Familienfreundliche Cafés im Wedding – Teil eins

Spielecke in der Fabrik Osloer Straße
Eine Spielecke. Foto: Dominique Hensel

Draußen ist es grau, kalt, nass. Und drinnen fällt manchem Weddinger und auch der Weddingerin die Decke auf den Kopf – erst recht, wenn sie mitsamt einem quengelnden Kindlein zuhause hocken. Wie schön, dass wir zähe Debatten um Eltern, Kinder und Cafés in der Öffentlichkeit schon in den vergangenen Jahren hinter uns gebracht haben und uns heute einfach darüber freuen können, dass es im Wedding einige kinder- und familienfreundliche Cafés gibt. Die stellen wir Euch in den nächsten Wochen vor. Und hier kommt Teil eins.

 1. Mit Spielzimmer: GàTô

Sessel im GaTo. Foto Christoph Neubert.
Sessel im GaTo. Foto Christoph Neubert.

Die französische Pâtisserie GàTô in der Nazarethkirchstraße 44 ist wohl das einzige Café im Wedding, in dem die Kinder fast genauso viel Platz haben wie die Erwachsenen. Ein ganzes Zimmer voller Spielsachen gibt es dort. Kein Wunder, dass es dort zuweilen zugeht wie auf dem Spielplatz. Hier stört sich niemand an krabbelnden, rennenden, plappernden Kindern. Mit den ganz kleinen Babys kann man es sich prima auf den Sesseln im Spielzimmer oder in der Sofaecke im Schaufenster bequem machen. Es gibt Platz zum Wickeln – und für die Erwachsenen die typischen französischen Bistro-Klassiker von Croissant über Tarte au Citron bis hin zu Quiche.

Jeden Montag findet ein deutsch-französischer Musikgarten für Babys statt. Einziges kleines Manko: Viel Platz für Kinderwagen gibt es in dem kleinen Café nicht. Die stehen dann oft in Reih und Glied vor der Tür, so dass dieses kleines Stückchen Nazarethkirchstraße auf einmal aussieht wie ein Kinderwagen-Showroom.

2. Amerikanisch-vegetarisch: das Café Largo (ehemaliges Tassenkuchen)

Wer es ein bisschen ruhiger und geräumiger mag, sollte ein paar Schritte weiter gehen: ins Café Largo in der Malplaquetstraße 33, das erst in diesem Jahr eröffnet hat. Das Konzept hat das Largo weitgehend von seinem Vorgänger übernommen, dem Café Tassenkuchen. Platz für Kinderwagen gibt es genug, Wickelmöglichkeiten auch. Unter der Woche sitzen Eltern und Kinder hier in eher ruhiger Atmosphäre bei Latte Macchiatto, Baby Latte, leckeren vegetarischen Snacks und bunten Cupcakes zusammen. Am Wochenende kann es beim typisch amerikanischen Pancake-Frühstück schon einmal richtig trubelig werden.

3. Mit Eis und Waffeln: Eiscafé Kibo

Das Kibo in der Transvaalstraße 13 beweist, dass ein kinderfreundliches Café nicht immer im ausschließlich auf Familien gepolten Prenzlauer-Berg-Stil daherkommen muss. Hier trifft sich einfach die ganze Nachbarschaft: Jugendliche nach der Schule, Studenten zum späten Frühstück, Rentner zum Kaffee und eben Familien für Eis und Waffeln. Kinderwagen können gerne mit rein, sofern genügend Platz ist. Einen Wickeltisch gibt es auf der Damentoilette – und neben einer gemütlichen Sofaecke steht ein ganzes Regal voller Bücher und Spielsachen. Perfekt zum Aufwärmen nach einem Spaziergang im Volkspark Rehberge.

4. Wienerisch: Strudelka

Eigentlich genügen schon die Spezialitäten im Strudelka um zu Verstehen, warum Kinder hier gerne sind: Apfelstrudel, Kaiserschmarrn und Schnitzel – welches Kind liebt das nicht? Eine kleine Spieleecke gibt es auch in dem österreichischen Café in der Sparrstraße 18 und ein großes Sofa, auf dem sich Babys prima ablegen lassen. Außerdem bietet das Strudelka regelmäßig Strudelkurse für Kinder und Jugendliche und andere Veranstaltungen für die Kleinen an – zum Beispiel einen Märchen-Slam. Die Veranstaltungen im Strudelka findet ihr hier auf der Internetseite des Strudelka.

5. Mit Rutsche: Café Zaunkönig

Kindercafé Zaunkönig Lüderitzstraße
Eine Rutsche im Zaunkönig. Foto: [Hannah Beitzer]
Wohin mit den Kindern, wenn die in der Kita noch nicht genug getobt haben – man selbst aber lieber bei einem Kaffee entspannen möchte? Die Antwort finden Eltern seit Februar in der Lüderitzstraße 14. Dort hat das Café Zaunkönig eröffnet, dessen Highlight eine riesige Röhrenrutsche im Hinterzimmer ist. Dort vergessen die Kleinen die Zeit, während Mama und Papa im vorderen Teil des Cafés selbst gebackenen Kuchen und Kaffee aus einer Berliner Privatrösterei genießen können. Stefanie und Sebastian, die das Café gemeinsam betreiben, wohnen selbst mit ihren beiden Kindern im Afrikanischen Viertel und wollen mit dem „Zaunkönig“ dazu beitragen, den Kiez noch lebenswerter zu machen. Wir finden: mit Erfolg!

Im zweiten Teil unseres Familien-Café-Tests geht es in den Gesundbrunnen.

Ihr kennt noch andere familienfreundliche Cafés im Wedding oder im Gesundbrunngen? Dann schreibt uns gerne! E-Mail: redaktion@weddingweiser.de

Text: Hannah Beitzer

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