Kunstsalon: Über den Umgang mit Erinnerung

Doreen Trittel (links) und Susanne Haun bei bei einem Treffen zur Planung des Kusntsalons. Foto: D. Trittel
Doreen Trittel (links) und Susanne Haun. Foto: D. Trittel

Der nächste Kunstsalon im Atelier von Susanne Haun in der Groninger Straße steht bevor. Er findet am Dienstag, den 20. März ab 18 Uhr statt. Dieser 16. Salon beschäftigt sich mit dem Thema „Künstlerischer Umgang mit Erinnerung“. Zu Gast sein wird die Künstlerin Doreen Trittel. In der Folge wird eine Ausstellung mit ihrer gemeinsamen Installation an ausgewählten Terminen zu sehen sein.

Kunstsalon im Atelier von Susanne Haun. Foto: S. Haun
Kunstsalon im Atelier. Foto: S. Haun

Manche Kunstwerke erschließen sich heute nicht mehr durch den sinnlichen ersten Eindruck. Ihre Bedeutung ergibt sich aus der Geschichte hinter dem Werk. So muss sich der Betrachter das „Wer, Wie, Was, Warum“ erarbeiten. Diese Erkenntnisse ermöglichen eine andere Tiefe der Wahrnehmung, nehmen den Rezipienten mit auf die Reise und vervollständigen das Werk. Doreen Trittel und Susanne Haun zeigen mit ihren Arbeiten im Rahmen des Kunstsalons, welche Arbeiten notwendig sind, um die Leichtigkeit der gezeigten Installation zu erzeugen.

Die Künstlerinnen
"Geborgenheit und Freiheit", Collage von Susanne Haun, 2018
„Geborgenheit und Freiheit“, Collage von Susanne Haun, 2018. Repro: Weddingweiser

Die beiden Mauerkinder Susanne Haun, geboren 1965 und aufgewachsen in West-Berlin Wedding sowie Gast Doreen Trittel, geboren 1973 und aufgewachsen in Ost-Berlin Friedrichshain tauschten im Vorfeld des Kunstsalons Erinnerungen ihrer Kindheit aus und stellten neben Unterschieden sehr viele Gemeinsamkeiten im Aufwachsen in Berlin zu Mauerzeiten fest. Sie beschlossen, Erinnerungsstücke in einer gemeinsamen Installation und in Collagen gegenüber zu stellen.

Die entstandene Installation steht auch im Zusammenhang mit dem sogenannten Zirkeltag am 5. Februar 2018, an dem die Mauer auf den Tag genau 10316 Tage stand und genauso viele Tage nicht mehr ist. Die beiden Künstlerinnen möchten sich im Gespräch mit ihren Besuchern austauschen und auf Begriffe wie privat, persönlich und die Verarbeitung von Erinnerungen in der Kunst eingehen. Dabei werden auch die Techniken der Installation und Collage als Kunstwerk angesprochen und diskutiert. Stille Besucher, die gerne zuhören und sich inspirieren lassen, sind genauso willkommen wie jene Besucher, die gern ihre Gedanken zum Thema einbringen möchten.

Gast beim Kunstsalon: Doreen Trittel
"Veränderung", Collage von Doreen Trittel, 2018. Repro: Weddingweiser
„Veränderung“, Collage von Doreen Trittel, 2018. Repro: Weddingweiser

In Installationen, Collagen und Fotografien setzt sich Doreen Trittel immer wieder mit den Themen Erinnerung und Veränderung auseinander. Dabei mixt sie die Materialien und Ausdrucksformen. Oft fügt sie ihren Werken Worte oder textile Elemente hinzu, um neue Perspektiven zu schaffen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeiten begründet sich auf ihre ostdeutsche Herkunft und in ihren Erfahrungen als Stasikind. Kunst ist für Doreen Trittel die Chance zu Veränderung und innerem Wachstum. Damit möchte sie die Menschen erreichen und ihnen Mut machen.

Die Ausstellung

Die gemeinsame Arbeit von Susanne Haun und Doreen Trittel ist beim Kunstsalon am 20. März ab 18 Uhr im Atelier von Susanne Haun in der Groninger Straße 22 zu sehen. Darüber hinaus öffnet die Gastgeberin an sieben weiteren Terminen ihre Ateliertür für Interessierte:

  • Freitag, 23. März von 10 bis 13 Uhr
  • Donnerstag, 5. April  von 15 bis 18 Uhr
  • Montag,  9. April von 15 bis 18 Uhr
  • Freitag, 20. April von 10 bis 13 Uhr
  • Donnerstag, 26. April von 15 bis 18 Uhr
  • Donnerstag, 3. Mai von 15 bis 18 Uhr
  • Freitag, 4. Mai von 10 bis 13 Uhr
  • und nach Vereinbarung

Atelier Susanne Haun, Groninger Straße 22, E-Mail: [email protected], Telefon: (030) 43 00 45 72, Web: KunstSalon Susanne Haun

Text: Susanne Haun


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