Scary Podcasts um Geister, Selbstmörder und True Crime gehören auch zu meiner Kolumne Ü 60. Tina Knaus und ihre Mitstreiterinnen Jenny Bins und Nancy Micheels, ein Dreigenerationen-Gespann (70/40/30), widmen sich dem Grusel, dem Horror und dem ungewöhnlichen Ableben.
Frau Knaus lebt schon über ein Vierteljahrhundert im Osramkiez im Wedding und widmet sich in ihrem eben begonnen Dasein als Altersrentnerin dem Herstellen von spannenden Podcasts wie „Ran an‘ Sarg und mitgeweint“.
Mit diesem Titel ist schon eine Menge verraten, aber es wird noch besser und informativer. Hier geht`s weiter zu Twilight, Horrornächten und der Hintergrundgeschichte vom Ganzen.

Tina Knaus (Mitte) und ihre Mitstreiterinnen Jenny Bins (lks.) und Nancy Micheels – Foto: Nancy Micheels
weddingweiser Ein aktuelles Projekt von Ihnen trägt den außergewöhnlichen Titel „RAN AN ’ SARG UND MITGEWEINT“. Wie ist dieses Projekt entstanden?
Tina Knaus Für diesen Podcast habe ich zwei wunderbare Kolleginnen gefunden, die meine Leidenschaft für dunkle, schräge und bewegende Geschichten teilen. Kennengelernt haben wir uns bei den Horrornächten im Filmpark Babelsberg, wo ich über 20 Jahre tätig war – als Schauspielerin und Coach. Dort entstand nicht nur Zusammenarbeit, sondern echte kreative Verbundenheit.
weddingweiser Ihr seid drei Frauen aus drei Generationen. Welche Rolle spielt das für eure Arbeit?
Tina Knaus Das ist tatsächlich etwas Besonderes. Wir sind 70, 40 und 30 Jahre alt – drei Generationen, die eines verbindet: unsere Faszination für die dunkle Geschichte Berlins und Brandenburgs. Diese unterschiedlichen Perspektiven bereichern unsere Arbeit enorm. Während ich auf einen großen Fundus an gesammelten Materialien für Stadtrundgänge zurückgreifen kann, bringen meine Kolleginnen frische Impulse und neue Sichtweisen ein.
weddingweiser Wer sind Ihre Mitstreiterinnen?
Tina Knaus Jenny Bins ist Schauspielerin und vielen durch Engagements bei den Oderhähnen, den Stachelschweinen sowie „Guter Wedding, schlechter Wedding“ bekannt. Heute gibt sie ihr Können als Coach an die Darsteller im Filmpark Babelsberg weiter.
Nancy Micheels ist Tontechnikerin – und war die erste Frau in dieser Männerdomäne im Filmpark Babelsberg. Sie überzeugt nicht nur technisch, sondern auch kreativ.
weddingweiser Worum geht es in eurem Podcast inhaltlich?
Tina Knaus Wir recherchieren in historischen Zeitungs- und Landesarchiven. Uns interessieren True Crime Stories, Lost Places, Geschichten aus der Twilight Zone und bittersüße Begebenheiten aus Berlin und Brandenburg. Besonders fasziniert uns die Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die späten 1920er Jahre. Unsere Geschichten reichern wir mit einer Prise Poesie an – es soll nicht nur informieren, sondern atmosphärisch berühren.
weddingweiser Was erwartet die Hörerinnen und Hörer konkret in den ersten Folgen?
Tina Knaus In der ersten Folge, die seit dem 4. Februar online ist, geht es um Jenseitskontakte und Geisternachrichten. Zwei Wochen später, am 16. Februar, widmen wir uns Mörderballaden.
Die Geschichte, die ich hier anbiete, ist ein Auszug aus unserer dritten Folge: „Vom Berliner ‚Toten Meer‘ zum Mörderfriedhof“. Hier geht es zur Sache, was den Weddinger Plötzensee angeht und um die Zeiten, als der Scharfrichter noch die Köpfe rollen ließ und die Rehberger den „Berliner Schnee“ verscheuerten.
