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Cooles Café im Wedding:
Kaffeeberg: Gipfelstürmer in Sachen Genuss

17. April 2026
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Größer könnte der Kontrast kaum sein. Draußen: die Wollankstraße, stellenweise schäbig, laut, ein bisschen was vom Ende der Welt. Drinnen: Ruhe, klare Linien und eine fast schon meditative Atmosphäre. Wer im Kaffeeberg eintritt, lässt den Soldiner Kiez komplett hinter sich.

Alles hier ist reduziert. Grau, schwarz, weiß – eine bewusst gewählte Farbpalette. Die Idee dahinter kommt aus der bergigen Heimat des Betreiberpaars Mohammad und Ima: Dagestan, eine Region im Kaukasus. Schneeweiße Gipfel, graue Felsen – genau dieses Bild übersetzt sich hier in kühle Einrichtung und entspannte Stimmung. „Wir bringen die Berge nach Berlin“, ist auch das Motto des Kaffeebergs. Holz setzt warme Akzente, während die Kuchen und Kaffeespezialitäten die eigentlichen Farbtupfer sind.

Mohammad ist 33 und kam vor rund 15 Jahren in den Soldiner Kiez. Seine Muttersprache dagestanisch ist eine alttürkische Sprache. Die Verbindung zur Herkunft bleibt präsent – subtil, aber spürbar. In den bogenförmigen Wandnischen stehen Bücher mit kyrillischen Titeln, und auch geschmacklich tauchen immer wieder Einflüsse aus der Region auf. Ein Beispiel: Urbetsch. Eine süße Mandel-Nusspaste, die in Dagestan traditionell zum Kaffee genommen wird. Hier sorgt sie auf Wunsch für eine natürliche Süße und bringt eine ungewohnte Note in den Weddinger Kaffeekosmos.

Der Kaffee selbst kommt aus der Berliner Kaffeerösterei und wird zu den üblichen gehobenen Kaffeespezialitäten verarbeitet: Espresso, Americano, Cappuccino oder auch Affogato. Oft in zwei Größen erhältlich – und handwerklich auf einem Niveau, das man in der Wollankstraße so nicht unbedingt erwartet.

Fast noch wichtiger als der Kaffee sind die Kuchen. Ima hat Konditorkurse besucht und steht selbst in der Küche. Das Ergebnis: Torten, die man so selten sieht. Eine luftige Baisertorte mit Himbeeren und Sahne, gekrönt von einem Klecks Marmelade. Oder eine klassische Honigtorte. Dazu schokolierte Datteln, Donuts, Cookies.

Die elegante Präsentation passt zum Konzept: graue Teller, graue Tassen, alles reduziert – damit das, was darauf liegt, umso stärker wirkt. Ein besonderer Blickfang ist die Kuchentheke aus weißem Marmor, die dem Raum eine fast galerieartige Grazie gibt.

Und dann ist da noch etwas, das sofort auffällt, sobald man einen Moment sitzt: Es läuft keine Musik. Stattdessen sind Vogelgeräusche zu hören. Ein leises Zwitschern, das den Raum füllt und den Kontrast zur Straße draußen noch verstärkt.

So entsteht ein Ort, der mehr ist als ein Café. Eher ein kleiner Gegenentwurf zur Umgebung – ruhig, konzentriert, fast entrückt. Genau das macht den Kaffeeberg zu einem der ungewöhnlicheren Neuzugänge im Wedding.

Kaffeeberg

Wollankstr. 70

Di-Do 08:00 – 20:00, Fr-So 10:00 – 22:00 Uhr

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr gut beschrieben! Da der „Kaffeeberg“, ein Nachbar ist, bin ich oft dort! Die Kuchen-Torten sind großartig und sehr lecker! Der Kaffee aromatisch! Die Atmosphäre elegant entspannt! Joachim hat es auf den Punkt gebracht! Sehr schöne Reportage über unseren neuen Nachbarn! Ich hoffe, dass er lange bleibt!

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