Staufalle für Weddinger – das nervt!

Stausymbol (Quelle: Wikimedia Commons)

Meinung Wer mit dem Auto in den Sommerferien in den Urlaub fährt, der steht im Stau. Das weiß jeder. Neuer dagegen ist diese Weddinger Wahrheit: Wer mit dem Auto nicht in den Urlaub fährt, steht auch im Stau. Das liegt an den alten und den neuen Baustellen, die Staus bringen, die sich auch in unserem Stadtteil bemerkbar machen: an der Bösebrücke und bis 21. August an der Rudolf-Wissell-Brücke. Und die nerven uns noch mehr als dieser verregnete Sommer!

Die nur in eine Richtung befahrbare Bösebrücke lehrt die Autofahrer schon seit zwei Jahren das Fürchten. Vor allem wenn sie in Richtung Osten über die früher beschauliche Jülicher Straße und die Behmstraße umgeleitet werden. Doch damit nicht genug! Vor den Augen der motorisierten Berufspendler findet gerade noch eine Operation an einer Hauptschlagader statt. Die 925 Meter lange Rudolf-Wissell-Brücke auf der Stadtautobahn, benannt nach einem SPD-Politiker, muss für die nächsten Jahre fit gemacht werden, damit sie verkehrssicher bleibt.

Klar, das muss sein! Das technische Problem ist aber, dass die Brücke nur aus einem einzigen Bauteil besteht. Das kann man nur an einem Stück austauschen oder eben für die nächsten paar Jahre noch einmal sanieren. 4500 Quadratmeter Brückenabdichtung und 9400 Quadratmeter Fahrbahnbelag müssen erneuert werden, dafür sind die äußeren Spuren bis in den September hinein gesperrt. Bei 200.000 Autos am Tag, die dort vorbei rauschen, ist das auch in den Sommerferien eine garantierte Staufalle. Dazu kommen noch weitere Bauarbeiten im Verlauf der A 100, zum Beispiel am Dreieck Funkturm. Update: Die Baustelle auf der Brücke wird am 21. August vorzeitig beendet!

Damit können sich die Berliner irgendwie arrangieren, denn wirklich schocken kann das die Hauptstädter nicht. Nur wer zum Flughafen Tegel will, sollte doppelt so viel Zeit einplanen, wenn er mit dem Auto unterwegs ist. Denn mit der im Moment so gepriesenen guten Erreichbarkeit des 70er-Jahre-Mauerstadtairports ist es bei diesen Einschränkungen nicht weit her. Dann eben die Bahn nehmen? Gibt´s nicht! Zum heißgeliebten Flughafen kommt man nur auf der Straße – mit dem Auto, per Bus oder mit dem Taxi. Da hängt alles an einem seidenen Faden: der Autobahn!

Egal wie der Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tegel im September ausgeht: Das Problem mit der Rudolf-Wissell-Brücke wird uns weiter erhalten bleiben. Denn spätestens ab 2022 muss die notdürftig sanierte Brücke aus dem Jahr 1961 komplett ersetzt werden. Wie das angesichts der beengten Platzverhältnisse am Spreeufer gehen soll, wissen selbst die zuständigen Ingenieure nicht. Nur eins ist klar: für Autofahrer und – je nach Fertigstellungstermin des neuen Flughafens – Fluggäste verheißt das nichts Gutes. Da wird den motorisierten Berufspendlern sicher noch das eine oder andere graue Haar wachsen. Ach, falls ihr gerade im Stau steckt und darüber nachdenkt, wie der Name Wissell genau ausgesprochen werden soll: Das Inforadio hat sich damit beschäftigt und eine Aussprachedatenbank bemüht.

So sieht die Verkehrslage derzeit in Berlin aus

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