Einkaufen/Ausgehen: Alkoholika aus Weddinger Herstellung

Wer beim Wort „Lokal“ nur an eine Kneipe denkt, liegt in diesem Fall nicht völlig daneben. Uns geht es aber hier ausnahmsweise mal um lokal produzierte Getränke mit Wedding-Bezug. Die Bierkultur im Wedding hatte bis vor ein paar Jahren schließlich schwer zu leiden. Los ging’s mit dem noch immer nicht beendeten Massensterben der guten alten Schulti-Eckkneipen. Sie mussten Nagelstudios, Fahrschulen und Spielhallen Platz machen. Dabei hat bei uns die Kunst der Bierherstellung doch eine echte Tradition; gab es doch von 1891 – 1982 die Hochschul-Brauerei an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in der Seestraße 13. Und nicht nur Bier kommt aus dem Wedding – auch Hochprozentiges wird hier gebrannt und Mate-Tee hergestellt….

1. Preußische Spirituosenmanufaktur

Preußische SpirituosenmanufakturBereits im Jahr 1874 wurde die Versuchs- und Lehranstalt für Spiritusfabrikation eingerichtet – der preußische Staat dachte damals ganz praktisch an die Weiterverwertung eventueller Kartoffel- oder Getreideüberschüsse in Form von Alkohol. Der auf die Tradition weisende Schriftzug “Institut für Gärungsgewerbe” prangt jedenfalls noch heute auf dem alten Backsteingebäude zur Seestraße hin. Das Institut gibt es in anderer Form noch immer, doch seine historischen Apparaturen werden seit 2008 von einem Vier-Personen-Betrieb verwendet, der “Preußischen Spirituosen-Manufaktur” (PSM). Die Räumlichkeiten des kleinen, aber traditionsreichen Betriebs kann man übrigens nach Voranmeldung und gegen Eintritt besichtigen, und eine Verkostung einiger Spirituosensorten gehört selbstverständlich zum Besuchsprogramm. Fazit: Kuriose Weddinger Produkte mit einem historisch-wissenschaftlichen Hintergrund!

Beitrag zur PSM

2. Eschenbräu Brauerei und Brennerei

Biergarten (Foto: Eschenbräu)

Biergarten (Foto: Eschenbräu)

Schon als Student wohnte der Diplom-Brauingenieur Martin Eschenbrenner im Studentenwohnheim in der Triftstraße. Da lag es nahe, dass der gebürtige Baden-Württemberger genau dort im Jahr 2001 seine kleine Privatbrauerei eingerichtet hat – ein Gewölbekeller und ein Hof mit einer schönen alten Eiche sprachen für diesen versteckten Biergarten, den nur Eingeweihte auf Anhieb finden. Das in kleinen Mengen gebraute Weddinger Bier schmeckt nicht immer gleich und setzt sich allein dadurch schon vom vorhersehbaren Einheitsgeschmack ab. Im Angebot des Eschenbräu sind neben Pils, Dunkel und Weizen immer auch Saisonbiere. Fazit: das Eschenbräu hat dem Wedding das Bierbrauen zurückgegeben, vielen Dank!

Beitrag über Eschenbräu-Bier

Nicht nur Gerstensaft wird an der Triftstraße gebraut, nein, auch Obstbrände mit 43 % (Sauerkirsche, Williams-Christ-Birne, Zwetschge, Apfel), Bierbrand aus Bockbier und ein Kräuterbitter namens „Gesundbrunnen“ brennt der Eschenbräu-Chef mit wachsender Begeisterung. Die schlanken Flaschen werden übrigens von Hand für den Verkauf vorbereitet und mit einer Nummer versehen: „Ein Unikat“, schreibt Eschenbräu-Chef Martin Eschenbrenner auf der Website. Fazit: ein originelles Geschenk, das reinhaut!

Brennerei im Internet

 

3. Vagabund Brauerei

Vagabund BündelWir haben ja schon einmal die Geschichte von den drei Amerikanern erzählt, die nach Deutschland auszogen, das Bierbrauen zu lernen. Erfreut über die Güte des Bieres, aber unzufrieden ob der geringen Vielfalt, hatten sie eine kühne Idee: Den Berlinern die volle Bandbreite des Biergeschmacks zu kredenzen: American Pale Ale, India Pale Ale, American Wheat Weizenbier, Single Malt and Single Hop und vieles mehr. Gebraut und ausgeschenkt werden viele dieser Biere vor Ort in der Antwerpener Straße. Fazit: wer sich auf Experimente beim Bier einlässt, wird meistens mit einem großartigen Bier belohnt, das einen auf den Geschmack bringt!

Beitrag über die Vagabund Brauerei

4. Two Fellas Brewery

Im Castle Pub in der Hochstraße wird seit Ende 2015 ebenfalls gebraut – in der ehemaligen Küche des früheren Restaurants. Die Idee der beiden Brauer ist, mit ungewöhnlichen Zutaten ungewöhnliche Geschmackserlebnisse zu erzeugen.

 

5. O’Donnell Moonshine

Manchmal steckt ein Passant den Kopf in den Laden in der Utrechter Straße und fragt: ”Nanu, was ist denn das für ein Honig, den ihr hier verkauft?” O’Donnell Moonshine ist natürlich kein Honig, sondern es ist ein handwerklich produzierter, faßgereifter Weizenbrand, der gar nichts mit dem landläufigen Image von Korn als billigem Schluck zu tun hat. Goldgelb glänzend und absolut rund im Geschmack spürt man beim Verkosten schnell, dass es sich hier um ein hochwertiges Produkt handelt. Nur die Gläser (mason jars), in denen er abgefüllt ist, die sind in der Tat ein wenig ungewöhnlich.

Beitrag über O’Donnell Moonshine

6. Weinläden:

Weinläden im Wedding