Weddingmelder Wochenschau #41/17

Spielen auf eigene Gefahr
Spielen auf eigene Gefahr. Manno, warum soll man selbst auf sich aufpassen?

Es ist eigentlich zu dumm, dass nicht andere für einen lernen können. Und auch Verantwortung soll man selber tragen. Wirklich zu blöd. Ja muss man denn alles alleine machen? Ach, wie schön war es doch während der Schulzeit. Da war wenigstens der Lehrer schuld, wenn man nix kapierte. Aber im Wedding ist es wie im richtigen Leben: Es kommt immer auf einen selber an. Was zum Beispiel in den letzten Tagen zu lernen war und was in der nächsten Woche zu lernen sein wird, das steht im Weddingmelder.

Darüber redet der Wedding

Ernst-Reuter-Schule
Keine Heizung in der Ernst-Reuter-Schule. Foto: Weddingweiser

Lektion eins: Es sind noch keine Herbstferien, aber die Schüler der Gustav-Falke-Grundschule und der Ernst-Reuter-Oberschule hatten schon Freizeit. Weil: Unterrichtsausfall. Die Heizung spielte nicht mit. Den Direktoren der beiden Schulen wollte man nicht zumuten, Verantwortung zu übernehmen und selbst einen ordentlichen Heizungsvertrag für ihre Schulhäuser auszuhandeln. Das nahmen den beiden Direktoren die freundlichen Mitarbeiter in den warmen Amtsstuben mal lieber ab. Auch Schulleiter sollen sich eben wie Schulkinder fühlen. Befreit von der ollen Bürde Verantwortung. Es reicht doch vollkommen aus, wenn sie Schule spielen. Die genauen Hintergründe hat die Berliner Zeitung.

Am 10. März dieses Jahres stand in einem Beitrag des Weddingweisers noch, dass für den wachsenden Wedding ein einziger Schulneubau ausreichen solle. Lerne: bildungsferne Weddinger Gören müssen nicht zur Schule, weil die ihr Leben später sowieso nicht selbst in die Hand nehmen wollen! Nun müssen die armen Kids aus dem Wedding aber doch etwas lernen. Denn Carsten Spallek baut neue Schulen – und das nicht zuletzt im Wedding. Schulneubau: Erstens in der Sellerstraße 28 auf dem Bayer-Gelände. Zweitens: Schul(ersatz-)neubau in der Pankstraße 70. Drittens in der Reinickendorfer Straße 60 auf dem Gelände des Hauses der Gesundheit. Und kommt noch eine Wiedereröffnung in der Gotenburger Straße hinzu 7? Die Berliner Woche hat Details wie zum Beispiel die Kosten.

Max-Josef-Metzger-Platz
Büsche kommen fort, noch bessere Sicht auf die Trümmersäule des Max-Josef-Metzger-Platzes. Foto: Weddingweiser

Es können sich Menschen melden, die Verantwortung für Grünflächen übernehmen wollen. Oder ist es dafür wieder einmal zu spät? Lektion: Schöne Umbaupläne für Weddings Plätze sind zwar vorgesehen. Aber die haben keinen Platz für Gemeinschaftsbeete. Wozu auch? Die Weddinger haben nicht mal gelernt, wie eine Baumscheibe amtlich zu bepflanzen ist. Das Bezirksamt musste extra eine Anleitung erstellen. Deshalb nun schön durchgestaltet und zwar ohne Freiflächen wird der Louise Schröder-Platz an der Osloer Straße – mit einem Wasserspiel. Der Max-Josef-Metzger-Platz in der Gerichtstraße (neben dem Arbeitsamt) wird buschfrei. Der Zeppelinplatz vor der Beuth-Hochschule wartet jetzt mit einem „Jugendbereich“ auf. Liest man die Pressemitteilungen, dann lernt man, dass man nicht ungerecht sein soll, denn Weddinger haben ja längst Verantwortung für ihre Plätze übernommen: durch „intensive Bürger- und Kinderbeteiligung“. Na, dann.

4. Wem der Weddingweiser zu lax formuliert, der kann nun direkt der offiziellen Wortwahl des Bezirksamt folgen: Auf Twitter und auf Instagram. Auf Facebook war kein Kanal des Amtes zu finden. Ob das daran liegt, dass Facebook ja sowieso tot sein soll? Oder ist das so, weil Facebook ein amerikanisches Unternehmen ist?

