Zur Demo gegen Mietsteigerungen

Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel
Genau das Thema: Ein Plakat am ExRotaprint. Foto: D. Hensel

Meinung Das sagen wir wirklich selten, aber jetzt muss es sein: Geht mal raus aus dem Wedding! Am Samstag findet eine Demonstration gegen Mietsteigerungen am Potsdamer Platz statt. Denn die Mieten steigen auch bei uns, viele Menschen haben Angst, irgendwann finanziell nicht mehr mithalten zu können. Auch im traditionell armen Wedding sorgen sich inzwischen immer mehr Mieter, Vereine, Kreative. Am Samstag werden auch viele Initiativen von hier dem Aufruf folgen und mit dem Marsch unter dem Motto „Mietenwahnsinn widersetzen“ ein Zeichen setzen.

Für günstigen Wohnraum: Drei Initiativen aus dem Wedding

Die Demonstration will zeigen: das Thema ist in der Bevölkerung angekommen, das Engagement wächst. Kleine Initiativen aus dem Stadtteil versuchen auch schon länger, sich drohenden Mietsteigerungen mit viel Engagement und Beharrlichkeit entgegen zu setzen. So will der Verein AmMa 65, ein Zusammenschluss der Mieter, ein Haus an der Ecke Malplaquetstraße und Amsterdamer Straße kaufen, um den Wohnraum für die Mieter zu sichern. Er hat dabei mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Noch komplett in Wartestellung, und zwar seit Jahren, ist das Non-Profit-Projekt ps wedding im Brunnenviertel. Hier will ein alternatives Projekt auf einem alten Schulgelände dauerhaft preiswerten Wohnraum schaffen und alternative Wohnformen unterstützen.

Es hat auch schon geklappt! Schon vor länger Zeit erfolgreich war ExRotaprint in der Gottschedstraße. Das Gelände wurde gekauft und wird heute genossenschaftlich betrieben – ein Ort für Gewerbe, Kunst und Kultur wurde geschaffen. Verkauf, Spekulation, überzogene Mieterhöhungen und Verdrängung sind hier dank einer ausgetüftelten Organisationsform ausgeschlossen.

Das sind nur drei Beispiele für Gegenbewegungen zum aktuellen Trend der Mietsteigerungen.

Die Initiativen unterstützen

Diese vielen Initiativen sind gut. Indem sie versuchen, sich selbst zu retten, kämpfen sie für günstige Mieten, und helfen damit allen. Bei der Demonstration ist nun die Gelegenheit, sich neben die Engagierten zu stellen und mit ihnen gegen steigende Mieten und für einen Kurswechsel in der Wohnungs- und Mietenpolitik zu demonstrieren. Ob einige der Initiativen für den ein oder anderen politisch zu links ist oder gerade zu wenig links sind, ist dabei egal. Das Thema Mieten ist wichtig und geht alle an. Es braucht mehr Aufmerksamkeit, noch mehr Anstrengungen seitens der Politik. Eine Demo kann dabei ein eindrucksvolles Zeichen sein. Die Weddinger Initiativen, Mieter und dieses wichtige Thema haben es verdient, dass das am Samstag eine große Demonstration wird. So wird die Botschaft besser gehört.

Wer bei der Mieten-Demo mitmacht

Wir machen mit bei der berlinweiten Demonstration: Gemeinsam gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn. Am 14. April 2018, ab 14 Uhr ab Potsdamer Platz.Viele Initiativen aus dem Wedding unterstützen die Mietendemo bereits. Mit dabei sind: das SprengelHaus Wedding, die Initiative Hände weg vom Wedding, das Prime Time Theater mit „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“, ExRotaprint, der Gemeinschaftsgarten himmelbeet, das Hausprojekt Koloniestraße 110 sowie AmMa56. Aber auch größere Vereinigungen, in denen weitere Weddinger organisiert sind, machen mit: unter anderen der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Mietshäuser Syndikat,  die GEW – Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft, die Berliner Obdachlosenhilfe, der Berliner Mieterverein und viele weitere mehr. Insgesamt unterstützen bisher 192 Initiativen die Demonstration und ihr Anliegen. Alle Unterstützer stehen auf der Webseite zur Demo Mietenwahnsinn widersetzen.

Mieten-Demo: Organisatorisches

Die Demonstration startet am Samstag (14.4.) um 14 Uhr am Potsdamer Platz. Die Route führt über Leipziger Straße, Mauerstraße, Friedrichsstraße, Hedemannstraße, Wilhelmstraße, Mehringdamm, Obentrautstraße, Großbeerenstraße, Yorckstraße zur Goebenstraße/Ecke Potsdamer Straße. Dort ist die Schlussveranstaltung geplant.


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