Dieser Podcast zum Weddinger „Toten Meer“ wird am 3. März erscheinen und abrufbar sein, und zwar auf diesen Kanälen: Youtube, Spotify, Deezer, Amazon Music, Podbean und Apple Podcast.
(Die Links zu den Podcasts sind unter dem Text aufgeführt.)
weddingweiser Hinter RAN AN’ SARG UND MITGEWEINT steht ein Team. Wie würden Sie Ihr Zusammenwirken beschreiben?
Tina Knaus Hinter dem Podcast stehen Tina, Jenny und Nancy – drei Frauen, drei Generationen (70, 40, 30) und eine gemeinsame Obsession: das Dunkle, Verdrängte und Vergessene. Kennengelernt haben wir uns bei den Horrornächten im Filmpark Babelsberg – als Scare-Actor-Coaches, Darstellerinnen und Tontechnikerin.
Wo andere Gänsehaut bekommen, begann für uns eine intensive Auseinandersetzung mit Angst, Tod und Atmosphäre. Aus der gemeinsamen Arbeit im Horror-Kontext entwickelte sich ein echtes Rechercheprojekt mit Tiefgang.
weddingweiser Wie wurde aus dieser Zusammenarbeit ein historischer Podcast?
Tina Knaus Wir haben angefangen, systematisch in Landes- und Zeitungsarchiven zu recherchieren. Dabei stießen wir auf historische True-Crime-Fälle, skurrile Begebenheiten und ungewöhnliche Todesumstände. Geschichten, die Berlins dunkle Vergangenheit neu erzählen – jenseits von Legenden, aber niemals ohne Gänsehaut.
Der Podcast ist deshalb keine spontane Idee, sondern eine konsequente Weiterentwicklung unserer Arbeit.
weddingweiser Sie knüpfen an ein früheres Projekt an – welches war das?
Tina Knaus Bereits seit August 2025 ist unser Podcast NUR ÜBER MEINE LEICHE online. In den ersten vier Folgen ging es um den Selbstmörderfriedhof im Grunewald-Forst – einen Ort voller Tragik, Melancholie und vergessener Schicksale.
Mit RAN AN´ SARG UND MITGEWEINT weiten wir nun den Blick: auf die gesamte Berliner „Twilight Zone“. Von Okkultisten und Spiritisten über Seen, Friedhöfe und Lost Places bis hin zu Mord, Mythos und menschlichen Abgründen.
Weddingweiser Besonders interessiert Sie eine bestimmte Epoche. Warum?
Tina Knaus Die Zeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die späten 1920er Jahre fasziniert uns besonders. Das war eine Phase voller Umbrüche, Spiritualismus, Großstadtmythen, Verbrechen und gesellschaftlicher Extreme. Diese Spannungsfelder liefern Stoff für intensive, atmosphärische Erzählungen – die wir mit einem Hauch Poesie anreichern.
Weddingweiser Tina Knaus, Ihr eigener Weg ist alles andere als gewöhnlich. Wo begann die Geschichte?
Tina Knaus Ich wurde im August 1955 in Frankfurt am Main geboren, studierte Geschichte und Kunst und absolvierte eine Schauspielausbildung. Mit 14 Jahren verliebte ich mich bei einer Klassenfahrt in Berlin – am liebsten wäre ich sofort dortgeblieben. Meine Eltern waren weniger begeistert.
Weddingweiser In den 70ern gründeten Sie eine Band. Wie kam es dazu?
Tina Knaus Ich gründete meine eigene Band FLEX-Y-BELL und nahm Platten auf. Als eine der wenigen Frontfrauen stand ich als Sängerin dieser hessischen NDW-Band auf der Bühne – das war damals durchaus ungewöhnlich.
Anfang der 80er wurde mein Berlin-Traum schließlich wahr.
weddingweiser Wie haben Sie Berlin als Stadt erlebt?
Tina Knaus Zunächst lebte ich in einem besetzten Haus in Kreuzberg, traf viele Künstlerinnen und Kreative. Da ich immer Teamworkerin war, entstanden zahlreiche gemeinsame Projekte: Ausstellungen, Hörspiele, Performances, Kabarettshows.
