Reinickendorfer Straße: Viel Charakter

Eine glanzlose, nicht ganz geradlinige Straße wie die Reinickendorfer verdient wie so viele Weddinger Straßen einen zweiten Blick. Die einzige Bundesstraße des Wedding (B 96) durchzieht unseren Stadtteil von Nord nach Süd genau an der 2001 recht willkürlich gezogenen Grenze zwischen Wedding und Gesundbrunnen. Doch gerade diese vermeintlich nichtssagende Straße ohne Sehenswürdigkeiten ist typisch für die Weddinger Mischung und erzählt viel vom Charakter unseres dichtbesiedelten Stadtteils.

Coffee Circle röstet seinen Kaffee nun selbst

coffee circle
Hier kommt bei Coffee Circle der Kaffee in die Beutel. Foto: Andrei Schnell Abfüllmaschine

Nachdem Coffee Cirle bereits seit Jahren  geröstete Kaffeebohnen verkauft hat, hat das Unternehmen nun auch eine Röstmaschine erworben. Rund 250.000 Euro hat die Firma mit Sitz im Wedding ausgegeben. Pro Durchgang können 60 Kilogramm der weißlichen getrockneten rohen Bohnen zu braunen Kaffeebohnen geröstet werden. Am 27. April durfte die Presse den ganzen Tag lang Kaffeemaschinen, Kaffeebohnen und Kaffeezubereitung und natürlich auch die Röstmaschine kennenlernen. Im Juli wird der Kennlerntag mit Kaffeeverkostung und Brühworkshops für alle Kunden wiederholt. Dann will das seit sieben Jahren bestehende Online-Unternehmen sich von Angesicht zu Angesicht vorstellen. Und es will dann auch seine sozialen Projekte in Äthiopien präsentieren.

Bei den Flying Roasters sieht der Kaffeetrinker durch

Von links nach rechts: Olli Klitsch, Georg Ruhm und Nadine Heymann. Foto: Andrei Schnell

AKTUALISIERT 2018 Der Kaffeeröster Flying Roasters in der Hochstraße will, dass seine Kunden klar sehen und hat deshalb einen Transparenzbericht veröffentlicht. Der Weddingweiser besuchte aus diesem Anlass die drei engagierten Röster, um bei ihnen nachzufragen. Nadine Heymann, Olli Klitsch und Georg Ruhm sind in einer alten Garage im dritten Hinterhof zu treffen. Nachdem Olli vorgeführt hat, wie die über 20.000 Euro teure Röstmaschine funktioniert, sitzen alle dicht an einem eisernen Ofen, der wenigstens eine kleine Ecke des Raumes wärmt. Es wird ein Cappuccino serviert, der wirklich gut ist. Was an dem Cappuccino sonst noch gut ist, das erzählen die drei im Interview.