Der Bezirk wächst – und mit ihm die Herausforderungen im täglichen Zusammenleben. Besonders im Wedding, wo die wenigsten Menschen ein Auto besitzen, ist der öffentliche Raum knapp und hart umkämpft. Deshalb untersucht das Bezirksamt Berlin-Mitte die Umsetzbarkeit sogenannter Kiezblocks – verkehrsberuhigte Wohngebiete, die den Durchgangsverkehr reduzieren und so für mehr Verkehrssicherheit, Ruhe und Aufenthaltsqualität sorgen.


Jetzt geht es los: In der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung sind Anwohnende und Interessierte gefragt. Eure Ideen und Argumente sind wichtig: Welche Straßen sind besonders belastet? Wo braucht es mehr Platz für Fußgänger:innen, Radfahrende oder Spielmöglichkeiten? Welche Stellen empfinden Autofahrende als problematisch? Wie schwer ist es, dort einen Parkplatz zu finden?
Bezirksstadtrat Christopher Schriner betont: „Die Umgestaltung des öffentlichen Raums kann nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort erfolgen. Deshalb ist es entscheidend, dass sich möglichst viele an der Planung beteiligen.“



Kritiker:innen der Kiezblocks beschweren sich gerne über fehlende Beteiligung - vor alle, auch auf unseren Social Media-Kanälen. Auf Veranstaltungen oder Beteiligungswerkstätten hört man die kritischen Stimmen aber selten. Jetzt aber können aber alle, die zur Diskussion etwas beitragen möchten, wirklich aktiv werden: Bis zum 7. April können alle ihre Vorschläge online einbringen. Die Ergebnisse fließen in die weitere Planung ein. Später folgen konkrete Entwürfe für 24 Kieze, die dann erneut öffentlich diskutiert werden – online und vor Ort.


Wir haben die Seite zu den Kiezblocks schon einmal für euch getestet. Man kann in jedem Kiez angeben, welche Beziehung man zu dem Gebiet hat (wohnen, arbeiten, oder auch nur durchqueren). Anschließend lassen sich häufig genutzte Strecken auf der Karte eintragen, bei denen man gefährliche Stellen oder Einschränkungen markieren kann - je nachdem, ob man mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist. Es ist also an die Interessen aller Verkehrsteilnehmenden gedacht, und nicht nur an die einiger weniger. Zu guter Letzt kann man auch vorschlagen, welche bislang vernachlässigten Ecken mit Bänken, Begrünung oder anderweitig aufgewertet werden sollten.
Jetzt mitmachen und den Wedding lebenswerter gestalten! Alle Infos und die Beteiligungsmöglichkeit findet ihr auf der Webseite der Kiezblocks Mitte.
Wieder hat sich Stadtrat Schriner eine neue Form der „Bürgerbeteiligung“ ausgedacht und simuliert hiermit ein Verfahren, in dem „alle mitgenommen“ werden. Jeder kann von überall teilnehmen, die Frage des „Ob“ wird überhaupt nicht gestellt… Es bleibt aus meiner Sicht dabei. Der Stadtumbau zu Lasten des Autos geht weiter, profitieren tun jüngere, mobile, beruflich bessergestellte Menschen. Die Kieze werden sich verändern, homogener, reicher! Kann man wollen, dann aber bitte auch so sagen und nicht verschwurbelt hinter Worten wie „Flächengerechtigkeit“, „Neuaufteilung des öffentlichen Raumes“ usw. verstecken.
Ich habe versucht dieses Beteiligungstool zu nutzen, und irgendwie habe ich es nicht geschafft. Ja, ich habe die standardisierten Fragen beantwortet. Aber ich hätte gerne konkrete Hinweise gegeben, wie: Die Schwyzer Straße ist für Radfahrer unbenutzbar, weil sie völlig verstopft ist durch ruhenden Verkehr, Lieferverkehr und Autos, die die Oberschule anfahren. Kann man sowas irgendwo angeben?
Wir werden uns alle Pferde anschaffen, ach geht ja auch nicht, belastet ja auch die Umwelt . Man sollte mal bei den Großen anfangen und dann bei dem kleinen Volk. Viel wichtiger sind unsere Straßen, die verdrecken nämlich. Meine Meinung.
In der Stadt beansprucht fast jedes Auto mehr Platz als die Wohnung, in der sein Besitzer-Haushalt wohnt (Parkplatz je 25qm gesetzlich vorgeschriebene Fläche x 4 Stockwerke = kostet nach Mietpreisspiegel:
rund 10.000 € Subvention pro Jahr – nur für einen Parkplatz
(Jedes Auto braucht statistisch 2,5 Parkplätze: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit …)
Der knappe verfügbare Platz ist der Allgemeinheit enteignet und für Autos privatisiert.
Voll bei Ihnen!
jup, können wir uns eigentlich nicht leisten.
Tolle Sache.
Bitte mehr von diesen Kiezblöcken.
Der Modalfilter in der Lynarstraße ist ein Segen! Eine massive Verbesserung zu vorher, als die Lynarstraße eine gefährliche Raser- und Schleichstrecke war.
Für die vielen Kinder, Familien und Radfahrenden (ebenfalls viele Kinder mit Eltern) einfach nur großartig.
Weiter so, Herr Schriner! *Daumen hoch*
Des einen Freud-des anderen Leid!
Schön, dass sie den Modalfilter in der Lynarstr. begrüßen! Im Gegensatz dazu werden die Autofahrer aus dem Bereich Nordufer-Samoa-Kiautschou-Tegeler. gezwungen, große Umwege zu fahren, um bestimmte Ziele zu erreichen, denn ein Linksabbiegen auf die Fennstr. ist nicht gestattet, die Triftstr. ist gegenläufige Einbahnstraße, die Genter Str. Fahrradstr. usw.
Insofern ist es für mich als direkt Betroffener halt sehr umständlich und aufwändig und eher umweltschädlich, meine Ziele zu erreichen!
Für mich als Autofahrer genauso!
Dennoch ist der jetzige Zustand besser als vorher, weil es nun sehr sehr viel sicherer ist. Ich nehme den Umweg um aua dem Kiez herauszukommen gerne in Kauf. Dafür ist die lebensgefährliche Raserstrecke Lynarstraße nun endlich Vergangenheit!
Ich finde es erfrischend von Autofahrern so eine differenzierte Meinung zu lesen. Man hat ja das Gefühl dass es nur nich gegeneinander geht.
Ich möchte mich gern beteiligen, erhalte aber eine Fehlermeldung: 403 - Forbidden, wenn ich auf den Beteiligungsbutton klicke. Da ist wohl nich nicht alles freigeschaltet, auf der verlinkten Website.
Kiezblock Brunnenstraße West. Durchgehende Parkraumbewirtschaftung. Auch diese in Straßen ohne Anwohner, bspw. Gustav-Meyer-Alle (hier wohnt kein Mensch, Konsequenz: Fortfall von sicher mehr als hundert Parkplätzen, früher lediglich Werktags von Mitarbeitern auf dem ehem. AEG-Gelände genutzt. Gleiche Situation in Teilbereichen der Hussitenstraße, Anwohner vielleicht ein Schulhausmeister. Außer wenigen Radfahrern dürfte hier kein Mensch einen Kiezblock wollen. Online Einbringen für alte Leute nicht machbar. Würde man es ernst meinen mit der Bürgerbeteiligung, müßten alle Anwohner postalisch angeschrieben werden nebst Fragebogen.