Das Wichtigste der Woche im Wedding

Osloer Straße Ecke Prinzenallee. Foto: Hensel
Osloer Straße Ecke Prinzenallee

Zwei bemerkenswerte Dinge sind in der abgelaufenen Woche passiert. Sonst hätte man wunderbar über den ersten Schnee des Winters, der uns erst Ende März ereilte und den Wedding für ein paar Minuten in ein kleines Wintermärchen verwandelt hat, schreiben können, doch in diesem Moment wirkte das Ganze wie ein schlechter Aprilscherz. Und von der Zeitumstellung auf Sommerzeit, die uns abends eine Stunde mehr Helligkeit beschert, haben wir auch nicht viel. Nur gut, dass die frostigen Temperaturen nicht gerade Lust aufs Rausgehen gemacht haben – und damit das Zuhausebleiben ein bisschen erträglicher. Hier unser nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum Zeitgefühl im Wedding.

Take-Away, Lieferdienst & Co. gefragt wie nie

Der Frühling ist da, und eigentlich lädt alles dazu ein, sich ans Nordufer zu pflanzen oder sich im Humboldthain fürs Acro-Yoga oder Bocciaspielen zu treffen. Auch das Stück Kuchen im Lieblingscafé und ein Besuch beim vietnamesischen Restaurant nebenan klingen verlockend. Doch die Auswirkungen der Pandemie halten immer mehr Menschen in den eigenen vier Wänden. Das bedroht natürlich vor allem Betreibende von gastronomischen Betrieben, die sonst tagtäglich das Leben in unseren Kiezen prägen. Jetzt heißt es: Take away!

Charity-Bingo zu Hause: Livestream-Glücksspiel kann auch süchtig machen

Hätte, sollte, würde. Bingo im Mastul konnte aufgrund des momentan anhaltenden Veranstaltungsverbots nicht wie gewohnt am letzten Mittwoch im März stattfinden. Doch unser Weddingweiser-Team, völligst der Sucht nach dem Glücksspiel ausgesetzt, hat sich da was einfallen lassen. Hadern wir momentan alle mit der sozialen Distanzierung von unseren liebsten Freunden, stellt sich doch schnell eine Frage: Wenn das alles vorbei ist, können wir dann überhaupt noch in die geliebten Orte und Spielstätten unserer freizeitlichen Aufeinandertreffen zurückkehren? BINGO ohne Mastul? Mastul ohne BINGO? Blöd.

Support your local: Masken aus dem Kiez

Selbstgenähte Masken
Masken in unterschiedlichsten Designs

In Asien gehören sie schon seit Jahren zum Straßenbild, in Österreich sind sie beim Einkaufen derzeit Pflicht, auch in Deutschland sieht man sie mehr und mehr: Atemschutzmasken. Während der Corona-Pandemie sind diese allerdings gerade Mangelware – auch beim medizinischen Personal. Um diesen Mangel nicht zu verschlimmern, stellen einige Weddinger Schneidereien jetzt „Mundschutz“ her. Auch wenn die Wirkung der selbst geschneiderten Masken für den eigenen Infektionsschutz umstritten ist: Zumindest kann man einige lokale Gewerbetreibende mit dem Kauf jetzt unterstützen.

Ein bisschen mehr Wedding bei Nextbike bitte!

Praktisch und im Moment kostenlos für die Nutzer: Das öffentlich geförderte Fahrradverleihsystem Nextbike mit seinen silber-blauen Rädern stellt eine Alternative zum Auto, zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem eigenen Fahrrad dar. Es könnte so schön sein. Nur: Im Wedding gibt es überhaupt kein flächendeckendes Stationsnetz, und die Lage der Stationen ist fast durchgängig ziemlich ungünstig. Da sollte gerade jetzt dringend nachgebessert werden!

Gutes in schlechten Zeiten – Tagebuch einer Mutter mit kleinen Kindern

Zügeschauen

Die Kita ist für mindestens 5 Wochen geschlossen, auch die Spielplätze, kein Kontakt mit Kitafreunden für meine fünfjährige Tochter und meinen anderthalbjährigen Sohn. Wie soll ich das überleben? „Schreib ein Tagebuch!“, meint mein Mann Henri. Ich habe ich ja sonst nichts zu tun. Und was soll ich da reinschreiben? Nö, blöde Idee. Henris Antwort: „Gut, dass Anne Frank das nicht auch gedacht hat“. Mist, jetzt hat er mich. Here we go…

Der Wedding in Zeiten von Corona (13. Woche)

Für manche, die den Wedding nur aus der Ferne be- oder (noch lieber) verurteilen, war ein Gang durch unseren quirlig-bunten Stadtteil, in dem sich Sprachfetzen aus aller Herren Länder mit einem allgemeinen Gefühl von entspanntem Schlendrian vermischen, schon der reinste Horrortrip. Nun, in Zeiten von Corona, wirken die relativ leeren Straßen, geschlossenen Geschäfte und deutlich weniger Passanten auf den Gehwegen endgültig wie eine Szenerie aus einem Science-Fiction-Film. Wer hätte einen so ruhigen Wedding noch vor 4 Wochen für möglich gehalten? Dabei schaut ganz Deutschland täglich in unseren Teil der Stadt. Schließlich befindet sich das Robert-Koch-Institut bei uns am Nordufer, von wo aus über die Nachrichtenkanäle täglich neue Zahlen vermeldet werden. Und dazu auch eine Risiko-Einschätzung, auf der die momentan so gravierenden politischen Entscheidungen basieren.