Ich betrieb das erste Punkkaufhaus Kreuzbergs, das KLONDIKE in der Oranienstraße, später mit meinem Bruder den Kondomladen CONDOMI in der Kantstraße. Außerdem veranstaltete ich das AIDS-Benefizkonzert „Come to the Rhythm“.
Parallel arbeitete ich als Tourguide – die Geschichte dieser Stadt hat mich nie losgelassen. Seit 2000 lebe ich im Wedding und liebe die kulturelle Vielfalt dieses Bezirks.
weddingweiser Ihre Arbeit im Filmpark Babelsberg war ebenfalls sehr prägend.
Tina Knaus Ab 2009 erfand ich gemeinsam mit meinem Kreativpartner Andrej Baranow die Horrornächte im Filmpark Babelsberg. Bis 2019 hatten wir gemeinsam die künstlerische Leitung inne.
Wir entwickelten als Gesamtpaket das Konzept, entwarfen Kostüm- und Maskenbilder, gestalteten mit der Ausstattungsabteilung die Sets und leiteten Castings sowie Coachings. Diese intensive Arbeit an Atmosphäre, Dramaturgie und Inszenierung fließt heute unmittelbar in unsere Podcasts ein.
weddingweiser Was treibt Sie heute an?
Tina Knaus Neugier. Und die Lust, verborgene Geschichten hörbar zu machen. Für Neues ist man nie zu alt – und Begeisterung kennt kein Geburtsjahr.
weddingweiser Sie sind Jahrgang 1955 – viele genießen einfach ihren Ruhestand. Sie starten einen Podcast und bewegen sich in weiten Genres. Wie kam es dazu?
Tina Knaus Als echte Boomerin versüße ich mir mein Rentnerdasein mit etwas, das mich schon immer begeistert hat: Storytelling. Seit einiger Zeit produziere ich Podcasts zur ungewöhnlichen und kuriosen Berliner Geschichte – zur Geschichte neben der Geschichte.
Für mich war klar: Für Neues ist man nie zu alt. Und begeisterungsfähig war ich schon immer.
Link
RAN AN´SARG UND MITGEWEINT

Es geht um die Nekropole Berlin, Twilight Zone, geheimnisvolle Orte und Lost Places, Friedhöfe, historische True Crime Stories, Storytelling über die mystisch- bittersüße Berliner Geschichte, skurrile Begebenheiten und ungewöhnliche Todesumstände.
FOLGE 1 Jenseitskontakte und Geisternachrichten
Um die Jahrhundertwende bis in die 20er Jahre entwickelte sich Berlin zum Hotspot der Okkultisten- und Spiritisten Szene. Selbst Aleister Crowley und die damals hochverehrte Hellseherin Madame Sylvia scharten hier massenhaft Anhänger um sich.
Auf der Suche nach dem Übersinnlichen und Jenseitskontakten gerieten einige in die Hände skrupelloser Geschäftemacherinnen, falscher Propheten und eierlesender Scharlatane. Ja, Ihr habt richtig gehört, man las aus Eiern die Zukunft. Kurioses und Skurriles wie die True Crime Stories um das Blumenmedium Anna Rothe oder des Präsidenten der okkultistischen Volkshochschule Friedrich Weber Robine und anderer zwielichtiger Gestalten haben wir in historischen Zeitungsarchiven für Euch recherchiert.
Für einige Protagonisten endete ihre Karriere vor Gericht, für andere im Sarg.
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FOLGE 2: Mörder Balladen
Die Suche nach dem Übersinnlichen spielt auch in dieser Folge die Hauptrolle. Diesmal entführen wir Euch in die mystische Seenlandschaft Berlins.
Wassergeister, Nixen und Undinen besiedeln angeblich alle der 50 Berliner Seen. Literarisch inspirierend für Schriftsteller und Poeten gestern und heute, melancholisch, bittersüß zu allen Jahreszeiten sind sie allemal für jeden, der schon mal an ihren Ufern stand.
