Was wir über die neue S-Bahn zum Hauptbahnhof wissen

S-Ban-Brücke, fotografiert in der Tegeler Straße. Foto: HenselLassen wir mal alle Probleme beim Bau der als S 21 bezeichneten neuen S-Bahn-Linie außen vor, die zu Planungsänderungen, Bauzeitverlängerungen und provisorischen Zwischenlösungen geführt haben. Der Bau schreitet jetzt jedenfalls weiter voran und wir können uns auf eine neue S-Bahn-Verbindung vom und zum Hauptbahnhof freuen. Diese wird am Ende eine gute Milliarde Euro gekostet haben und könnte Ende 2020 eröffnet werden.

Sie hat nur Kurzzüge

Am Hauptbahnhof wird es nur einen provisorischen kurzen Bahnsteig unter der Invalidenstraße geben. Daher können nur Vier-Wagen-Züge (Kurzzüge) eingesetzt werden, die dort beginnen und über den Bahnhof Wedding zum Bahnhof Gesundbrunnen führen. Dieser kleine Shuttle-Betrieb wird eventuell als „City-S-Bahn“ bezeichnet, wie die Linie bahnintern schon genannt wird.

Sie fährt durch Tunnel und über Brücken

Mit einem bereits heute schon vorhandenen Tunnelabschnitt, über den die Strecke aus der Ringbahn ausfädelt, und einer neuen Brücke über den Berlin-Spandauer-Schiffahrtskanal erhält die neue S-Bahn eine weithin sichtbare und stadtbildprägende Wirkung. Vom Tunnelausgang auf Straßenniveau auf Höhe der Tegeler Straße steigt die Strecke an und unterquert die Fernbahnbrücke, indem sie durch eine eigens dafür freigelassene Lücke im Brückenpfeiler geführt wird. Dort beginnt schon die neue S-Bahn-Brücke, auf der die S-Bahn selbst über den Kanal, das Friedrich-Krause-Ufer und die Perleberger Straße fährt. Am Rand der zukünftigen Europacity an der Heidestraße taucht die aufgeständerte Strecke langsam auf einer Rampe ab und verschwindet kurz vor der Minna-Cauer-Straße in ihrem eigenen Tunnel, wo die provisorische Endstation „Hauptbahnhof“ liegt.

Sie ist nur so halb fertig

Der ursprünglich vorgesehene Bahnhof, weiter südlich direkt neben dem U55-Bahnsteig Hauptbahnhof, muss noch mit großem Aufwand umgebaut werden, damit die Strecke später auch in Richtung Potsdamer Platz verlängert werden kann und somit ihren eigentlichen Verkehrswert entfaltet.

Sie brettert durch

Ein an der Perleberger Straße vorgesehener Bahnhof wurde zunächst eingespart. Wenn die Kosten-Nutzen-Analyse aktualisiert werden sollte, dürfte sich diese Station in einem sich schnell entwickelnden Gebiet als sinnvoll erweisen.

Sie zwingt uns zum Umdenken

Bei der Straßenführung wird sich ebenfalls einiges ändern: Die Straße Nordufer wird bis zur Fennstraße geführt und teilweise in einen Trog tiefergelegt. Die Tegeler Straße wird beiderseits der Brücke zu zwei Sackgassen, da die Trasse die Straße schneidet.

Sie verbindet uns besser

Auf jeden Fall ermöglicht die vier Kilometer lange Strecke eine neue umsteigefreie Anbindung an den Hauptbahnhof für alle, die nahe am S-Bahnhof Wedding arbeiten oder wohnen. Vom Gesundbrunnen aus gibt es bereits heute schon direkte Regionalbahnverbindungen zum Hauptbahnhof, die umsteigefreie S-Bahn-Verbindung käme dann noch als Verbesserung hinzu.

 

 

 

 

 


2 Kommentare
  1. Ich weiß, es ist das Konzept des Weddingweisers, nur über die guten Seiten des Weddin zu berichten. Aber die Durchtrennung der Tegeler-Straße macht den ganzen Sprengel-Kietz zu einer Enklave, die, wie damals durch die Mauer von der Innenstadt abgeschnitten ist. Wer nicht gerade mit der S-Bahn unterwegs ist, hat nur die Alternative über die Müllerstraße. Und das der Fernradweg R1 hier durchtrennt wird, ist auch kein Grund zur Freude.

    1. Hallo eimaeckel, wir berichten schon länger nicht mehr nur über die schönen Seiten des Wedding. Dieses Mal haben wir aber beschlossen, es mal positiv zu betrachten. Aber man kann das durchaus kritisch sehen mit der S21. Insofern danke für Deinen Kommentar, den ich als sinnvolle Ergänzung betrachte. Dominique, Weddingweiserin

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