Termine

Dienstag, den 17. Oktober, um 19 Uhr im silent green: Fennesz, Noveller, The Nent, Altaj. Die Musiker machen Drone/Noise/Ambient.

Mittwoch, den 18. Oktober, um 21 Uhr geht es im City-Kino in Simone Weidels Dokumentarfilm „Kings of Kallstadt“ um zwei Könige des Provinznestes Kallstadt in der Pfalz. Der eine ist Gründer von Heinz-Ketchup, der andere Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Beide haben Vorfahren in dem Nest Kallstadt. Davor um 19 Uhr gibt es den Vortrag „Trump als Schauspieler„.

Mittwoch, den 18. Oktober, um 18 Uhr stellt sich die Frage: Ist das noch Kunst oder schon Berlin? Der Sechsenmaler Rainer Brendel stellt in der panke gallery aus und klärt am Mittwoch darüber auf, was es mit der Kunst-6 auf sich hat.

Donnerstag, 19. Oktober, um 20 Uhr: Das bi’bak hatt zwei Filme des bekannten und eigenwilligen österreichischen Regisserus Ulrich Seidl ausgegraben. „Die letzten Männer“ und „Paradies Liebe“.

Atze-Musiktheater
Das Atze-Musiktheater. Foto: Hensel

Freitag, den 20. Oktober, so ab 13 Uhr sind endlich Herbstferien. Viel Zeit für das Atze Musiktheaer (zum Beispiel Emil und die Detektive), das Labyrinth Kindermuseum Berlin (aktuelle Ausstellung: Kultummel) oder für den Kinderbunten Bauernhof. Und natürlich gibt es noch die Bowlingbahn Schillerpark oder die Kegelbahn beim Inder Papadam. Das Magic Mountain zum Klettern. Und die Familienzentren mit ihren Ferienangeboten.

Freitag, den 20. Oktober, ab 23 Uhr wird es laut im Anita Berber. House und Techno wird auf Facebook versprochen bei  Durch die Nacht Vol 2.

Schlittschuhe
Schlittschuhe an. Foto: Hensel

Sonnabend, den 21. Oktober, um 9 Uhr beginnt der Winter. Das Erika-Heß-Eisstadion  eröffnet wieder die Außenbahn. Die Öffnungszeiten fürs Schlittschuhlaufen für alle stehen unten in unserem aktualisierten Beitrag.

Sonnabend, den 21. Oktober, um 20 Uhr feiert der PopChor Wedding seinen dritten Geburtstag. Mit Vorband (heute sagt man Support) und Aftershowparty.

PS:

Wir lernen: Weil die osteuropäischen Obdachlosen ihre Tipistadt im berlinweit bedeutsamen Tiergarten errichtet haben, musste mit der Faust auf den Tisch geschlagen werden: „Diese Menschen haben hier kein Bleiberecht, Berlin muss sich ehrlich machen und die Abschiebung ernsthaft prüfen“ (Zitat nicht von Horst Seehofer, sondern von Stephan von Dassel, Grüne, Bezirksbürgermeister von Mitte)? Bleibt zu hoffen, dass er verantwortungsvoller vorgegangen worden wäre, wenn die Obdachlosen ihr zugiges Zuhause unter freiem Himmel im Schillerpark gefunden hätten. Den kennt außerhalb des Weddings niemand.

Das stand im Weddingweiser

Burger
Das ist der Bob mit Beilagen. Foto: Louis Alfons

Na, da hat der Weddingweiser mal wieder den Geschmacksnerv  der Leser getroffen: Louis Alfons: Auf den Burger gekommen.

Mit pflanzlichen Haarfarben, also richtig zum Ankabbern, sind die Frisuren, die dieser Kiezfriseur macht: Ein entspannter „Frisuer im Wedding“.

Multi-Kulti: ja. Multi-Propagandie: nein. Ein Leser des Weddingweisers ärgert sich über einen Film der türkischsprachigen Filmreihe. Und das Alhambra antwortet in: Umstrittene Unterhaltung im Spätprogramm.

Schau an

Das waren noch Zeiten, als Laser-Line bei „Berlin leuchtet“ mitmachte. Muss man also doch wieder in die Stadt fahren, wenn man Leuchten und Lights sehen will. Nur noch heute, 15. Oktober!

Berlin leuchtet Laserline
Vor wenigen Jahren noch nahm Laserline bei Berlin leuchtet teil. Foto: Andrei Schnell

Wichtige Ergänzung? Konstruktiver Kommentar? Gerne:

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