Weddingmelder-Wochenschau #36/17

Helfer
Noch so ein Helfer bei der Wahlentscheidung? Foto: Andrei Schnell

Es sind noch mehr als vier Wochen bis Weihnachten und doch gibt es schon überall Spekulatius. Und es sind noch zwei Wochen bis zur Bundestagswahl und doch gibt es schon überall Helferlein, die bei der Wahlentscheidung helfen wollen. Das ist der überausgewogene Wahl-O-Mat, bei dem die CDU „Ja“ bei sozialen Wohnungsbau ankreuzt. Das ist der schon etwas sinnvollere DeinWal – ok, der Titel ist etwas kindisch. Er funktioniert mit den tatsächlichen Abstimmungen der letzten vier Jahre. – Und nun auch noch die Nachhilfe vom Weddingweiser mit der Weddingmelder-Wochenschau, mal sehen, was da so drin steht:

Darüber redet der Wedding

Darf man für einen Wahlwerbespot Nazi spielen? In der Adolfstraße Ecke Gerichtsstraße sprühten die Linken verfassungsfeindliche Symbole, also Schmierereien an die Wand. Als Filmkulisse für einen antifaschistischen Kurzfilm. Doch Passanten waren nicht amüsiert. Auch die Berliner Morgenpost ist empört. Aber jetzt nicht gleich „Er ist wieder da“ auf Szenen mit Hakenkreuzen durchscannen. So ist die Aufregung nicht gemeint gewesen. Hoffen wir mal.

Wahlplakate
Alte Wahlplakate. Alte Wahlergebnisse als interaktive Karte hat der Tagesspiegel aufbereitet. Foto: Weddingweiser

Auf die kiezgenaue historische Wahlkarte des Tagesspiegel muss rasch hingewiesen werden. Wer wusste noch, dass der Wedding 1990 fast komplett schwarz wählte? Ob 2017 alles grün wird? Oder wird es erstmals bunt? (Also noch bunter als 2009).

Frank Zander hält sich für den Bürgermeister, möchte aber nicht gewählt werden. Er präsentiert lieber ein Hörbuch zur Geschichte von Hertha BSC. Und zwar zünftig in der Behmstraße im „Bierbrunnen an der Plumpe“. Der Tagesspiegel war beim Umtrunk dabei.

Manche vergessen das Hochzeitsdatum, andere gleich den Hochzeitsring. Auf der Facebook-Pinnwand finden sich dann die Paare wieder. In diesem Fall der Ring und der dazugehörige Finger.

Termine

Die Woche hat 5 Tage. Wenigstens bei der Art-Week ist das so. Und welch ein Zufall: fünf ist auch die Zahl der Standorte, mit denen der Wedding dabei ist: Diskussion im Archive Kabinett e.V., Lesung im bi’bak, Ausstellung im OKK, Retrospektive im Kronenboden und Performance im Art Laboratory.

Pankeparcour: Bühne vor Wilma - Foto: Andrei Schnell
Panke Parcours: Bühne vor Wilma – Foto: Andrei Schnell

Birgit Bogner hat drei Mal den Panke Parcours organisiert. Einen herzlichen Dank dafür von der Redaktion des Weddingweisers! Ausgabe vier des Parcours am 16. September wird von der Weddinger Agentur georg+georg auf den Weg gebracht. Morgen, am Montag, werden auf dem Blog des Weddingweisers Details zum „Festival an der Panke“ verraten.

Heute, Sonntag, noch letzte Chance ein paar offene Türen beim Denkmaltag zu finden und ein paar hippe Typen beim 2-Tage-Wedding-Kulturfestival zu treffen.

Straßennamen im Afrikanisches Viertel – da gibt es nur Altbekanntes wiederzukäuen? Gerhild Kommander blickt weit zurück in die Geschichte und findet einen Namensstreit, der gleich nach dem ersten Weltkrieg tobte. Ihre Führung gilt als Kurs an der Volkshochschule. Am 24. September.

Wer mal kurz den Blick hebt, sieht bestimmt direkt in die Augen eines Menschen, der zu den 21 Millionen gehört, die in Deutschland ohne Wahlrecht auskommen müssen. Nein, es sind nicht die Nichtwähler gemeint. Sondern zum Beispiel Kinder. Die können nun immerhin bei der U18-Wahl mitmachen. Symbolisch. Am 15. September. (Wahllokal hier suchen). Ebenfalls symbolisch dürfen die 7,8 Millionen Leute, die ohne deutschen Pass in deutschen Landen Steuern zahlen, bei der Symbolwahl mitmachen. Alles sehr symbolisch! (Wahllokal hier suchen).

Politik zum Anfassen. Wahlplakate mit diesem Spruch hat Deutschlands sinnfreieste Spaßpartei (mit TÜV-Siegel) aufgehängt. Wer noch nicht soweit ist, dass er Strandwäsche mit Politik verwechselt, der darf auch anfassen. Zum Beispiel wirklich und in echt Direktkandidaten am Ärmel zupfen. Am 15. September. Bitte Fragen stellen bei Tischgesprächen in der NachbarschaftsEtage.

Und jetzt noch ein PS: Noch immer wabert ja die Frage mit der Liebe durch den Nebel. Die dann doch nur getarnte Eigenliebe ist? Also zurück zur Klarheit und zur Binsenweisheit: Wer wahrhaft liebt, der lässt den Anderen frei, lässt Änderungen zu und lässt los. Gilt dann auch für das momentan als Flughafen genutzte Sechseck in Tegel.

Das stand im Weddingweiser

Gerade gestern erst schrieb der Weddingweiser über ein Cabrio. Das sorgte dann seit langem mal wieder für Kommentare. Auf dem Blog!

Schau an

Die Favoritin. Wird sie es sein, die auch dieses Mal wieder gewinnt wie beim Entenrennen an der Panke 2012? (Beim Panke Parcours am 16. September).

Foto: Dominique Hensel

Text und Fotos oben: Andrei Schnell

One comment

  1. Dugobert Dack

    Die Wochenschau ist Spitze, Leute.
    Vielen Dank für’s Schreiben.
    Auch noch kostenlos…!

    Ich geh jetzt wieder im Geld schwimmen.
    Dugobert

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