Weiter unverblümt durch den Wedding

Swing Workshop vorm Kugelblitz. Foto: georg+georg
Swing Workshop vorm Kugelblitz. Foto: georg+georg

Gute Nachrichten für alle Freunde der unverblümt Kulturexpeditionen: Die beliebte Kultur- und Konzertreihe wird drei weitere Jahre vom Quartiersmanagement Pankstraße gefördert und so werden schon sehr bald wieder unverblümte Karawanen mit Pauken, Trompeten und einer satten Portion Kultur durch den Pankstraßen-Kiez ziehen. Veranstalter ist weiterhin die Weddinger Agentur georg+georg in Kooperation mit den Kollegen 2,3. Der erste Termin in diesem Jahr ist der 26. April.

Yatao mit Handpan und Didgeridoo auf dem Utrechter Platz. Foto: georg+georg
Yatao mit Handpan und Didgeridoo auf dem Utrechter Platz. Foto: georg+georg

Eine unverblümte Kulturexpedition?  Der Projektname bezieht sich auf das Klischee vom rauen, bodenständigen, ungeschminkten ehemaligen Arbeiterbezirk, der aufgrund seines Klimas „unverhipsterbar“ zu sein scheint. Bei den Kulturexpeditionen handelt es sich um geführte (Fuß-)Touren zu drei bis sechs verschiedenen Orten im Kiez: zu öffentlichen Plätzen, in rauchige Bars, feuchte Oasen, alte und neue Läden, Galerien, private Wohnungen oder kleinteilige Werkstätten, in versteckte Hinterhöfe, dunkle Keller und auf Hausdächer. Dort findet jeweils ein kurzes Programm statt, zum Beispiel Konzerte, Lesungen, Workshops, Theater, Film, Führungen.

Bei der letzten Kulturexpedition sah das so aus:

Seit 2015 gibt es Unverblümt nun schon. Zählt man genau,  so kommt man auf 19 Veranstaltungen mit rund 60 Stationen, 70 Künstlern und mehr als 20 Mitmach-Aktionen. So gab es unter anderem Yoga mit Alphornmusik auf dem Karstadt-Dach, das ehemalige Krematorium Wedding (silent green Kulturquartier) wurde vom Keller bis zur Kuppel bespielt, Paul Bokowski hat in einem Getränkeladen Geschichten gelesen, Tapete im Crossfit-Studio krassen Hip-Hop angestimmt und Karl Heinz Jeron vor dem kleinen „Sevindik Market“ verfaultem Gemüse elektronische Musik entlockt. Lotta hat euch die ersten Swing-Schritte vor der Hertha-Kneipe „Zum Kugelblitz“ beigebracht, das Baumhaus verwandelte sich in eine human beatbox und im Magendoktor waren ziemlich dissonante Töne aus quietschenden Luftballons zu hören. Neue Musik! Weitere Informationen, Fotos und Videos gibt es auf der Facebook-Seite des Projekts.

Paul Bokowski las im ADO Getränkemarkt. Foto: georg+georg
Paul Bokowski las im ADO Getränkemarkt. Foto: georg+georg

Das Besondere an diesem Veranstaltungsformat ist, dass es für ein paar Stunden mal nicht nur um anonymen Kulturkonsum geht. Die Expeditionsteilnehmer haben die Möglichkeit, ihren Kiez und ihre Nachbarn (besser) kennenzulernen, mit den teilnehmenden Künstlern ein Bierchen zu trinken, in den unterschiedlichsten Orten auch mal hinter die Kulissen zu schauen und mit den Betreibern ins Gespräch zu kommen.

In der aktuellen Förderperiode will Unverblümt noch ein wenig tiefer in den Kiez eintauchen. Und dazu brauchen die Veranstalter Ideen und Feedback und rufen deshalb auf: Ihr wohnt im Pankstraßen-Quartier und findet, euer Hinterhof/Balkon/Wohnzimmer sollte unbedingt mal Teil von Unverblümt sein? Dann schreibt eine Mail an [email protected].  Auch alle anderen können Unverblümt mitgestalten. Anmerkungen, Wünsche und Ideen für zukünftige Veranstaltungen können in einer kurzen Umfrage weitergegeben werden.

Karagöztheater in der Eyüp Sultan Moschee Lindower Straße. Foto: georg+georg
Karagöztheater in der Eyüp Sultan Moschee Lindower Straße. Foto: georg+georg

Schon sehr bald geht es weiter!  Die nächste Unverblümt-Tour findet am 26. April statt: Start ist voraussichtlich um 17.45 Uhr auf dem Flakturm im Volkspark Humboldthain. Auf dem Programm steht ein kulturhistorischer Vortrag, ein antikapitalistisches Jodelduo, Obdachlosentheater im Park, eine Lesung im Humboldthain Club und Post-Punk in der Wiesenburg. Der Eintritt ist wie immer frei. Mehr zur ersten Tour demnächst hier auf dem Weddingweiser-Blog!

-> Die Unverblümt-Termine 2018: 26. April, 24. Mai, 4. Juli, 3. August, 12. Oktober, 24. August, 5. Oktober

Text und Fotos: georg+georg


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