Doch wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Vom Badespaß, der tödlich enden konnte, bis zu den Schüssen im Strandbad Wannsee, dem kuriosen Zwickel Erlass, von namenlosen Wasserleichen und einem echten Zaubermord an einem Potsdamer Geistersee berichten wir Euch heute ebenso, wie von Ophelia, der schönsten Wasserleiche der Weltliteratur, die auch Nick Cave inspiriert haben muss, als er seine Mörderballaden schrieb.
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Folge 3: Vom Berliner „Toten Meer“ zum Mörderfriedhof
Sagenumwoben ist die Gegend rund um den Plötzensee im Berliner Wedding. Warum der See den Beinamen „Totes Meer“ erhielt und warum die Rehberger den „Berliner Schnee“ verscheuerten, so mancher im „Nasenquetscher“ landete, nachdem die „Armesünderglocke“ läutete, erzählen historische Zeitungsartikel, die wir in Archiven fanden. Ein gruseliger Ort zu Zeiten, als der Scharfrichter in Plötzensee noch die Köpfe rollen ließ, war der heute verschwundene Lost Place des Mörderfriedhofs der Strafanstalt Plötzensee.
Hier landeten die Hingerichteten, nachdem sie ihre letzte Nacht in der Mörderzelle zugebracht und ihre Henkersmahlzeit verzehrt hatten.
Wer waren diese Toten, die durch Mord und Todschlag grausame Berühmtheit erreichten und wie waren ihre letzten Stunden in der Mörderzelle? Videolink
Folge 4: Das Leben hat nicht eben süß geschmeckt
Versteckt im Berliner Grunewald liegt der Selbstmörderfriedhof Grunewald Forst, der auch den Beinamen „der Friedhof der Namenlosen“ trug. In vier Folgen haben wir bereits im Podcast NUR ÜBER MEINE LEICHE von diesem melancholischen Lost Place berichtet, doch viele Schicksale blieben unerwähnt, deshalb besuchen wir diesen verwunschenen Ort noch einmal.
In einigen Jahren soll dieser Friedhof entwidmet werden, Bestattungen finden schon heute nicht mehr statt. Deshalb ist es uns ein Anliegen, diesen einzigen Selbstmörderfriedhof Deutschlands vorzustellen, vielleicht kann man ihn ja doch noch retten.
Folge 5: Da wird lebendig ein alter Fluch- Das Spukschloss im Grunewald.
Die mystische Seenlandschaft, die geheimnisvollen Wälder und ein einsames Jagdschloss im Grunewald sind die besten Zutaten für Spuk- und Geistergeschichten, wie sie die Berliner und Brandenburger lieben. Wie das Jagdschloss zum Spukschloss und eine schöne Mätresse zum Schlossgeist wurde und wie die höfische Sittlichkeit zur skandalösen Unsitte mutierte, erzählen wir in dieser Folge. Ob es bei Joachim II. und seiner schönen Gießerin Anna Sydow schon so heiß hergegangen ist, wie am zweiten Januarwochenende 1891, als 15 hochadlige Mitglieder des Kaiserhofs das einsame Jagdschloss zum erotischen Lustschloss umfunktionierten, darüber können wir natürlich nur spekulieren, aber kaum vorstellbar. An Skurrilität ist die Story des kaiserlichen Swingerclubs jedenfalls kaum zu toppen. Erlebt die Schadenfreude, die die Berliner empfanden, als sich die sogenannte „kaiserliche Rudelei“ zu d e m Sexskandal des Kaiserreichs ausweitete und bei dem ein Teilnehmer bedauerlicherweise auf der Strecke blieb und im Sarg landete.
