Hanoi St.16: Fusions-Küche mit Straßenatmosphäre

Einmal Berlin – Hanoi und zurück bitte. Vietnamesisches oder indonesisches Essen kennt man. Aber bei diesem Lokal handelt es sich um etwas Besonderes. Schon aus der Entfernung erkennt man es. Das Logo prangt an einer aufrecht stehenden rot-weißen Schranke neben einem altem Propaganda-Lautsprecher. Auf den letzten Metern wandert der Blick über die Terrasse und entdeckt bunte Lampions, einen strahlend grünen Terrassenzaun, Massivholzmöbel und einen Roller. Wer denkt, dass das schon etwas Besonderes ist, wird spätestens beim Betreten des Restaurants sein wahres Wunder erleben.

„Drinnen ist irgendwie draußen“

Betreiber Hoang Tran, der seit neun Jahren erfolgreich das „Kubi“ in derselben Straße betreibt, hat mit seiner Familie und dem Team nach mehrmonatiger Kernsanierung eine komplette Straßenszene aus Hanoi erschaffen. Sobald man drinnen steht, glaubt man in Hanoi zu sein. Eine Straße samt Bordstein leitet einen durch das Restaurant mit seinen drei großen Themenräumen. Das kultige zweirädrige Fortbewegungsmittel Nummer 1 findet man auch drinnen vor, es steht in einer Ecke. Fast meint man das Hupkonzert der chaotisch überfüllten Straßen in Hanoi zu hören, welches sich hier mit dem Stimmen der Gäste vermischt. Man sitzt wie an einer echten vietnamesischen Straßenküche, samt Hausfassade und Markise. Oder unter wellblechverkleideter Decke, wie im hinteren Teil des Restaurants, was mit den Körben voller Obst und Orchideen an einen Markt erinnert.
Unzählige Flugblätter, Schriftzüge und vietnamesische Filmplakate schmücken die Wände. Dazwischen viel Stein, Holz und fröhliche Farben. Ein bisschen erkennt man die Handschrift aus dem Kubi wieder, aber diese Einrichtung hebt sich deutlich von allen anderen ab. Selbst bei den Toiletten sieht man die Detailverliebheit in jeder Ecke – da steht wieder ein Roller. Die bekannten Strommasten mit ihrem kilometerlangen Kabel-Wirrwarr versorgen die vielen Lampen stilecht mit Strom. Die meisten Einrichtungsgegenstände sind original aus Vietnam und wurden in sechs Monaten einmal um die Welt geschifft.

„Indochine Fusion Kitchen“

vorne links: Salty Pacific / hinten rechts: Zitronengras-Limonade

Die Speisekarte, die wie eine Zeitung gestaltet ist, kommt zweisprachig daher. Sie ist informativ und auch übersichtlich, was die Essensauswahl angeht. Die Gerichte und Getränke sind klar definiert und die Auswahl schnell getroffen. Zum Einklang bestellten wir eine erfrischende Zitronengras-Limonade und einen Salty Pacific. Letzteres ist eine süß-sauer-salzige Limonade aus Kumquats, asiatischen grünem Pfeffer und Meersalz – unbedingt probieren! Als erste Vorspeise genossen wir saftiges, in Lotblättern eingerolltes Rindfleisch mit Speck und klassischer Chili-Limettensoße, welches den Namen La Lot Skewer trägt. Es gibt dieses Gericht auch als vegetarische Version mit Tofu, Shitake-Pilzen, Morcheln und einem Hauch Erdnüsse. Dagegen waren die Ho Tay Pancakes, frittierte Garnelen in Kurkuma-Süßkartoffelteig , ein leicht süßlicher Gegenspieler. Asiatische Kräuter und eine mit Knoblauch-Chili verfeinerte Limetten-Fischsoße rundeten das Gericht herrlich ab. Danach folgte Bun Cha Obama, wunderbar gegrillte Schweinebauchspieße mit Frikadellen aus Schweineschulter, Karamelsoße, Bun-Nudeln und Limetten-Dip und Hanois Surf & Turf.

Hanoi`s Surf & Turf

Das Surf & Turf bestand aus feinen gebratenen Rindfleischstreifen mit Pak-Choi in Hoi-Sin-Soja Reduktion, Koriander, Jasminduftreis und in Honig marinierten Garnelen-Spieße, die auf einem Lava-Stein-Grill zubereitet wurden. Die Geschmäcker der verschiedenen Cross-Over-Gerichte, mit den vielen Gewürzen und Kräutern, waren zum Teil neu, auf jeden Fall sehr lecker. Kräuter wie vietnamesische Minze, Koriander und Basilikum lagen hierbei auch oft extra bei, damit man sein eigenes Essen selbst verfeinern kann. Die landestypische Frische der einzelnen Zutaten überzeugte genauso wie die Speisen im Ganzen. Viele dieser Gerichte gibt es auch in vegetarischer Form. Klassiker wie Pho, eine reichhaltige vietnamesische Reisnudelsuppe mit Rind- und Hühnerfleisch oder verschiedene Bowls bzw. Hot Pots findet man ebenfalls auf der Karte.

Wer kein Geld hat, um mal eben nach Hanoi zu fliegen, aber echte indonesische/vietnamesische Küche probieren will, sollte in den Sprengelkiez gehen. Das Hanoi St.16 bietet nicht nur tolle frische Produkte und Gerichte zu fairen Preisen an, sondern auch eine außergewöhnliche authentische Location.

Hanoi St.16

Torfstr.16 , 13353 Berlin,

Montag-Sonntag 12-23 Uhr ( Küche bis 22:30 Uhr)

https://www.facebook.com/hanoist16/


Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne:

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.