WWW – Das Wichtigste der Woche im Wedding

200 Gewerbetreibende gegen Umbenennung

In der letzten Woche ist etwas gelungen, was noch vor einem Jahr unmöglich erschien. Der Bezirk Mitte nutzt sein Vorkaufsrecht und wird einen Wohnblock im Wedding an der See- Ecke Turiner Straße mit 125 Wohnungen durch die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) erwerben. Der Kaufpreis beträgt 19 Millionen Euro. Der Senat gibt 15 Prozent Zuschuss dazu. Und welche Dinge sind sonst noch so wichtig gewesen?

Links der Woche

Nach Anwohnerbeschwerden wurde nun der Gleimtunnel für Autos gesperrt – bis Ende Juni – Tagesspiegel

Ein Porträt des Weddinger Kiezfriseurs Lubenow- Berliner Zeitung

Der Bezirk hat sein Vorkaufsrecht genutzt. – Tagesspiegel Leute

Trotz Beschlusses der BVV wird die Trümmersäule auf dem Max-Josef-Metzger-Platz zukünftig nachts nicht angestrahlt – Tagesspiegel

Mitte ist sozial tief gespalten, und auch der Vergleich mit dem benachbarten Pankow ist aufschlussreich – Morgenpost

Vor 40 Jahren wurde die Fernsehserie „Holocaust“, die u.a. im Wedding gedreht wurde, im TV gezeigt – Tagesspiegel

Der Standort des SUZ (Gartenarbeitsschule) an der Seestraße ist durch den Neubau einer Schule in Gefahr, jetzt kommt es auf einen guten Kompromiss an – taz

Kurz gemeldet

Wenn Sie im Gebiet Badstraße eine Idee für ein Projekt haben, die für Menschen aus dem Kiez oder für den Kiez wichtig ist, dann bewerben Sie sich für den Aktionsfonds. Bisher wurden beispielsweise Nähworkshops, ein afghanisches Punkmagazin oder die Umgestaltung eines Schulhofs über den Aktionsfonds gefördert. Der Aktionsfonds ist eine Förderung des Quartiersmanagements (QM). 3-4 Mal im Jahr gibt es die Möglichkeit, sich zu bewerben und dafür bis zu 1.500 € zu erhalten.

In der Chausseestr. 18 hat gerade eine Stelle eröffnet, bei der man Visa für Großbritannien nach dem Brexit beantragen hat. Wir nutzen die Zeit bis dahin und schauen uns an, wie britisch der Wedding eigentlich ist: British Wedding

15 Jahre Gutes Wedding Schlechtes Wedding – eine Erfolgsgeschichte aus dem Wedding, die für ein weltweit einmaliges Theaterformat gesorgt hat, die Theatersoap: 15 Jahre Prime Time Theater

Tipp: „Abriss und Sanierung auf 35 mm“

Der Filmkurator, Künstler und Publizist Florian Wüst zeigt am 15. Januar um 20 Uhr bei freiem Eintritt im Olof-Palme-Zentrum zwei Dokumentarfilme des Regisseurs Wolfgang Kiepenheuer (1914 – 1990). Die Titel „Stadterneuerung in Berlin – Beispiel Wedding“ und „Sanierung im Berliner Wedding – Ein Erfahrungsbericht“ verraten, worum es geht: um die europaweit größte Flächensanierung, die mit Abriss und Neubau im Brunnenviertel vorgenommen wurde.

Keine Akzeptanz für neue Straßennamen

Eine Straßenumbenennung ist für die Anlieger nicht folgenlos, auf jeden Fall aber teuer. Daher haben über 200 Gewerbetreibende eine Sammelbeschwerde gegen die Umbenennungen im Afrikanischen Viertel eingelegt.

Ebenfalls auf der Streichliste: der Name Nachtigalplatz

Auf Karten wird die Umbenennung derweil schon einmal vorweggenommen. Bei Apple Maps steht schon der neue Name der Lüderitzstraße (Cornelius-Fredericks-Straße), bei Carsharing-Anbietern – teilte uns ein Leser mit – tauchten ebenfalls schon neue, noch gar nicht rechtskräftige Straßennamen auf. Sogar im Polizeicomputer, berichtet unter anderem die Berliner Woche, wurde die Petersallee schon als Anna-Mungunda-Allee abgelegt.

Die neuen Namen wurden nicht gleichzeitig, sondern nacheinander und genau während der Weihnachtszeit im Amtsblatt veröffentlicht. „Was für ein beschämendes Exempel von bürgerverachtender Kommunalpolitik. Partizipation, Transparenz und Debattenkultur? Gilt nicht, wenn es nicht in den ideologischen Kram passt. Die Geschäftsleute – und das ist nur ein Teil der Anwohnerschaft – haben pragmatische, kostengünstige Alternativideen. Die muss man nicht glattweg begrüßen. Aber sie als zu vernachlässigende Äußerung unmündiger ‚Eingeborener‘ vom Tisch zu wischen – tja, wonach sieht das aus? – nach arroganter KolonialherrInnenmanier“ , kommentiert die Berliner Zeitung. Der Tagesspiegel schlägt sogar vor, es bei kommentierenden Zusatztafeln zu belassen.

Pinnwand der Woche

An seinem 19. Todestag wurde durch eine „wilde Umbenennung“ der Lüderitzstraße an den im Polizeigewahrsam gestorbenen Sierra-Leoner Ouryy Jallah gedacht, wie dieses Foto zeigt:

Instagram-Bild der Woche

Der neue beleuchtete Lesegarten vor der Schiller-Bibliothek, ein bunter Lichtpunkt in dieser besonders grauen Jahreszeit. Ein Beitrag geteilt von Weddingweiser (@weddingweiser) am 3. Januar

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