Nach längerer Verzögerung beginnt der Bezirk Mitte mit der Umsetzung von vier Kiezblocks. Zwei davon liegen im Gesundbrunnen: der Soldiner Kiez Ost und der Soldiner Kiez West. Statt Pollern und baulichen Sperren setzt der Bezirk vor allem auf neue Einbahnstraßenregelungen.

Im Soldiner Kiez Ost sollen der westliche Abschnitt der Soldiner Straße, die Biesentaler Straße und die Steegerstraße zu Einbahnstraßen werden. Im Soldiner Kiez West ist eine Einbahnstraßenregelung in der Koloniestraße zwischen Soldiner und Osloer Straße vorgesehen. Die Maßnahmen sollen den Durchgangsverkehr verringern und die Wohnstraßen ruhiger und sicherer machen.

Vom Stopp zum Kompromiss
Ursprünglich sollten im Rahmen des Modellprojekts „Kiezblocks für Mitte“ zwölf Quartiere verkehrsberuhigt werden. Nach einem umfangreichen Beteiligungsverfahren zog die Senatsverkehrsverwaltung im Mai 2025 jedoch die Finanzierung zurück und forderte den Bezirk auf, die Planungen zunächst einzustellen. Als Begründung nannte der Senat mögliche Nachteile für Lieferverkehr, Müllabfuhr, Rettungsdienste und den öffentlichen Nahverkehr. Außerdem wurde befürchtet, dass sich der Autoverkehr lediglich in benachbarte Straßen verlagern könnte. Das führte zu Protesten.

Nach weiteren Gesprächen einigten sich Senat und Bezirk im Herbst 2025 auf eine deutlich kleinere Variante. Statt zwölf werden nun vier Kiezblocks in Mitte umgesetzt. Auf Pollerreihen und andere größere bauliche Eingriffe wird weitgehend verzichtet. Die Verkehrsberuhigung erfolgt vor allem durch veränderte Fahrtrichtungen und Einbahnstraßen – also eigentlich kein Kiezblock, sondern Maßnahmen, die es auch früher schon häufig gab.
Weniger Abkürzungsverkehr



Diese Straßen werden stellenweise zu Einbahnstraßen.
Der Bezirk begründet das Projekt mit dem hohen Anteil des Umweltverbunds in Mitte. Nach Zahlen aus dem Jahr 2018 werden 34 Prozent der Wege zu Fuß, 32 Prozent mit Bus und Bahn und 22 Prozent mit dem Fahrrad zurückgelegt. Nur 13 Prozent entfallen auf das Auto. Zudem besitzt lediglich etwa ein Drittel der Einwohnenden ein eigenes Fahrzeug.
Trotzdem werden viele Wohnstraßen als Abkürzungen genutzt. Der Bezirk möchte deshalb den Durchgangsverkehr reduzieren und damit Lärm, Abgase und Gefahren im Straßenraum verringern.
Nach der Umsetzung sollen Verkehrszählungen, Beobachtungen und Befragungen zeigen, ob die minimalinvasiven Regelungen wirken. Falls die Straßen dadurch nicht ausreichend ruhiger und sicherer werden, sind weitere Maßnahmen möglich.


Also die Biesentaler str und Soldiner Str gleichzeitig zur Einbahnstraße zu machen wird nur dafür sorgen, dass eines dieser Einbahnstrassen missachtet wird.(wenn man aus der Grüntaler oder Wriezener raus möchte). Man wird quasi über die sowieso schon überfüllte Osloer str geleitet rauszufahren. Eins von beiden Strassen müsste man so lassen wie es ist, sonst wird es dazu kommen das die Einbahnstraße häufig missachtet wird. Ansonsten die Koloniestr. brauchte es schon seit Jahren, da hier der Verkehr sich massiv anstaut wegen Zweite-Reihe Parkern.
Ich finde das gut, Einbahnstraßen laden auch weniger zur „Selbstjustiz“ („Entfernung/Zerstörung von Absperrungen auf der Straße) ein. Jetzt wäre es noch toll, wenn das Einhalten von Tempo 30 auf der Osloer nachts noch Realität würde.
Schönes Wochenende!
Einbahnstraßen laden dazu ein, sie einfach zu ignorieren. Kann man in der Triftstraße super beobachten.