Französische Landküche im Mirage Bistrot

Am Nettelbeckplatz gibt es seit Mitte letzten Jahres das Cafe-Bistro Mirage, das nicht nur mit leichter französischer Bistro-Küche aufwartet, sondern auch einiges mehr zu bieten hat. Hier wird noch frisch gekocht und vieles selber hergestellt, und unserem Autoren hat es super geschmeckt.

Beim Betreten fällt eines schnell ins Auge, es hat sich in den letzten Monaten optisch sehr viel getan. Der einst große, weiße lichtdurchflutete Raum mit seinem starken klaren industriellen Stil und geometrischen Formen, ist sehr viel lockerer und gemütlicher geworden. Viele Pflanzen, handgefertigte Lichtobjekte und zum Teil anderes Mobiliar schaffen eine herrlich lockere Atmosphäre.

Das Mirage ist, bis auf einen kleinen Tisch am Tresen, voller Gäste und es duftet herrlich nach frischgebackenem und irgendwie geschmorten Gemüse. Ich nehme am einzigen freien Tisch Platz und mein Blick wandert erst einmal durch den Raum, denn es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Die nette Bedienung reißt mich aus den Gedanken und überreicht mir die Speisekarte. Diese ist ein kleiner Streifzug durch die klassische französische und die regionale Landküche dieses Landes mit mediterranem Einschlag. Auch wenn das Mirage ein Bistro ist, bekommt man hier eher die schnelle, frische und leichte Version als das typische Boeuf Bourgignon oder Cassoulet, wobei das wöchentlich wechselnde Menü sehr viele Extras bzw. noch mehr Abwechslung bietet.

Empfehlung: Benedict

Angesichts der vielen, auch vegetarischen und veganen Gerichte bitte ich zwei Frauen am Nachbartisch, mir bei der Entscheidung zu helfen. Wie aus der Pistole geschossen empfehlen sie mir „Benedict“. Dabei handelt es sich um zwei pochierte Eier auf Toasties mit Salat und Hollandaise. Dabei kann man noch zwischen normal, mit Bacon oder Avocado wählen. Ich bestelle eine Kombination aus allem. Die kurze Wartezeit nutze ich, um noch mal einen Blick in die Karte werfen. Zu den vielen Kaffeekreationen, verschiedensten Heiß- und Kaltgetränken, knusprigen Croissants, Kuchen, Eierspeisen, Crôques (das Landbrot ist von Domberger aus Moabit) und dem Mittagsangebot, gibt es auch ein wöchentlich wechselndes „Menu of the week“. Zusätzlich gibt es ab jeden Donnerstag bis einschließlich Samstag (ab 18.30 Uhr) eine Abendkarte und lockt dann mit Tapas, Flammkuchen, Grillgemüse und anderen Leckereien. Und das frisch und aus eigener Hand. Samstag und Sonntag zwischen 10 – 16 Uhr lädt das Mirage zudem zum Brunch ein.

Geschmacksexplosionen

Das Essen kommt und schon der Anblick lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Benedict sieht anbetungswürdig aus und beim Anschneiden des pochierten Eies habe ich mich auch schon verliebt. Das Messer gleitet durch das Ei, die Avocado und den Toastie. Der Speck ist knusprig, die Hollandaise duftet herrlich und selbst der kleine Salat verströmt einen leichten Duft. Mich als Koch freut es ungemein, noch echtes Kochhandwerk sehen und probieren zu können. Auf diesem Teller stimmt einfach alles, auch die Portionsgröße. Alle Aromen sind auf dem Punkt. Das Eigelb läuft über die nussige Avocado und bildet eine herrliche Harmonie mit dem Toastie, der leichten Hollandaise und dem Speck. Der Salat mit der fast fruchtigen Vinaigrette passt super als Gegenspiel dazu und die kleinen gedörrten Stücke von schwarzen Oliven, die zu verschiedensten Nüsse und Kernen auf den Salat gestreut sind, sorgen für kleine Geschmacksexplosionen im Mund. Toll ist auch der viele Radicchio im Salat. Mit Trüffel und Kaviar kann jeder kochen, aber aus den einfachsten Sachen das Beste herauszuholen ist die wahre Kunst beim Kochen.

Dessert ohne Schnickschnack

Zum Dessert bestellte ich mir einen der süßen Klassiker überhaupt in der französischen Küche, Tarte Tatin. Dieser Apfelkuchen mit knusprigen Blätterteig kam frisch aus dem Ofen der Küche und wurde noch mit leckeren Vanilleeis gekrönt. Der Duft von Zimt, Apfel und Blätterteig steigt vom Tisch auf und in Kombination mit dem Eis, war es ein toller fruchtiger letzter Gang, ohne schnöde künstliche Kochambitionen oder Schnickschnack.

Das Mirage beweist wunderbar, dass man Liebe zum Kochen schmecken kann. Zum Abschluss lasse ich diesen Besuch draußen auf der Terrasse mit einem Latte Macchiato ausklingen und beobachte das rege Treiben auf dem Nettelbeckplatz. Chapeau an das Mirage, seine Köche und diese kleine aber feine Küche!

Mirage Café/Bistrot

Reinickendorfer Str. 110

Öffnungszeiten (August 2019)

Di – Fr 9.00 – 17.00 Uhr
Sa/So – 10.00 – 18.00

Über das Konzept des Mirage haben wir schon im Jahr 2017 berichtet


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