Louis Alfons: Auf den Burger gekommen

Neuer Burger hier, bester Burger da. Überall sprießen seit einiger Zeit die Burger-Läden aus dem Boden. Mal zu Recht als Non-Plus-Ultra-Burger betitelt, Mal eher zum Scheitern verurteilt. In der Gerichtstraße 60 hat im August ein neuer Laden eröffnet, das Louis Alfons. Hier gibt es Burger, Steak, Suppe und Salat. Wobei Burger im Mittelpunkt des Angebots stehen. Ein Besuch im neuesten Burger-Laden des Wedding.

Viele aus der Nachbarschaft und Schreibtischarbeiter aus den umliegenden Büros freuen sich über das Louis Alfons und die neue Alternative beim Mittagessen. Sie haben jetzt neben Burgern auch Limonade, Eistee, Salate und sogar Steak neu auf ihrer Speisekarte. Übrigens stehen auch ein veganer und zwei vegetarische Burger zur Auswahl.

Was ist drin in den Burgern?

Im Louis Alfons werden, soweit möglich, regionale Zutaten für die Burger und die anderen Gerichte verarbeitet. Das Fleisch kommt zum Beispiel vom Simmentaler Rind aus Brandenburg. Die Brötchen werden von „Beumer & Lutum“ in Neukölln hergestellt. Die Saucen sind selbstgemacht.

Wer steht hinter dem neuen Laden?

Raphael und Janine

Betreiber des Louis Alfons sind Raphael Prejs und Janine Habler-Schultze. Beide sind in Sachen Gastronomie Quereinsteiger. Janine bringt zwar Gastro-Erfahrung mit, aber nicht im Burger-Business. Raphael war dafür gerne als Konsument der üppig belegten Brötchen unterwegs. Aber vielleicht ist das auch die beste Herangehensweise, um abwechslungsreiche Burger abseits des Cheeseburger-Mainstreams zu servieren. Ideen haben die beiden jedenfalls: So gibt es beispielsweise den „Jacek“. Das ist ein Burger mit Bigos (Raphael hat polnische Wurzeln) oder den „Edi“ mit Guacamole und vieles mehr. Es soll schließlich immer etwas Besonderes sein. Sogar ein Entrecôte ist auf der Karte zu finden.

Wie wurde das Louis Alfons, was es ist?

Eigentlich sollte das Louis Alfons schon vor einem Jahr eröffnen. Doch es kam anders. Lange Zeit hat sich an dem Standort ein Wettbüro befunden. Weil das natürlich ganz anders ist, musste viel umgebaut werden. Die neu geölten Dielen im vorderen Bereich entzündeten sich eines Nachts und es kam zum Schwelbrand. Es brannte zum Glück nicht lichterloh, aber der Rauch und der Ruß musste erst mal wieder beseitigt werden. Davon ist heute natürlich nichts mehr sehen. Das Lokal ist gemütlich eingerichtet, die Küche ist offen. Wer will kann bei der Burger-Werdung zusehen.

Wer wissen möchte, warum der Laden nicht einen naheliegenden Namen wie zum Beispiel Gerichtsburger oder Burgergericht bekommen hat, dem sei auch das verraten: Namensgeber ist der Dackel von Raphaels Mutter. Der ist übrigens seit neuestem preisgekrönt und darf als internationaler Champion gegen Geld seine Gene verbreiten …

Wie schmecken die Burger?

Das ist nicht der Cheesburger. Das ist der „Bob“ mit Beilagen. Foto: Louis Alfons

Ich habe, wie so oft, einfach Cheeseburger bestellt. Meiner Meinung nach kann man so am besten vergleichen. Nun, was soll ich sagen? Es war – und das ist ehrlich gemeint – ein echtes Geschmacks-Erlebnis. Eine ausgewogen pikante Sauce fügte sich wohlig in den Geschmack des ersten Bisses. Es erinnerte mich, was die Pikantheit angeht, fast an die Rebel-Room-Sauce. Keine Über-Dominanz von Salat wie zuletzt beim „Berlin Burger International“-Burger, keine Fadheit wie bei BRGS. Das Pikante wurde abgelöst von einer Süße, die wahrscheinlich von den karamellisierten Zwiebeln stammt. Am Ende vermischte sich alles und wurde perfektioniert vom auf den Punkt gebratenen Medium-Patty. Ich hatte zum Glück auf Pommes und Co. verzichtet, weil der Hunger nicht so riesig war. Insgesamt war der Burger die 8 Euro, die er kostet, allemal wert – bei der Größe und den Zutaten. Aber! Geschmack ist ja subjektiv. Also bitte selbst ausprobieren …

PS: Es werden noch Mitarbeiter gesucht.

Louis Alfons, Gerichtstraße 60, Mo-Fr 12-22 Uhr, Sa 16-22 Uhr geöffnet, Facebook-Seite des Louis Alfons

Text und Fotos: Andaras Hahn

 

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