WWW – das Wichtigste der Woche im Wedding

Fangen wir mit einem Ausfall an. Im Gesundbrunnen sind am Montag rund 1000 Haushalte ohne Strom gewesen, auch die S-Bahn-Station Wollankstraße. Nach zwei Stunden waren aber alle Spielautomaten wieder am Netz, kein Vergleich zum 30-Stunden-Stromausfall in Köpenick. Trotzdem dürften die Kiezbewohner ziemlich geladen gewesen sein. Und sonst?

Wie Baustadtrat Ephraim Gothe mitteilt, soll die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) ein gründerzeitliches Wohn- und Geschäftshaus an der Prinzenallee 36 mit 20 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten übernehmen. Damit übt der Bezirk in diesem Milieuschutzgebiet wieder sein Vorkaufsrecht aus, meldet die Berliner Woche.

„Jetzt ’ne Schrippe und ’nen Sesamring“ – Nichts Ungewöhnliches beim Bäcker des Vertrauens, aber was passiert, wenn der Hunger in der Nacht beim Feiern kommt? Da hilft die „Schrippen-Mutti“ vom Wedding. Inge Schulze fährt seit 25 Jahren nachts durch Berlin und verkauft Buletten, Würste und Schrippen. Deutschlandfunk Kultur hat sie eine Nacht begleitet. Unbedingt reinhören.

Der Wedding erscheint trotzdem bald in einem neuen, helleren Licht. Die historischen Gaslaternen werden gegen LED-Leuchten ausgetauscht. Zum Glück bleibt aber äußerlich alles wie es ist. Es könnte aber durchaus zu einigen dunklen Straßenzügen kommen, betroffenen Straßenzüge werden bereits per Aushang informiert.

Das Licht ausgehen könnte dagegen bald in einigen Kleingarten-Kolonien Berlins. Für die einen Frischluftschneise und Temperaturbremse, für die anderen der Gipfel der gelebten Spießigkeit. Der Senat plant einige Kolonien – teillweise oder auch ganz – zu räumen. Im Wedding betrifft es die Kolonie Virchow in der Luxemburger Straße, teilweise, andere Kolonien dagegen sollen vollständig geräumt werden. Die freien Flächen sollen für soziale Infrastruktur wie Krankenhäuser und Schulen genutzt werden, zum Teil sollen den betroffenen Laubenpiepern alternative Standorte angeboten werden. Mehr Infos und die komplette Liste hier beim RBB.

Relativ unscheinbar liegt das Haus der Volksbildung in der Badstraße. Hier residiert bisher offiziell nur ein Jugendclub seit den 80er-Jahren. Eigentlich soll das Haus umfassend saniert werden, eine dreijährige Zwischennnutzung wurde im Juni und Juli 2018 beschlossen. Aber beschlossen heißt in Berlin ja noch lange nicht umgesetzt. Und so hängen Theatergruppen, eine geplante Kiezküche, das Projekt die Brücke, eine Nachbarschaftsetage und die Schauspielschule Ernst Busch in der Warteschlange. Kann man nur hoffen, dass das Projekt nicht noch untergeht. Als „die kleine Gorch Fock der Liegenschaftspolitik Berlins“ bezeichnete Baustadtrat Gothe (SPD) das Projekt im letzten Jahr. Kein gutes Omen.

Die Badstraße zu Fuß ist bekanntlich nicht gerade das Naherholungsgebiet des Weddings, auch wenn es diese hier durchaus gibt. Der Senat hat nun eine Studie zur Umweltgerechtigkeit (2016/17) veröffentlicht. Ergebnis: Die Umweltbelastung in Kiezen mit geringen Einkommen ist besonders hoch. Gesundbrunnen ist laut dem Bericht sogar vierfach belastet. Luft-, Lärm-, & thermische Belastung (Hitze) und der Anteil an Grünflächen geben hier kein gutes Bild ab. Dazu kommt eine große soziale Problemdichte, die ebenfalls auf die Gesundheit ausstrahlt.

Die Sache mit dem Lärm und der Luft könnte verbessert werden, wenn endlich mehr Menschen auf das Rad umsteigen. Den Mutigen, die das tun, danke. Die nicht anders können, auch okay. Aber zu viele haben noch Angst, sich mit dem Rad in den Stadtverkehr zu begeben und das teilweise zu Recht. Um dennoch mehr Leute aufs Rad zu hieven und die die schon fahren, besser zu schützen, ist unter anderem in der Amrumer Straße ein geschützter Radweg, mit Pollern entstehen. „Baubeginn 2019 möglich“. In nächster Zeit zeigen wir einmal gute und sichere Querverbindungen für Radler auf.

Bei uns auf dem Blog

Nördlich des Wedding liegt ein Ort, den viele nicht wirklich kennen. Zu Unrecht, wenn man sich darauf einlässt: Reinickendorf.

Überall drehen sich Baukräne, werden Lücken gefüllt. Wir geben einen Überblick.

Umnähen statt wegwerfen, und das unter fachkundiger Anleitung. Wo das geht, steht hier.

Pickepackevolles Programm bei den Aktionswochen gegen Rassismus, die in den nächsten Tagen in Wedding und Moabit stattfinden. Einen Auszug aus dem Programm findet ihr hier.

Wenn die Studenten kommen, verändert sich nicht nur der Kiez. Sondern für Gastronomen im Brunnenviertel tun sich ganz neue Chancen auf, wie bei der Nguyen Kitchen in der Brunnenstraße.

Bilder der Woche

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