UPDATE: The Cedar – Entspannung an der Reinickendorfer Straße

Die vielbefahrene Reinickendorfer Straße ist für viele Weddinger nicht mehr als der Weg zur U- Bahn. Sie ist mehr Zweck, als ein Ort zum längeren Verweilen – bis vor wenigen Tagen. Denn zwischen der U-Bahn-Station Nauener Platz und dem Nettelbeckplatz lädt nun das erste Café zum Verweilen ein: „The Cedar“.

Kleine Holztische reihen sich auf dem Gehweg. Die Stühle auf dem Gehweg richten sich wie in Frankreich direkt auf die Reinickendorfer Straße aus – eine Straße, die eigentlich eher für Autos, Hektik und Lärm, als für Idylle und Entspannung steht. Doch Besitzer Ali Aba Torab konfrontiert genau dies. Die Besucher werden durch die Orientierung der Stühle gezwungen, sich die Straße genauer anzuschauen.  „Ich möchte, dass man sich durch mein Café hier in der Gegend kennenlernt“, wünscht sich Torab.

Kuchen, Hummus, Couscous…

Das Wichtigste sei ihm jedoch, dass die Besucher einen guten Kuchen und Kaffee erhalten. Für ihn ist es daher selbstverständlich, dass die Speisen hausgemacht sind. Da er selbst aus dem Libanon stammt, sind viele Rezepte orientalisch. So gibt es beispielsweise Hummus-Gerichte oder Couscous. Auch der Name des Cafés „The Cedar“ ist libanesisch: Die Libanon-Zedar ist ein Baum, der Frieden, Helligkeit und Ewigkeit symbolisiert. Er findet sich auch auf der libanesischen Flagge wieder.

Betritt der Passant schließlich das Café, präsentiert sich ein gemütlicher und sehr stilvoll eingerichteter Raum. Eine breite Holztheke bietet den Blick auf Speisen und Getränke: Neben Gläsern selbstgemachter Marmelade und einigen Flaschen Öl aus dem Libanon türmt sich ein Teller mit Croissants und die Kühltheken bieten eine Sicht auf Salate und Kuchen. „Hier kann man abschalten“, betont Torab. Eine riesige gläserne Schaufensterscheibe trennt den Cafébesucher vom Lärm, nicht aber von der Sicht auf die Straße. So sind die Gäste des Cafés nicht ganz vom Geschehen des Kiezes abgeschottet.

Auch das Mobiliar hat der Besitzer selbst angefertigt. Lange vor Eröffnung sah das Café daher eher wie eine kleine Tischlerei aus: „Ich wollte etwas selber machen“. Die harte Arbeit hat sich gelohnt: Das Café ist ein kleiner heller Raum und wirkt durch die dunklen Holzmöbel trotzdem gemütlich und vor allem ungezwungen. Denn „The Cedar“ grenzt sich nicht vom Stadtbild ab, sondern es gliedert sich ein und fordert den Besucher auf, sich die Reinickendorfer Straße etwas länger anzuschauen.

„The Cedar“ ist inzwischen in einen Falafel-Imbiss umgewandelt worden, Reinickendorfer Str. 95Uhr, Website, Instagram Kanal

Autorenfoto Annika KeilenTäglich fährt Annika mit dem Fahrrad an der Reinickendorfer Straße entlang. Nun muss sie des Öfteren ein bisschen mehr Zeit für ihren Weg zu Arbeit oder Uni einplanen: Schließlich muss die Kaffeepause im The Cedar nun eingerechnet werden.


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