City Kino Wedding: Berlinale, die Zweite!

2017 zum zweiten Mal bei der Berlinale dabei: das City Kino Wedding. Foto: Albert Warth.
2017 zum zweiten Mal bei der Berlinale dabei: das City Kino Wedding. Foto: Albert Warth.

Ausverkauft ist keine Nachricht, denn ausverkauft ist das City Kino Wedding öfter. Am Donnerstag (16.2.) war das hübsche Liebhaberkino in der Müllerstraße aber wegen der Berlinale ausverkauft. Das ist eine Nachricht und die geht so: Das City Kino Wedding etabliert sich als Berlinale-Kino. Bereits zum zweiten Mal war das Lichtspielhaus im Centre Francais Teil der Internationalen Berliner Filmfestspiele. Im Rahmen der Reihe „Berlinale goes Kiez“ gab es zwei Vorstellungen. Sie waren, wie bei der Berlinale üblich, ausverkauft.

Die Berlinale im City Kino Wedding: das sind Streicheleinheiten für das Herz der Filmfans und Werbung für ein engagiertes Kiezkino. Die Kinobetreiberinnen Anne Lakeberg und Wiebke Wolter waren am roten Teppich ebenso präsent wie beim Kartenverkauf, sie waren den Gästen bei der Platzsuche behilflich und präsentierten sich auf der Bühne als stolze Gastgeberinnen. Stolz sind sie zu recht. Die Berlinale im Wedding! Zum zweiten Mal.

Foto mit Filmcrew gibt es öfter im City Kino. Aber nicht vor Berlinale-Logo. Mittendrin: Anne Lakeberg (4.v.r.) und Wiebke Wolter (3.v.r.). Foto: Albert Warth
Foto mit Filmcrew gibt es öfter im City Kino. Aber nicht vor Berlinale-Logo. Mittendrin: Anne Lakeberg (4.v.r.) und Wiebke Wolter (3.v.r.). Foto: Albert Warth

Die Filmfestspiele zogen Gäste aus der ganzen Stadt in die Müllerstraße. Ihnen ging es vermutlich um die Filme. Doch ganz nebenbei hatten sie die Gelegenheit, das City Kino Wedding kennenzulernen, das von den französischen Alliierten einst für die eigenen Soldaten und deren Angehörige gebaut wurde, das lange leer stand und das Anne Lakeberg und Wiebke Wolter vor drei Jahren neu belebt haben. Ein Kino mit Retro-Charme. „Cooles Kino“ meinte auch die Dame auf dem Kinosessel nebenan zu ihrem Begleiter als gerade das Licht erlosch.

Ein surrealer Film um ein Paar in der Schweiz

Eine Szene aus dem Film „Tiere“. Anna und Nick mit einem toten Schaf. Foto: tellfilm/Andreas Seibert

Gezeigt wurde an diesem Abend neben einem Kurzfilmprogramm ein Film aus der Sektion Forum, „Tiere“ von Greg Zglinski. In seinem Film, der Psychogrusel mit Komik mischt, geht es um Nick und Anna, die in die Schweiz fahren während ein Bekannte ihre Wohnung hütet. Während die einzelnen Szenen der Geschichte in sich logisch sind, geht durch die Aneinanderreihung jede Logik bald in einer Art Traumwelt auf, in der oben unten sein kann. Was real ist und was Einbildung kann man am Ende ebenso wenig sagen wie die Figuren auf der Leinwand. Der Film ist spannend, komisch und überzeugend umgesetzt. Auch Tiere spielen in diesem Beziehungsporträt eine etwas rätselhafte Rolle. Im Anschluss gab es ein interessantes Filmgespräch mit Greg Zglinski und dem bemerkenswerten Hauptdarsteller Philipp Hochmair.

Berlinale, die Zweite! Nach zwei ausverkauften Vorstellungen, vielen neuen Kinobesuchern (von denen vielleicht einige wiederkommen werden) verabschiedete sich der prominente Besuch, der fliegende rote Teppich zog weiter, der Berlinale-Bär mit ihm. Tschüss Berlinale, bis nächstes Jahr!

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Text: Dominique Hensel


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