Rettung für Kunst auf dem Mittelstreifen

Ein Plakat der Ausstellung "mein wedding 4" auf der Müllerstraße mit einem Motiv von Susanne Haun. Foto: Hensel
Ein Plakat der Ausstellung „mein wedding 4“ auf der Müllerstraße mit einem Motiv von Susanne Haun. Foto: Hensel

Seit sechs Jahren verwandelt sich die Müllerstraße ein Mal im Jahr für vier Wochen zu einer Freiluftgalerie. Auf dem Mittelstreifen werden auf großen Plakatwänden Kunstwerke gezeigt, die eine Jury aus vielen Einreichungen aus dem Stadtteil ausgewählt hat. Auch in diesem Jahr waren wieder ganz verschiedene Bilder, Fotografien und Zeichnungen zu sehen. Weil sich die Standortgemeinschaft Müllerstraße e.V. vor der Auflösung steht, gibt es keinen Organisator für die Ausstellung mehr. Die Künstlerin Susanne Haun will das Projekt nun retten.

„Ich finde die Open Air Galerie in der Müllerstraße ein tolle Sache“, sagt Susanne Haun. Sie selbst hat bereits mehrfach Zeichnungen aus ihrer Feder auf der Müllerstraße zeigen können. Dabei wurde ihr Beitrag wie die anderen von einer Jury aus bis zu 70 Einreichungen ausgewählt. „Es ist schade, dass sich die Händlergemeinschaft wahrscheinlich aufgelöst hat und damit auch die Ausstellung in Gefahr ist“, sagt Susanne Haun. Doch damit will sie sich nicht abfinden. Sie hat drei Mitstreiter gefunden, die ihr bei der Organisation der 7. Ausgabe der Plakatausstellung helfen wollen.

Die Künstlerin Susanne Haun ist Gastgeberin des KunstSalons. Foto: Hensel
Die Künstlerin Susanne Haun. Foto: Hensel

Die Vorbereitungen haben gerade erst begonnen, aber es gibt schon ganz konkrete Eckpunkte „Die Ausstellung soll am 15. August 2020 eröffnen. Vier Wochen sollen die Arbeiten zu sehen sein“, sagt Susanne Haun. Damit das auch so kommt, muss noch viel organisiert werden. „Wir haben schon eine mündliche Zusage für eine finanzielle Unterstützung“, sagt die Künstlerin. Doch bevor sie die Ausschreibung für die Ausstellung startet, sind noch viele weitere Dinge zu tun.

„Ich würde die Ausstellung gern ausweiten, von der Müllerstraße in den ganzen Wedding holen“, sagt Susanne Haun. Schön fände sie es, wenn die Plakatwände an Parks stehen, wo „man die Arbeiten in Ruhe betrachten kann“. Doch die Organisation, so merkte das neu zusammengekommene Team, ist sehr intensiv. Viele Genehmigungen müssen eingeholt werden, wenn der öffentliche Raum genutzt werden soll. Auch hätte die Künstlerin die Ausstellung um Kunstspaziergänge mit Kindern ergänzt, damit auch sie ihre Sicht auf den Wedding zeigen können. „Doch das ist zu viel fürs erste Mal. Wir bleiben erst mal bei der Müllerstraße“, sagt Susanne Haun. Eine Änderung soll es aber im kommenden Jahr geben. Anders als bisher sollen die drei besten Einsendungen ein Preisgeld bekommen.

Logo Weddinger Allgemeine ZeitungDer Text stammt aus der Weddinger Allgemeinen Zeitung, der gedruckten Zeitung für den Wedding. Foto und Text stammen von Dominique Hensel. Wir danken dem RAZ-Verlag . 


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