Home Sweet Home: Systemrelevant

Serie Da kam heute Konrad vom Dienst nach Hause – drei Tage pro Woche ist er nun im Homeoffice und an zwei Tagen muss er noch ins Büro – und hält mir einen Zettel unter die Nase, auf dem steht, sein Bürojob sei jetzt „systemrelevant“. Für mich persönlich schon jetzt das Unwort des Jahres 2020. Systemrelevanz. Da frage ich mich, was wir Normalos sind? Ganz unten in der Nahrungskette? Beutetiere?

Schule zu Hause – braucht Disziplin!

Tausende „Privatschulen“ sind im Wedding entstanden – aber unfreiwillig. Seit der Schließung der Schulen sind Zehntausende Weddinger Kita-Kinder und Schülerinnen und Schüler zu Hause. Die Nutzung digitaler Lernplattformen wie Lernraum Berlin haben noch nicht alle Schulen vor Ausbruch der Corona-Krise veranlasst. Daher gibt es je nach Schule unterschiedliche Formen der Betreuung durch das Lehrpersonal. Manchmal per Mail, manchmal per Aufgaben, die digital zur Verfügung gestellt werden. Aber zumindest für den Sportunterricht gibt es eine pfiffige Idee.

Home Sweet Home – Kindheitstraum

Ich muss es ja zugeben – ich habe es als Kind genossen, wenn die Schule geschlossen war. Ich habe mir oft vorgestellt, zu Hause unterrichtet zu werden, wie in diesem Fernsehfilm, der von einer Familie in den Bergen handelte. Nun habe ich seit insgesamt 13 Jahren zwei Kinder in der Schule, was im Klartext bedeutet, dass ich seit 13 Jahren in mehreren Schulen Elternvertreterin bin, Hausaufgaben kontrolliere, Vokabeln abfrage, versuche knifflige Matheaufgaben zu erklären, Ordner erstelle und mir von den verschiedensten Lehrern an Elternsprechtagen in meine Erziehung reinreden lasse. Als nun die Anordnung kam, die Schulen zu schließen, war das natürlich bedrückend, beängstigend und erst mal ein Schock. Wer rechnet denn schon damit, von einem Virus überrumpelt zu werden? Aber nachdem man einige Tage Zeit hatte, sich mit Homeschooling abzufinden, schlich sich bei mir etwas Vorfreude ein.