Folge 6: Auf ewig Dein
Vergessene Gräber, Mumien und verschwundene Friedhöfe sind die heutigen Themen unseres Podcasts. „Bis in alle Ewigkeit“ sollte die Erinnerung an die Toten währen, doch der Moloch Großstadt verschlang selbst ganze Friedhöfe. An manchen Stellen geht man heute im wahrsten Sinne über Leichen, die so lange vergessen unter dem Asphalt ruhen, bis sie Bauarbeiten ans Tageslicht bringen. Echte Grufties ruhen dagegen in Kirchengewölben, wenn sie nicht von Spaßvögeln gekidnappt und als gruseliger Morgengruß in einer U-Bahnstation landen. Ob im Prunk- oder Leihsarg bestattet, ob in der Edelkarosse oder auf dem Armesünderkarren transportiert, für die letzte Reise sorgten die Bestatter. Auf die Liegefristen und deren Ablauf achteten preußisch genau Gemeindevorstände und Verwaltungen. Pfiffige Berliner fanden trotzdem manchmal Mittel und Wege diese zu umgehen, deshalb sind versteckte Grabsteine, mitten im Großstadtgetriebe unsere heutigen Geheimtipps. Einer kündet von der Liebe zu den Armen, ein anderer von einer Liebe über den Tod hinaus.
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Folge 7: Eine Dosis Schauer – Die Berliner Morgue
Diese Folge handelt von einem Sarg ohne Leiche, einem Bügelbrett mit Sarg und unbekannten Leichen in der wohl einstmals schaurigsten Sehenswürdigkeit Berlins. Wer hier nicht das Gruseln lernte, dem war nicht mehr zu helfen. Vom Kutscher, der hier mal schnell seine Mittagspause verbrachte, bis zum Schulkind, von der Fabrikarbeiterin bis zum Kommerzienrat, sie alle erregte der makabere Anblick, der hinter einer Glaswand ausgestellten Toten, deren ungeklärte Identität, durch die Zurschaustellung aufgeklärt werden sollte. Die Sensationslust der Berliner ist legendär und Grund genug, so oft wie möglich vorbeizuschauen, um sich eine gehörige Dosis Schauer abzuholen, aber es gab auch die zahllosen Besorgten, die einen geliebten Menschen vermissten. Ging mal wieder Einer oder Eine im Großstadtgetriebe „verschütt“, und kehrte nicht heim, so führte der erste Weg der besorgten Angehörigen hier her, wo so manches Schicksal als Unfall- Mord- oder Selbstmordopfer auf dem Seziertisch endete. Unweit entfernt von der Berliner Morgue gab es ein weiteres, vergessenes Geheimnis, die berühmt, berüchtigte „Insel der Seligen“ mit dem Eintänzer vom Leichenschauhaus, der dort seinen unheimlichen „Danse Macabre“ aufführte, was besonders einsame Witwen verzückte. Seid also bereit für diese gehörige Dosis Schauer!
Folge 8: Um Kopf und Kragen – Die Henker von Plötzensee
Einer musste den Job ja machen! Der Scharfrichter folterte und vollstreckte im Auftrag des Gesetzes, kümmerte sich aber auch um andere unangenehme Aufgaben, die in einer Gesellschaft anfallen, zum Beispiel: Abdeckerarbeiten, Aussätzige vertreiben, Hunde einfangen, Tiere kastrieren, Schriften verbrennen, Kloaken und Gefängnisse säubern, Galgen bauen, Dirnen kontrollieren – zumindest bis ins 18. Jahrhundert. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert reiste der sogenannte „Meister Hans“ eher durchs Land und ließ die Köpfe rollen. Auch in der Strafanstalt „Plötze“, dem Berliner „Sing-Sing“ spielte der Henker zusammen mit dem Angeklagten die Hauptrolle, in diesem makaberen Spektakel vor wenigen, geladenen Zeugen. Kein Vergleich zu den volksfestartigen, öffentlichen Hinrichtungen vergangener Zeiten mit 10.000den Zuschauern und „Galgenwürstchen“.
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Sehr schöner Tipp. Danke dafür. Ich liebe scary stories, aber meistens kommen sie aus England oder den USA. Ich habe mir schon oft gedacht, warum denn in die Ferne schweifen…?! Freue mich über den lokalen Bezug und bin gespannt. Und Tina Knaus‘ Lebensgeschichte hat gleich noch ein bisschen Nostalgie in mir ausgelöst, das alte Berlin, NDW und so :-).
PS: zwischen 40 und 30 liegt kein Generationsprung, aber Dreigenerationengespann klingt natürlich gut 😉
Ja, die 3 Generationen, mit einem Bezug auch auf die Zeit vor der Wende und Wiedervereinigung.