar großen Teilfläche neue grüne Nutzungen entstehen. Gemeinsam mit Anwohnern, Friedhofsbesuchern, Kitas, Schulen, sozialen und kulturellen Einrichtungen, dem NABU, Künstlerinnen und Künstlern aus der Umgebung sollen die Bereiche Umweltbildung und Naturschutz, Kunst und Kultur auf dem Friedhof entwickelt und neue Angebote und Aufenthaltsqualitäten geschaffen werden. Dazu findet am Samstag, den 22.Februar von 11 bis 12 Uhr eine Infoveranstaltung an der Seestraße 124 statt.

Der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (EVFBS) verwaltet und bewirtschaftet 44 Friedhöfe in Berlin. Durch den Wandel in der Bestattungskultur (Urnen- statt Sarg- Beisetzungen) werden viele Friedhofsflächen nicht mehr oder kaum noch für Bestattungszwecke benötigt, müssten jedoch weitgehend als öffentlich zugängliches Grün im Stadtraum erhalten bleiben. So sollen auf dem Friedhof St. Paul auf einer rund 1,2 Hektar großen Teilfläche grüne Nachnutzungen entwickelt werden, die zu einer verbesserten Aufenthaltsqualität und neuen Nutzungsmöglichkeiten beitragen. Schwerpunkte bilden dabei die Themen:

Naturerfahrung und Umweltbildung:

in Praxis-Workshops, bei Projekt- und Aktionstagen, auf Führungen und bei Vorträgen im ‚Grünen Klassenzimmer‘

Ökologische Aufwertung / Erhöhung der Biodiversität:

durch Anpflanzung heimischer Gehölze, Stauden, Rosen und Frühblüher und Ansaat von Wildblumenwiesen in Verbindung mit einer Reduzierung des Pflegeaufwand bei Mahd- und Schnittarbeiten,
durch Erhalt von liegendem und stehendem Totholz, Altbäumen, Hecken und Strauchpflanzungen,

durch Anlage von Trockenmauern und Benjes-Hecken als besondere faunistische Lebens- und Rückzugsräume und Schaffung weiterer Nistangebote für Vögel und Fledermäuse

Kunst und Denkmal:

Kunstinstallationen • Skulpturen-Werkstatt • Pflege denkmalgeschützter Grabstätten

Die geplanten Maßnahmen und neuen Nutzungsangebote berücksichtigen dabei die Friedhofswidmung (‚pietätbefangener‘ Ort) und die noch in Nutzung befindlichen Grabstätten sowie Bereiche von arten-, natur- und denkmalschutzfachlicher Bedeutung.

Anwohner, Projekte, Initiativen, soziale und kulturelle Einrichtungen, Künstlerinnen und Künstler sollen sich für eine verbesserte Nutzung der Flächen aktiv einbringen.

(C) HORTEC Esther Bertele

Der „St. Paul-Kirchhof I“ an der Seestraße 124 ist einer der drei Friedhöfe St. Paul-Kirchhof I, Nazareth I und Johannes II an der Seestraße in Berlin-Wedding. Eigentümer ist die Ev. St. Johannis Kirchengemeinde. Für die Grüne Nutzung ist der nordöstliche Teil von St. Paul mit einer Größe von rd. 1,2 Hektar des insgesamt etwa 3,74 Hektar großen Friedhofs ausgewählt worden. Neben St. Paul werden im Wedding und in Reinickendorf außerdem Teilflächen des Friedhofs Dorotheestadt III in der Scharnweberstraße 2a und des St. Elisabeth II/Sophien III-Friedhofs in der Wollankstraße 66 gefördert.

Infoveranstaltung zum Friedhof St. Paul

Samstag, den 22.Februar von 11 bis 12 Uhr , Seestraße 124, Treffpunkt siehe Plakat

Hintergrundinfos zum Friedhof

Der Friedhof St. Paul wurde 1866 als letzter von drei Friedhöfen an der Seestraße angelegt. Die Friedhöfe St. Paul, Nazareth I und Johannes II sind durch die parallelen, an einer Längsachse verlaufenden Wege miteinander verbunden und bilden dadurch das Gesamtensemble eines Allee-Quartier-Friedhofs mit einer Gesamtgröße von fast 100.000 m². Heute werden immer weniger Flächen für Friedhofszwecke genutzt und kaum noch neue Gräber angelegt.

Die über 750 Bäume und die vielen alten Rhododendren heben den eher strengen Charakter der Anlage auf. Eine große Eiche und viele ausgewachsene Hecken prägen den östlichsten Bereich des St. Paul-Friedhofs. Hier hat die Bezirksgruppe Mitte-Tiergarten-Wedding des NABU in den letzten Jahren u. a eine Wildblumenwiese angelegt, Vögel und Fledermäuse erfasst und Nistkästen angebracht.

Website Evangelischer Friedhofsverband


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