Digital sprießen ganz viele Ideen: Zukunftshaus Wedding

Im Paul-Gerhardt-Stift

Besonders betroffen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie sind Familien. Zwar öffnen Kitas und Schulen inzwischen wieder schrittweise ihre Türen. Noch ist aber nicht absehbar, wann wieder Normalität erreicht werden kann und wie der Betrieb nach den Sommerferien weiter gehen soll. Auch das Familienzentrum im »Zukunftshaus Wedding« der Paul Gerhardt Soziales gGmbH musste seine Aktivitäten seit Mitte März drastisch zurückfahren.Kitas und Schulen galten zu Beginn der Pandemie als potenzielle Hotspots der Infektionstätigkeit. Denn bei jeder Grippe- oder Erkältungswelle, so zeigt die Erfahrung, werden die Viren in Kitas und Schulen immer besonders schnell übertragen. Da Kinder meist keine Immunität gegen die aktuell zirkulierenden Virenstämme haben, infizieren sie sich fast immer wesentlich schneller. Gegen das Coronavirus sind aber auch die Erwachsenen noch nicht immun, also grundsätzlich genauso gefährdet. Und offenbar stecken sich vor allem kleinere Kinder nicht so leicht an. Da sie aber meist sehr kontaktfreudig sind, hebt sich dieser Vorteil in der Praxis möglicherweise wieder auf. Die wissenschaftlichen Debatten dazu sind noch im Gange, als gesichert gilt aber, dass die Krankheit bei Kindern wesentlich seltener einen schweren Verlauf nimmt.

Home Sweet Home: Reifeprüfung

Als Konrad von der Arbeit kam, setzte er sich zu uns an den Tisch, an dem die Kinder gerade beide noch mit Schulaufgaben beschäftigt waren und fing an, zu plaudern.Habt Ihr schon gehört – das Abitur soll jetzt staatlich verbessert werden, wenn der diesjährige Durchschnitt schlechter ausfällt als der, der letzten zwanzig Jahre.Es ist exakt diese Art von Hausaufgabenbetreuung, die mir am Tag fehlt, wenn Konrad weg ist. „Ironie off“. Ich bat ihn also solche Themen zu vermeiden, denn völlig egal, wer was verbessert oder was jetzt auch immer passiert: Es wird ein Leben nach und mit dem Virus geben, es wird eine Zukunft geben und dieses beknackte Abitur auch. Inzwischen schreiben sie ja nun auch schon die Klausuren – für die sie immer noch lernen müssen! Nebenbei bemerkt, finde ich, hätte ich höchstselbst das Abitur ehrenhalber verdient für das, was ich an Hausaufgaben, Hilfe zur Selbsthilfe, Klassenfahrten, Sommerfesten, Weihnachtsfeiern, Lesepatenschaften, Nase putzen, Wutanfälle ertragen, Plusquamperfekt erklären, Inhaltsverzeichnissen in Schnellheftern ordnen und Betreuung im Allgemeinen geleistet habe! Hatte ich das schon mal erwähnt? Ich finde, ich hab ein Recht auf die Reifeprüfung!

Home Sweet Home: Systemrelevant

Serie Da kam heute Konrad vom Dienst nach Hause – drei Tage pro Woche ist er nun im Homeoffice und an zwei Tagen muss er noch ins Büro – und hält mir einen Zettel unter die Nase, auf dem steht, sein Bürojob sei jetzt „systemrelevant“. Für mich persönlich schon jetzt das Unwort des Jahres 2020. Systemrelevanz. Da frage ich mich, was wir Normalos sind? Ganz unten in der Nahrungskette? Beutetiere?

Schule zu Hause – braucht Disziplin!

Tausende „Privatschulen“ sind im Wedding entstanden – aber unfreiwillig. Seit der Schließung der Schulen sind Zehntausende Weddinger Kita-Kinder und Schülerinnen und Schüler zu Hause. Die Nutzung digitaler Lernplattformen wie Lernraum Berlin haben noch nicht alle Schulen vor Ausbruch der Corona-Krise veranlasst. Daher gibt es je nach Schule unterschiedliche Formen der Betreuung durch das Lehrpersonal. Manchmal per Mail, manchmal per Aufgaben, die digital zur Verfügung gestellt werden. Aber zumindest für den Sportunterricht gibt es eine pfiffige Idee.

Home Sweet Home – Kindheitstraum

Ich muss es ja zugeben – ich habe es als Kind genossen, wenn die Schule geschlossen war. Ich habe mir oft vorgestellt, zu Hause unterrichtet zu werden, wie in diesem Fernsehfilm, der von einer Familie in den Bergen handelte. Nun habe ich seit insgesamt 13 Jahren zwei Kinder in der Schule, was im Klartext bedeutet, dass ich seit 13 Jahren in mehreren Schulen Elternvertreterin bin, Hausaufgaben kontrolliere, Vokabeln abfrage, versuche knifflige Matheaufgaben zu erklären, Ordner erstelle und mir von den verschiedensten Lehrern an Elternsprechtagen in meine Erziehung reinreden lasse. Als nun die Anordnung kam, die Schulen zu schließen, war das natürlich bedrückend, beängstigend und erst mal ein Schock. Wer rechnet denn schon damit, von einem Virus überrumpelt zu werden? Aber nachdem man einige Tage Zeit hatte, sich mit Homeschooling abzufinden, schlich sich bei mir etwas Vorfreude ein.